Leichte Abschläge bei den Ölpreisen

Oelpreise-leicht-abschaegig-montag-27032017

Weiterhin Unsicherheit bei der Verlängerung der Förderbeschränkungen. Libyens Ölproduktion nimmt wieder zu. Eurokurs auf höchstem Stand in 2017.

Ölpreisentwicklung

Mohammed Barkindo, OPEC-Generalsekretär, hat die erdölproduzierenden Länder aufgefordert, weiterhin die vereinbarten Förderkürzungen zu verfolgen. Mit dem Ziel, Angebot und Preis zu stabilisieren. Bis zum heutigen Tage ist noch keine Entscheidung darüber gefallen, ob die Ende 2016 beschlossenen Förderbeschränkungen über den Juni hinaus verlängert werden. Hierfür ist eine detailliertere Analyse erforderlich. Alle beteiligten Länder sollen nun ihre Vorschläge zum weiteren Prozedere vorlegen. Das nächste Treffen der OPEC findet am 25. Mai in Wien statt.

Aktuelle Ölpreise an der Londoner Warenterminbörse ICE:

Der europäische Ölpreis Brent startet heute Morgen mit 50,46 US-Dollar in den Tag, das sind -0,34 US-Dollar zum Schluss Freitag (50,80 US-Dollar). ICE Gasoil, der maßgebliche Indikator für den inländischen Heizölpreis, notiert für die Lieferung im April aktuell bei 449,75 US-Dollar und somit mit einem Plus von +0,75 US-Dollar zum Schlusspreis vom Freitag. 

Ende letzten Jahres hatten sich einige Ölförderstaaten auf Produktionskürzungen geeinigt, um das Angebot an Öl zu limitieren und den Ölpreis dadurch entsprechend zu erhöhen. Die in der Vergangenheit gefallenen Ölpreise auf dem Weltmarkt haben ein Umdenken erfordert. Auch wenn die Verbraucher durch niedrigere Preise davon profitierten, so war dies jedoch zum monetären Nachteil der Ölförderer. 

Die Entscheidung bezüglich der Förderkürzungen hatte anfänglich den Effekt, dass der Kurs zunächst gestiegen, in letzter Zeit jedoch wieder gefallen ist. Die Ursache liegt darin begründet, dass der Markt mit Öl der Fracking-Technologie gefüllt wird. Das Fracking ermöglicht, das Ölvorkommen in den USA aus Gesteinsschichten mit geringer Durchlässigkeit zu befreien. Die Beobachtungen der letzten Monate zeigen, dass die OPEC nicht mehr genug Einfluss besitzt , um den Ölpreis entgegen dem Willen der US-Förderer nach ihren Vorstellungen zu beeinflussen.

Neuerliche Entwicklungen sind aus Libyen zu vermelden. Dort waren Anfang März einige Häfen aufgrund von kriegerischen Aktionen geschlossen worden. Dies hatte eine direkte Auswirkung auf die Ölförderung und Produktion des Landes. Libyen konnte hierbei einen positiven Beitrag zu den im Januar getroffenen Vereinbarungen der OPEC-Länder leisten. Die Sicherheitslage in Libyen hat sich nun etwas entspannt und laut aktuellen Meldungen nimmt Libyens Ölproduktion weiter zu. Man geht sogar davon aus, dass in den folgenden Wochen mit einem Langzeithoch zu rechnen sein wird.

Zusammen mit der anhaltenden Zunahme der US-Ölbohranlagen ist insgesamt davon auszugehen, dass die Ölproduktion in 2017 auf ein neues Hoch zusteuern wird. Dies würde eine zusätzliche Belastung für die globalen Ölbestände darstellen und dem Ziel der OPEC, die Förderkürzungen einzuhalten, entgegenwirken. Die Entwicklung des Ölpreises bleibt daher nach wie vor unter strenger Beobachtung des Kartells.
 

Die Handelswoche im Überblick

Für die Euro- oder Ölpreisentwicklung möglicherweise einflussreiche Wirtschaftsdaten der Woche im Überblick*:

Montag, 27.03.2017
•   ifo-Geschäftsaussichten, Deutschland
Dienstag, 28.03.2017
•    Wöchentlicher Rohöllagerbestand American Petroleum Institute (API), USA
Mittwoch, 29.03.2017
•    Wöchentlicher Report EIA Rohöl Lagerbestand, USA
•    UK-Regierung löst den Artikel 50 für Brexit aus, UK
•    Importpreisindex (Monat), Deutschland
Donnerstag, 30.03.2017
•    Geschäftsklimaindex, EuroZone
•    Bruttoinlandsprodukt annualisiert, USA
•    Verbrauchervertrauen, Eurozone
Freitag, 31.03.2017
•    Baker Hughes Wochenreport (Anzahl aktive US-Bohranlagen)
*Termine ohne Gewähr
 

Entwicklung Eurokurs

Der Euro erreicht am Montag den höchsten Stand im laufenden Jahr. Heute Morgen notiert er bei 1,0850 US-Dollar und damit etwas höher als am Freitag. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs zuletzt am Freitag auf 1,0805 US-Dollar festgesetzt.

Turbulenzen in Washington lassen den Euro gewinnen. Das amerikanische Parlament hat die Gesundheitsreform Obamacare zum Scheitern gebracht. Ein deutliches Signal für die Finanzmärkte, konnte doch der US-Präsident dieses Wahlversprechen nicht realisieren. Da Öl grundsätzlich in Dollar gehandelt wird, ist die Entwicklung in den USA für den europäischen Verbraucher wichtig. Sollte der Dollarkurs fallen, wird für die Käufer außerhalb der USA das Öl günstiger.

Zuvor schon hatte Trump verkündet, dass er bei einem möglichen Scheitern des Gesetzes bei der Gesundheitsreform bleiben werde und stattdessen die Steuerreform forcieren wolle. Nachdem die Anleger dem US-Präsidenten eine Menge zugetraut hatten, wachsen jetzt Zweifel, ob er überhaupt etwas bewegen kann. Diese Unsicherheit könnte die Börsen nun mit Kursverlusten reagieren lassen. Bleibt abzuwarten, inwieweit seine Geschicke die Märkte in den nächsten Monaten beeinflussen werden. 

Der so klar nicht erwartete Ausgang der Wahlen im Saarland ließ den Eurokurs ansteigen. Der Erfolg der CDU gilt als richtungsweisender Indikator für die Bundestagswahlen im Herbst. Die gestrige Wahl im kleinsten Flächenstaat Deutschlands galt als Merkel-Testlauf und Bestätigung für die aktuell vorherrschenden politischen Verhältnisse in Deutschland. Die Ergebnisse lassen vermuten, dass eine mögliche Wiederwahl von Bundeskanzlerin Angela Merkel die Europäische Union durchaus stabilisieren könnte.
 

Heizölpreisentwicklung

Die Ölpreise haben heute Morgen erneut etwas nachgegeben. Eine 3000 Liter Standard-Lieferung kostet im bundesweiten Durchschnitt rund 55,25 Cent pro Liter Heizöl. Am Freitag waren es zur gleichen Zeit 55,49 Cent pro Liter. 

Auch wenn die Witterung derzeit recht mild ist und vollkommen unklar ist, wie sich die Preise in 2017 letztendlich entwickeln, raten wir unseren Kunden dazu, jetzt zu handeln und sich das aktuelle Preisniveau zu sichern und sich zum Heizölkauf zu entscheiden – insbesondere, wenn sich der Tank leert.

Wenn Sie monatliche Zahlungsarten wie den Heizöl Ratenkauf oder heiz&SPAR Wärmekonto nutzen wollen, sollten Sie mehr Zeit bis zur Lieferung einplanen. Die Bearbeitungszeit kann durch den Postweg bis zu zwei Wochen in Anspruch nehmen. Ein fixer Liefertermin kann erst nach Freigabe der Finanzierung durch die Bank bzw. Eingang des unterschriebenen Vertrages abgestimmt werden.
Grundsätzlich empfehlen wir Ihnen unseren Service für eine regelmäßige Preisbenachrichtigung zu nutzen oder einen Heizöl-Wunschpreis anzulegen. So können Sie von Preisrückgängen profitieren und günstiger Heizöl bestellen.

Wie empfanden Sie den Umfang dieses Artikels?