Leicht steigende Ölpreise – Euro bleibt stabil.

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Nigerias Ölförderung durch Streiks bedroht. US-Ölförderung mit Boom-Erwartung. Verlängerung der OPEC-Förderquoten in greifbarer Nähe. Schwache Nachrichtenlage sorgt für einen stabilen Euro.

Ölpreisentwicklung

Nach den Aufwärtsbewegungen der Vortage vielen die Preisanstiege am gestrigen Donnerstag gemäßigter aus. Der Monatsbericht der OPEC, insbesondere die Erwartungen an das Jahr 2017, hielt keine neuen Erkenntnisse für die Händler bereit, so dass die Preisentwicklung bis zum Abend mit einer niedrigen, aber leicht steigenden Tendenz verlief.

Für heute könnten vor allem Meldungen aus Nigeria für kurzfristige Auswirkungen auf die Preise sorgen. Wie zu vernehmen ist, bedrohen Streiks beim nigerianischen Ableger von Exxon Mobil die Produktion von etwas mehr als 600.000 Barrel pro Tag.

Weiterhin gibt es aus OPEC-Kreisen Verlautbarungen, dass sich das Kartell und seine Partner bereits jetzt auf eine Verlängerung der Förderquoten über Juni dieses Jahres hinaus geeinigt haben. Da es zugleich Erwartungen an neuen Produktionsausweitungen im US-Markt gibt, werden die Meldungen zur OPEC relativ verhalten aufgenommen.

Aktuelle Ölpreise an der Londoner Warenterminbörse ICE:

Der europäische Ölpreis Brent notiert am Freitagmorgen bei 50,85US-Dollar. Der Schlusspreis am Donnerstag lag auf ähnlichem Niveau bei 50,77 US-Dollar. ICE Gasoil, der maßgebliche Indikator für den inländischen Heizölpreis, notiert aktuell bei 450,00 US-Dollar für die Lieferung im Juni. Am Mittwoch betrug der Schlusspreis 449,00 US-Dollar.

Auf der Überblickseite zur Heizölpreisentwicklung finden Sie die Kursentwicklungen der vergangenen Tage, Wochen und Monate.

Verlängerung OPEC-Abkommens jetzt schon sicher?

Ende des vergangenen Jahres einigten sich die Mitglieder der Organisation erdölexportierender Länder (OPEC) und weitere Staaten wie Russland auf die Beschränkung ihrer Fördermengen an Rohöl. Das Ziel ist dabei klar: Eine künstliche Verknappung der Rohölmenge an den Märkten führt zu höheren und stabileren Preisen.

Unter anderem der große Öl-Boom in den USA der Jahre 2013 und 2014 führte zu einem nachhaltigen Überangebot und deutlichen Preisverfall. Das Abkommen über Förderbeschränkungen ist daher eigentlich ein adäquates Mittel um dieser Entwicklung zu begegnen.

Anfänglich waren die Auswirkungen auf die Preisentwicklung äußerst positiv. Doch von den steigenden Preisen profitierten nicht nur die Mitglieder des Abkommens allein. Auch der US-Markt, durch die niedrigen Preise in seiner Produktion wieder deutlich geschrumpft, verspürte durch die ansteigenden Preise neuen Aufwind. Das diese Entwicklung anhält, belegen die Hughes Baker Berichte, welche nun nahezu schon vier Monate von einer Zunahme der US-Förderanlagen berichten.

Durch diese Entwicklung wird seitens des US-Marktes immer mehr Öl in den Markt gebracht, was wiederum die gekürzten Mengen der OPEC und ihrer Partner ausgleicht und in der Folge für erheblichen Preisdruck sorgt. Böse Zungen sprechen indes von nur einem Hauptprofiteur des OPEC-Deals: die Produzenten in den USA.

Unter anderen aus diesem Grund, war die Fortführung des Abkommens in den vergangenen Wochen und Monaten oft unklar. Saudi Arabien, als eine der mächtigsten Player innerhalb des Kartells bekundete zwar immer wieder seine Bereitschaft zu einer Verlängerung, doch wurde dies im Verlauf der Zeit als rein rhetorisches Gebaren seitens der Märkte bewertet und hatte daher zum Schluss kaum noch Einfluss auf die Preisentwicklung.

Saudi Arabien blieb jedoch auch keine andere Wahl, als nur Worthülsen und Bekundungen ohne das Schaffen von Fakten zu verbreiten, sollten doch die offiziellen Verhandlungen erst am 25. Mai in Wien stattfinden. Obwohl dies erst in zwei Wochen ist, dürfte nach aktuellen Meldungen bereits eine Entscheidung gefallen sein.

Nach Aussagen des algerischen Ölministeriums, hat eine Einigung über eine Verlängerung der Produktionskürzungen bereits stattgefunden. Danach soll bis zum Ende dieses Jahres weiterhin eine Förderbeschränkung für die Mitgliedsstaaten des Kartells gelten. Beim aktuell laufenden Abkommen, sind mit Rücksicht auf die innenpolitische und wirtschaftliche Lage, einige Staaten vom Abkommen ausgenommen und brauchen sich an keinerlei Förderquoten halten. Dies betrifft vor allem den Iran und Libyen.

Zur Klärung ob diese Ausnahmeregelungen weiter bestehen bleiben, wie auch die Verhandlungen über die Höhe der Förderbeschränkungen, ist das Gipfeltreffen Ende Mai ohnehin unerlässlich und darf weiter mit Spannung erwartet werden. 

Fördermethode „Fracking“ in den USA weiter auf Wachstumskurs

Der bereits erwähnte Öl-Boom in den USA war vor allem auf die Erschließung des sogenannten Schieferöls zurückzuführen. Dabei handelt es sich um sehr große Ölmengen, welche in Gesteinsschichten eingelagert sind. Die verhältnismäßig aufwendige und teure Fördermethode Fracking erlaubt es dieses Öl zu fördern. Dabei wird ein Cocktail verschiedenster chemischer Komponenten in den Boden gepresst und das Gestein aufgebrochen und damit das Öl freigesetzt und förderbar gemacht.

Mit dem unter anderem durch die OPEC verursachten Preisanstieg, ist diese Methode mehr und mehr rentabel. Darüber hinaus haben die Produzenten an der Effektivität und ihrer Kostenstruktur gearbeitet, so dass das die Förderung mit dieser Methode mit dem aktuellen Preisniveau, trotz seiner Schwankungen wieder mehr als rentabel ist.

Diese Situation sorgt für ein starkes Wachstum im US-Markt und es ist bisher kein Ende in Sicht. Die Wachstumsrate ist derzeit auf einem 30-Jahres-Hoch, was die Erwartung eines neuen Öl-Booms befeuert.

Im Zusammenspiel mit der Verlängerung der Förderquoten der OPEC-Staaten, bleibt der Einfluss auf die Preisentwicklung dennoch undurchschaubar.

Entwicklung Eurokurs

Der Euro hat sich am Donnerstag nach geringen Verlusten der Vortage wieder stabilisiert. Am Feitagmorgen notiert er bei 1,0866 US-Dollar, die EZB legte den Referenzpreis am Donnerstag auf 1,0860 US-Dollar fest.

Der Handel schaut heute vor allem in Richtung USA. Dort werden aktuelle Zahlen zur Inflation und zu Daten aus dem Einzelhandel erwartet.

Heizölpreisentwicklung

Der stabile Euro und der verhaltene Preisanstieg sorgen am Freitag nur für einen leichten Preisanstieg beim Heizöl. Eine 3.000 Liter Standard Lieferung kostet aktuell im bundesweiten Durchschnitt rund 56,14 Cent pro Liter Heizöl. Gestern waren es mit 55,83 Cent pro Liter etwas weniger.

Wie Sie auch heute wieder in unseren News erfahren haben, steht der Heizölpreis für Ihre Heizöllieferung unter mehreren Faktoren, welche die Preisentwicklung für Sie unvorhersehbar machen können. Dieser Unsicherheit gehen Sie aus dem Weg, wenn Sie sich jetzt für den Heizölkauf entscheiden – insbesondere, wenn sich der Tank leert.

Noch profitieren Sie von einem attraktiven Preisniveau, doch das Öljahr 2017 bleibt weiterhin undurchsichtig und unvorhersehbar. Mit dem baldigen Heizölkauf machen sich Sie unabhängig von den Geschehnissen an den Börsen.

Wenn Sie monatliche Zahlungsarten wie den Heizöl-Ratenkauf oder das heiz&SPAR Wärmekonto nutzen wollen, sollten Sie mehr Zeit bis zur Lieferung einplanen. Die Bearbeitungszeit kann durch den Postweg bis zu zwei Wochen in Anspruch nehmen. Ein fixer Liefertermin kann erst nach Freigabe der Finanzierung durch die Bank bzw. Eingang des unterschriebenen Vertrages abgestimmt werden.

Grundsätzlich empfehlen wir Ihnen unseren Service für eine regelmäßige Preisbenachrichtigung zu nutzen oder einen Heizöl-Wunschpreis anzulegen. So können Sie von Preisrückgängen profitieren und günstiger Heizöl bestellen.

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