Neue Signale zum Handelsstreit vs. knappe Marktlage: Ölpreise und Heizölpreis sinken

21. Mai 2019, Felix Schmidt

Neue Signale zum Handelsstreit: Heizölpreise sinken. 21.05.2019

Aktuell sieht sich der Markt in einem deutlichen Spannungsfeld. Die Versorgungslage wird durch Sanktionen und zahlreiche Lieferschwierigkeiten immer knapper, doch neue Signale zum Handelsstreit zwischen China und den USA belasten die Nachfrageaussichten. Heizöl heute günstiger.

Ölpreisentwicklung – Wichtiges auf einen Blick

  • Markt in deutlicher Backwardation-Position: Das aktuelle Ölangebot knapp
  • Google darf nicht mehr an Huawei liefern: Smartphone-Bann als Zeichen für Zuspitzung im Handelsstreit
     
  • Brent bei 72,24 US-Dollar / ICE-Gasoil bei 645,50 US-Dollar
  • Euro bei 1,1152 US-Dollar
  • Heizölpreis bei 74,43 Euro / 100L


Wesentliche Einflussfaktoren auf die aktuelle Ölpreisentwicklung

  Atomabkommen: Spannungen zwischen dem Iran und den USA verschärfen sich
  Schärfere US-Sanktionen gegen Iran und Venezuela
  EIA-Prognose: Ölpreise werden bis zum 3. Quartal steigen
OPEC+ Kürzungen bis Mitte des Jahres
  China plant erneut Investitionen in die heimische Wirtschaft

Kämpfe in Libyen

Neue Zölle in Handelsstreit China / USA
US-Präsident fordert höhere OPEC-Produktion
US-Schieferölboom zeichnet sich ab
Russland deutet Produktionssteigerung an

Aktuelle Ölpreise an der Londoner Warenterminbörse ICE:

Der Kurs der europäischen Referenzölsorte Brent notierte am Morgen bei 72,24 US-Dollar. Der Vergleichswert von Montag betrug 73,11 US-Dollar, der Schlusspreis wurde bei 71,97 US-Dollar festgesetzt.

ICE Gasoil, der maßgebliche Indikator für den inländischen Heizölpreis, stand am Morgen bei 645,50 US-Dollar. Der Vergleichswert am Montag lag bei 657,25 US-Dollar, der Schlusspreis bei 651,50 US-Dollar.

Heizölpreisentwicklung der letzten 30 Tage Stand: 21.05.2019 // Alle Angaben ohne Gewähr

Alle Angaben ohne Gewähr. Weitere aktuelle Notierungen finden Sie täglich neu auf unserer Heizölpreisseite.
 

Die Preisentwicklung im Überblick

Aus Marktsicht wird das Öl gerade knapp. Auch wenn diese Einschätzung angesichts der riesigen verfügbaren Mengen etwas überzogen scheint, so bestimmt sie doch erheblich das Preisgeschehen. Der Markt befindet sich seit einiger Zeit in einer sehr deutlichen Backwardation-Konstellation. Dies bedeutet, dass das sofort verfügbare Öl auf dem sogenannten Spotmarkt teurer ist als die Futures, die als Termingeschäfte physisches Öl erst in der Zukunft liefern.

Diese Ausrichtung ist einerseits das Ergebnis der Sanktionen gegen Iran und Venezuela, die das Ölangebot auf dem Spotmarkt deutlich verringert haben. Andererseits kämpfen etwa Russland und Ölfirmen in der Nordsee aufgrund von Ausfällen oder Strukturproblemen mit ihrer Liefertreue.

Das punktuelle Naturell dieser Backwardation-Konstellation ist gleichzeitig aber auch ein Hinweis darauf, dass sich die Händler keineswegs sicher sind, wie sich der Ölpreis in (naher) Zukunft entwickeln könnte.

So haben sie gestern mit einem neuen Kapitel im Handelsstreit zwischen China und den USA erneut Futter für die Sorge um eine sich abschwächende Weltkonjunktur erhalten. Laut Dekret wurde dem Digitalgiganten Google verboten, seine Services und Produkte an den chinesischen Smartphone-Hersteller Huawei zu liefern. Dieses Dekret wurde inzwischen zwar erst einmal für 90 Tage ausgesetzt, wie es hieß. Doch wenn es schon einen der modernsten, wachstumsstärksten und globalsten Wirtschaftszweige trifft, so schlussfolgert der Markt richtig, dass sich die Probleme zwischen China und den USA rasant ausweiten könnten.

Damit ist die Hoffnung auf eine Einigung zwar nicht zunichte, doch macht man sich keine Illusionen darüber, dass mit dem Anti-Huawei-Dekret nun eine neue Seite im Handelsstreit aufgeschlagen wurde. Genauso hält der Markt aber an der Einschätzung fest, dass sich die Ölpreise in der zweiten Jahreshälfte weiter nach oben entwickeln werden. Zu zahlreich sind vorerst die Faktoren, die darauf hindeuten.

All diese Einschätzungen haben gestern das Marktgeschehen bestimmt. Genauso, wie die Preise am Montagmorgen zunächst anzogen, fielen sie gegen Abend wieder ab, als die Händler ihre Unsicherheit in Gewinnmitnahmen umsetzten.

Da der Eurokurs kaum Bewegung hatte, zeigt sich der Heizölpreis heute Morgen sichtbar günstiger. Damit wird es umso bedeutender, sich das aktuelle Preisniveau zunutze zu machen und allen weiteren Abwägungen und Marktentwicklungen mit einem vollen Tank aus dem Weg zu gehen.
 

Heizölpreisentwicklung

Eine 3.000 Liter Standard Lieferung kostet aktuell im bundesweiten Durchschnitt rund 74,43 Cent pro Liter Heizöl. Am Montag waren es 75,78 Cent.

Wenn Sie monatliche Zahlungsarten wie den Heizöl-Ratenkauf oder das heiz&SPAR Wärmekonto nutzen wollen, sollten Sie mehr Zeit bis zur Lieferung einplanen. Die Bearbeitungszeit kann durch den Postweg bis zu zwei Wochen in Anspruch nehmen. Ein fixer Liefertermin kann erst nach Freigabe der Finanzierung durch die Bank bzw. Eingang des unterschriebenen Vertrages abgestimmt werden.

Grundsätzlich empfehlen wir Ihnen unseren Service für eine regelmäßige Preisbenachrichtigung zu nutzen oder einen Heizöl-Wunschpreis anzulegen. So können Sie von Preisrückgängen profitieren und günstiger Heizöl bestellen.

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Felix Schmidt – Autor

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