Nach DOE-Bericht steigen Ölpreise – Euro schwächer

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Hatte der Markt gestern auf weniger US-Öl laut API kaum reagiert, ist das heute beim DOE-Bericht anders. Dieser ist sich mit dem API (fast) einig und aufgrund sinkender Bestände steigen die Ölpreise. Ansonsten ist es ruhig, abgesehen vom Nordkorea-Konflikt, der auch die Devisenmärkte belastet.

Ölpreisentwicklung

Es kommt nicht oft vor, dass sich die wöchentlichen Berichte American Petroleum Institutes (API) und des Department of Energy (DOE) zumindest in ihren Vorzeichen einig sind. Hatten die Anleger auf die API-Zahlen am Dienstag kaum reagiert, so schien es fast zwangsläufig, dass sinkende Bestände an US-Rohöl auch laut DOE nun doch für steigende Ölpreise sorgten.

Darüber hinaus gab es kaum relevante Meldungen für den Ölmarkt, allerdings ist der Nordkorea-Konflikt mit den USA momentan ein alles bestimmendes Thema. Anleger setzen lieber auf relativ sichere Währungen, was Euro und auch Dollar belastet.

Aktuelle Ölpreise an der Londoner Warenterminbörse ICE:

Der europäischen Ölpreis Brent notiert momentan bei 52,73 US-Dollar. Der Schlusspreis für Mittwoch rangierte noch bei 52,70 US-Dollar, was bereits über dem Tagesstart von Mittwoch lag.

ICE Gasoil, der maßgebliche Indikator für den inländischen Heizölpreis, notiert zurzeit bei 486,75 US-Dollar, ebenfalls sichtbar über dem Schlusspreis von Mittwoch bei 482, 50 US-Dollar.

Eine Übersicht über die Kursentwicklung der ausschlaggebenden Notierungen für den Heizölpreis finden Sie täglich aktuell auf unserer Heizölpreisseite

Auch DOE vermeldet sinkende US-Öl-Bestände

In vielen Berichtswochen sorgen die Bestandsdaten des API zum US-Ölmarkt für teils heftige Preiskorrekturen. Dass diese Reaktionen dieses Mal ausblieben, hat nicht wenige Analysten verwundert und kann als Zeichen für die Verunsicherung des Marktes gedeutet werden.

Wenn nun allerdings das Department of Energy, das naturgemäß auf einen größeren Datenpool zurückgreifen kann, die gleiche Tendenz meldet, dann ist dies für Anleger kaum noch zu ignorieren.

Zwar seien die Rohölbestände mit 6,5 Mio. Barrel nicht ganz so stark gesunken, wie das API vermeldet hatte (-7,8 Mio. Barrel), doch beide Werte liegen deutlich über den Erwartungen. Auch bei den Benzinvorräten, dem zweiten wichtigen Indikator der Berichte, stimmen die Vorzeichen überein:

Allerdings vermeldet das DOE eine Zunahme von 3,4 Mio. Barrel, während es beim API nur 1,5 Mio. Barrel waren. Anleger hatten hier mit einem Abbau gerechnet.

Dass das Gegenteil der Fall ist, lässt sich laut DOE mit einem Allzeithoch bei der Raffinerieauslastung erklären. Diese verbrauchen also mehr Rohöl, dass sie in Benzin und andere Produkte umwandeln. Die gestiegenen Benzinvorräte sind jedoch kein Grund für Kursnachlässe, da laut DOE gleichzeitig die Gesamtnachfrage angestiegen ist. Kleines Aber: Mehr Benzin, dass nicht verbraucht wird, kann ein Warnsignal dafür sein, dass sich die US-Ölindustrie momentan in einer Blase befindet bzw. „ins Blaue hinein“ produziert.

Zusätzlich verzeichnet der Bericht eine sinkende Importtätigkeit, was zumindest ein kleiner Hinweis darauf ist, dass die Öllieferanten der OPEC momentan ihr Versprechen wahr machen und weniger Öl exportieren.

Unterm Strich sind all die Befunde des DOE-Berichts nicht wirklich überraschend und entsprechen der Marktsituation der vergangenen Wochen. Auch die Reaktion des Marktes auf diese Zahlen ist wenig überraschend – schließlich sind die Zahlen eines der größten Ölmärkte der Welt immer ein Indikator dafür, wie die Tendenz global ausfällt.

Aus Beobachtersicht zeigt die Nicht-Reaktion auf den API-Bericht und der durchaus verhaltene Preisanstieg nach dem DOE-Bericht aber auch, dass Anleger momentan nicht sicher sind, wie sie solche „Spotlight“-Zahlen längerfristig interpretieren sollen. Oder anders gesagt:

Das Öljahr 2017 ist so undurchsichtig, dass es fast vollständig unter dem Stern sehr kurzfristiger Marktbewegungen steht, längerfristige Prognosen scheinen vollkommen unmöglich. Nur, weil in dieser Woche der US-Ölmarkt eine preisstabilisierende Qualität hat, muss das noch lange nicht heißen, dass dies nächste Woche auch so sein wird – vom nächsten Monat oder Quartal ganz zu schweigen.

Entwicklung Eurokurs

Die europäische Gemeinschaftswährung notiert aktuell bei 1,1727 US-Dollar. Der Referenzpreis der EZB für Mittwoch lag noch bei 1,1731 US-Dollar und die Tendenz ist momentan weiter fallend.

Dies ergibt sich aus zwei Gründen. Immer noch profitiert der Dollar von den guten Zahlen zum US-Arbeitsmarkt, die der amerikanischen Währung deutlich Auftrieb gegeben hatten. Gleichzeitig jedoch ziehen sich viele Anleger momentan auf andere, sichere Währungen zurück. Dazu gehören zum Beispiel der Schweizer Franken oder der japanische Yen.

Die Begründung ist nachvollziehbar: US-Präsident Trump will mit „fire and fury“ auf die Drohung Nordkoreas, die US-Insel Guam mit Raketen zu beschießen, reagieren. Diese offene Kriegsrhetorik und das provokative Verhalten Nordkoreas, das laut Berichten über Langstreckenraketen und atomwaffenfähige Sprengköpfe verfügen soll, spitzen den Konflikt bis an den Rand der Eskalation zu.

Das sorgt für große Verunsicherung – wobei die Devisenmärkte nur ein wirtschaftlicher Indikator für die politische Großwetterlage sind.

Heizölpreisentwicklung

Wenn die Ölpreise steigen und der Euro an Wert verliert, gibt es kaum eine andere Möglichkeit, als dass die Heizölpreise ebenfalls steigen. Darum kostet eine 3.000 Liter Standard Lieferung aktuell im bundesweiten Durchschnitt rund 55,11 Cent pro Liter Heizöl. Am Mittwoch waren es noch 54,25 Cent.

Noch gestern hatten wir davor gewarnt, auf weitere Preisnachlässe zu hoffen, da die Stimmung an den Ölmärkten momentan von einen auf den anderen Tag umschlagen kann. Wenn sich Ihr Tank leert, sollten Sie also heute die Gelegenheit nutzen, und sich zum Heizölkauf entscheiden. Denn es ist momentan wahrscheinlich, dass sich das aktuelle Preisniveau hält, möglicherweise sogar steigt – gerade in Hinblick auf Nordkorea.

Wenn Sie jetzt kaufen, machen Sie sich unabhängig von der aktuellen und mittelfristigen Marktsituation.

Wenn Sie monatliche Zahlungsarten wie den Heizöl-Ratenkauf oder das heiz&SPAR Wärmekonto nutzen wollen, sollten Sie mehr Zeit bis zur Lieferung einplanen. Die Bearbeitungszeit kann durch den Postweg bis zu zwei Wochen in Anspruch nehmen. Ein fixer Liefertermin kann erst nach Freigabe der Finanzierung durch die Bank bzw. Eingang des unterschriebenen Vertrages abgestimmt werden.

Grundsätzlich empfehlen wir Ihnen unseren Service für eine regelmäßige Preisbenachrichtigung zu nutzen oder einen Heizöl-Wunschpreis anzulegen. So können Sie von Preisrückgängen profitieren und günstiger Heizöl bestellen.

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