Handelsstreit, Naher Osten und Nachfrage: Heizölpreis fällt

14. Oktober 2019, Ricarda Altrichter

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Der Markt muss sich heute Morgen entscheiden, ob die Annäherungen im Handelsstreit, die Nachfrageprognosen laut IEA-Bericht oder der Angriff auf einen iranischen Öltanker den Ausschlag geben. Heizöl ist erst einmal günstiger.

Ölpreisentwicklung – Wichtiges auf einen Blick

  • Annäherung zwischen China und den USA – vorläufig
  • Angriff auf iranisches Ölschiff sorgt für Verwirrung
  • IEA-Monatsbericht: 2020 weniger Nachfrage – insbesondere im ersten Quartal
  • Baker Hughes Report: 1 aktive US-Ölbohranlage mehr
  • Brent bei 60,18 US-Dollar / ICE-Gasoil bei 591,00 US-Dollar
  • Euro bei 1,1028 US-Dollar

 

Heizölpreisentwicklung

•             Heizölpreis bei 68,65 Euro / 100L

Eine 3.000 Liter Standard-Lieferung kostet aktuell im bundesweiten Durchschnitt rund 68,65 Cent pro Liter Heizöl. Am Wochenende lag der Heizölpreis bei 68,90 Cent pro Liter Heizöl.

Wesentliche Einflussfaktoren auf die aktuelle Ölpreisentwicklung

Mögliche neue OPEC-Kürzungen ab Dezember

China und USA machen Zugeständnisse

Lage im Nahen Osten

OPEC- und EIA-Monatsberichte

 

IEA-Monatsbericht

Nigeria darf mehr Öl fördern

Saudische Ölproduktion wiederhergestellt und über Niveau vor Anschlägen

 

 Aktuelle Ölpreise an der Londoner Warenterminbörse ICE:

Der Kurs der europäischen Referenzölsorte Brent notierte am Morgen bei 60,18 US-Dollar. Der Vergleichswert von Freitag betrug 59,92 US-Dollar, der Schlusspreis wurde bei 60,60 US-Dollar festgesetzt.

ICE Gasoil, der maßgebliche Indikator für den inländischen Heizölpreis, stand am Morgen bei 591,00 US-Dollar. Der Vergleichswert am Freitag lag bei 590,20 US-Dollar, der Schlusspreis bei 595,75 US-Dollar.

Heizölpreisentwicklung der letzten 30 Tage Stand: 14.10.2019 // Alle Angaben ohne Gewähr

Alle Angaben ohne Gewähr. Weitere aktuelle Notierungen finden Sie täglich neu auf unserer Heizölpreisseite.

 

Die Preisentwicklung im Überblick

Die neue Handelswoche startet mit zahlreichen Meldungen, die den Markt in Bewegung bringen, es jedoch in ihrer letztendlichen Tendenz an Eindeutigkeit missen lassen. Dies zeigt sich auch an den Ölnotierungen die sich erst nach oben orientierten, dann jedoch wieder an Schwung verloren.

 

So gab es zwar erhoffte positive Signale aus den Verhandlungen zum Handelsstreit, doch diesen wird (vermutlich zurecht) misstraut. Laut Trump habe es einen „Durchbruch“ gegeben, nach dem China nun weitere US-Agrarprodukte importiert und es Regelungen zu Finanzgeschäften und geistigem Eigentum gibt. Im Gegenzug werden erst einmal Zollerhöhungen seitens der USA ausgesetzt.

 

Dies ist nüchtern betrachtet nicht mehr als ein Minimalkonsens, der auch schon vorher mehrfach erreicht wurde. Denn die bestehenden Zölle wurden weiterhin nicht angetastet. Darum bleibt der Markt hier auch in abwartender Haltung, auch wenn er die leicht positive Entwicklung in den Ölpreisen niederschlug.

 

Ein Angriff auf iranischen Tanker hat zwar auch für neue Besorgnis um die Stabilität im Nahen Osten gesorgt, doch hauptsächlich Verwirrung gestiftet. Es gibt weder klare Aussagen zum Hergang und den verwendeten Waffen noch zum Täter. Natürlich läge Saudi-Arabien durchaus nahe, doch das Land hat die Verantwortung scharf zurückgewiesen. Nach der deutlichen Reaktion auf die Angriffe auf saudische Ölanlagen blieb der Markt dieses Mal zurückhaltender und wartet wohl klare Indizien ab.

 

Mit dem Monatsbericht der IEA ist das Trio an großen Prognosen für diese Berichtsperiode voll. Im Vergleich zu OPEC und EIA bleibt die International Energy Agency in ihren Aussagen jedoch deutlich pessimistischer.

 

Auch hier wurden die Prognosen für 2020 erneut nach unten korrigiert und man betonte zusätzlich, dass insbesondere im ersten Quartal eine sehr geringe Nachfrage gerade nach OPEC-Öl herrschen werde. Dieser Bericht ist ein Grund, warum die ersten Preissteigerungen als Reaktion auf den Nahen Osten und die Handelsgespräche wieder abgeflaut sind.

 

Der Euro zeigt sich heute Morgen insgesamt weiterhin freundlich und nimmt den Preissteigerungen bei Rohöl für inländische Heizölkäufer den Druck. Da Gasoil von der Entwicklung sowieso weniger betroffen war als Brent, ist Heizöl heute Morgen wieder günstiger als nach dem Zwischenhoch zum Wochenende.

 

Damit wiederholt sich die Empfehlung aus der Vorwoche: Es gibt vorsichtige aber durchaus sichtbare Orientierungen nach oben, weshalb es nun geraten ist, den Heizölkauf möglichst schnell auszulösen und sich von allen Entwicklungen sowie der steigenden Winternachfrage unabhängig zu machen.

 

 

Entwicklung Eurokurs

Zum Tagesstart kostete der Euro 1,1028 US-Dollar, am Freitag waren es 1,0986 US-Dollar. Der Referenzpreis der EZB für Freitag wurde bei 1,1030 US-Dollar festgesetzt.

 

Ohne wirkliche Neuigkeiten profitiert der Eurokurs heute Morgen von der allgemein freundlicheren Stimmung an den Märkten. Der Brexit und die Handelsgespräche bleiben das bestimmende Thema und könnten den Euro auf zwei Weisen bewegen. Aktuell sieht es beim Brexit einen Hauch entspannter aus, auch die Handelsgespräche lieferten zuletzt positive Impulse. Wie lange diese Entspannung anhält, muss fraglich bleiben.

 

Die Handelswoche im Überblick

Für die Euro- oder Ölpreisentwicklung möglicherweise einflussreiche Wirtschaftsdaten der Woche im Überblick*:

Montag, 14.10.2019

  • Rede EZB-Mitglied, Eurozone
  • Industrieproduktion, Eurozone

Dienstag, 15.10.2019

  • Preisindizes, China
  • ZEW Umfrage, Konjunkturerwartung, Eurozone + Deutschland

Mittwoch, 16.10.2019

  • Verbraucherpreisindex, Eurozone
  • Einzelhandelsumsätze, USA
  • EIA Rohöl-Lagerbestand, USA
  • Wöchentlicher Rohöllagerbestand American Petroleum Institute (API), USA

Donnerstag, 17.10.2019

  • Arbeitsmarktdaten, USA
  • Rede Fed-Mitglied, USA
  • Rede FOMC-Mitglied, USA

 

Freitag, 18.10 2019

  • Reden FOMC-Mitglieder, USA
  • Baker Hughes Wochenreport (Anzahl aktive US-Bohranlagen)

*Termine ohne Gewähr

 

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Ricarda Altrichter - Autorin

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