Kaum Veränderungen bei den Ölpreisen – Auch Iran vermeldet hohe Exporte

4. April 2017

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Wurden bisher die Kürzungen der am OPEC-Deal beteiligten Länder diskutiert, richtet sich der Blick nun auf die Exporte. Iran vermeldete Rekorde, Irak und Kuwait berichteten gestiegene Quoten. Dies hat aber bisher kaum Auswirkungen auf die Ölpreise - die Preiskurve bleibt auf stabilem Niveau.

Ölpreisentwicklung

Die Preisanstiege der vergangenen Woche bei Öl sind in dieser Woche vorerst vorbei. Der wichtigste Faktor dafür war zuvor die Meldung aus Libyen, dass zwei riesige Ölfelder aufgrund von Milizangriffen ihre Produktion einstellen mussten. Dieser Grund für den Preisanstieg hat sich nach einer Einigung mit den Milizen nun erledigt.

Dennoch reicht dieses Signal nicht aus, um nennenswerte Veränderungen bei den Ölpreisen hervorzurufen, zusätzliche richtungsweisende News fehlen. Allerdings könnten in den nächsten Tagen die Exportquoten von am OPEC-Deal beteiligten Ländern stärker in den Fokus rücken. Denn hier zeigt sich ein teilweise enormer Anstieg, der die Kürzungsbemühungen des Kartells zumindest in Teilen aufheben könnte.

 

Aktuelle Ölpreise an der Londoner Warenterminbörse ICE:

Der europäische Ölpreis Brent notiert heute Morgen bei 53,21 US-Dollar. Der Schlusspreis von Montag lag bei 53,12 US-Dollar und war gegenüber Freitag leicht gestiegen (52,83 US-Dollar). ICE Gasoil, der maßgebliche Indikator für den inländischen Heizölpreis, notiert aktuell bei 470,50 US-Dollar für die Lieferung im Mai und entspricht damit dem Schlusspreis von Montag. Er liegt damit ebenfalls leicht über jenem von Freitag (469,50 US-Dollar).

OPEC-Länder steigern Exporte

Während die OPEC nicht müde wird, ihren Erfolg bei den Kürzungsbemühungen öffentlich zu bekräftigen, zeichnen die Exportquoten einiger wichtiger am Deal beteiligten Länder ein anderes Bild. Bereits gestern wurde aus verschiedenen Datenquellen vermeldet, dass Kuwait, Venezuela und Irak zwar kräftig bei der Förderung kürzen würden, doch bei den Exporten überaus aktiv seien. Nun meldet auch Iran Rekorde bei den Ausfuhren.

Zwar war Iran von Beginn an vom Deal ausgenommen, da das Land nach westlichen Sanktionen zunächst einmal seine Wirtschaft konsolidieren wollte. Doch hatte die Regierung in Teheran angeboten, die Förderquoten zumindest zu deckeln, sollte der OPEC-Deal über Juni 2017 hinaus verlängert werden.

Auch Saudi-Arabien, Wortführer innerhalb des Kartells und öffentlicher Mahner in Sachen Einhaltung der Absprachen zu Fördersenkungen, hätte laut Analysten bei den Exporten keineswegs nachgelassen.

Bedenkt man etwa das Verhalten der USA, die seit Beginn der Kürzungen mit einer Produktionssteigerung von den Bemühungen anderer Länder profitiert haben, sind die Exportzahlen kaum verwunderlich. Denn so sichern sich die Kartellmitglieder weiterhin Marktanteile.

Allerdings könnte dieses Verhalten die Verlängerung des Deals gefährden, die bei einem Treffen der OPEC-Mitglieder Ende Mai zur Debatte steht. Denn wenn die Förderung sinkt, während die Exporte steigen, beendet dies natürlich nicht das Überangebot auf dem Weltmarkt und jeder weitere Versuch, den Ölpreis zu stabilisieren ist eigentlich zum Scheitern verurteilt.

Dennoch sehen Experten weitere Kürzungen als einzige Möglichkeit an, um überhaupt sinnvoll an der Preisschraube bei Öl drehen zu können. Denn ohne Kürzungen dürfte der Ölpreis, der sich momentan trotz aller Kursausschläge relativ stabil über den psychologisch wichtigen Marken bewegt, ins Bodenlose fallen. Und dass damit keinem der ölexportierenden Länder geholfen wäre steht außer Frage.

Rückgang bei US-Öl erwartet

Die US-Ölbestandsdaten sind ein weiterer Faktor, den sich Marktbeobachter in dieser Woche ganz genau anschauen werden. Denn erstmals seit Wochen wird eine richtungsweisende Abnahme bei den Rohölbeständen erwartet. Von ersten Indizien dazu wurde der Ölpreis bereits in der vergangenen Woche getragen, die Berichte des American Petroleum Institutes  (API) sowie des Department of Energy (DOE) dürften dazu mehr Aufschluss geben.

Entwicklung Eurokurs

Der Eurokurs hat sich seit gestern im Endeffekt kaum verändert. Er lag am Dienstagmorgen bei 1,0670 US-Dollar. Die Europäische Zentralbank legte am Montag den Referenzpreis bei 1,0661 US-Dollar fest, sichtbar unter dem Referenzpreis von Freitag (1,0691 US-Dollar).

Schon gestern gab es kaum Bewegung auslösende News für die Devisenmärkte, auch heute wird zunächst wohl alles ruhig bleiben. Wichtige Konjunkturdaten aus den USA und dem Euroraum dürften jedoch genauso für Impulse sorgen, wie die Zusammenfassung der geldpolitischen Sitzung der Europäischen Zentralbank (EZB) am Donnerstag.

Heizölpreisentwicklung

Die ruhige Großwetterlage an den Rohstoff- und Devisenmärkten sorgt heute Morgen auch für wenig Bewegung bei den Heizölpreisen. Allerdings sind sie gegenüber gestern leicht gesunken. Eine 3.000 Liter Standard Lieferung kostet aktuell im bundesweiten Durchschnitt rund 57,66 Cent pro Liter Heizöl. Am Montag waren es noch 57,91 Cent.

Auch wenn vollkommen unklar ist, wie sich die Preise 2017 letztendlich entwickeln, raten wir unseren Kunden dazu, jetzt zu reagieren und sich für die Heizöllieferung zu entscheiden – insbesondere, wenn sich der Tank leert.

Mit dem baldigen Heizölkauf können sich unsere Kunden zurücklehnen und den kurz- und mittelfristigen Preisveränderungen gelassen entgegensehen – ganz gleich, wie diese aussehen.

Auch wenn die Witterung mild ist, so ist es doch wirtschaftlich sinnvoll, den Heizölvorrat jetzt aufzufüllen, bevor die Nachfrage wieder steigt und damit auch die Preise nach oben schnellen können. Auch sollten der Eurokurs sowie die Zahlen des Ölproduzenten USA nicht vergessen werden.

Wenn Sie monatliche Zahlungsarten wie den Heizöl-Ratenkauf oder das heiz&SPAR Wärmekonto nutzen wollen, sollten Sie mehr Zeit bis zur Lieferung einplanen. Die Bearbeitungszeit kann durch den Postweg bis zu zwei Wochen in Anspruch nehmen. Ein fixer Liefertermin kann erst nach Freigabe der Finanzierung durch die Bank bzw. Eingang des unterschriebenen Vertrages abgestimmt werden.

Grundsätzlich empfehlen wir Ihnen unseren Service für eine regelmäßige Preisbenachrichtigung zu nutzen oder einen Heizöl-Wunschpreis anzulegen. So können Sie von Preisrückgängen profitieren und günstiger Heizöl bestellen.