Nur verhaltene Preisänderungen bei Öl und Heizöl: Markt agiert unsicher

28. Oktober 2019, Ricarda Altrichter

Heizölpreis-281019

Der Sturm im Golf von Mexiko hat sich aufgelöst, Kasachstan fördert mehr Öl, Indiens und Chinas Konjunkturzahlen schwächeln: Diese zaghaften Impulse aus verschiedenen Richtungen ließen die Händler vorsichtig agieren. Heizöl ist heute minimal günstiger.

Ölpreisentwicklung – Wichtiges auf einen Blick

  • Chinas Wirtschaft schwächelt deutlich und senkt Ölnachfrage
  • Mehr Öl aus Kasachstan vs. geringere Nachfrage in Indien
  • Chinas Konjunkturzahlen enttäuschen erneut.
  • Baker Hughes Report: 17 aktive US-Ölbohranlagen weniger
  • Brent bei 61,92 US-Dollar / ICE-Gasoil bei 597,50 US-Dollar
  • Euro bei 1,1088 US-Dollar

Heizölpreisentwicklung

•             Heizölpreis bei 68,93 Euro / 100L

Eine 3.000 Liter Standard-Lieferung kostet aktuell im bundesweiten Durchschnitt rund 68,93 Cent pro Liter Heizöl. Am Freitag lag der Heizölpreis bei 69,05 Cent pro Liter Heizöl.

Wesentliche Einflussfaktoren auf die aktuelle Ölpreisentwicklung

Lage im Nahen Osten

OPEC- und EIA-Monatsberichte

 

Abschluss des Handelsstreits zwischen USA und China steht aus

 

IEA-Monatsbericht

Waffenruhe für Nordsyrien

 

 Aktuelle Ölpreise an der Londoner Warenterminbörse ICE:

Der Kurs der europäischen Referenzölsorte Brent notierte am Morgen bei 61,92 US-Dollar. Der Vergleichswert von Freitag betrug 61,34 US-Dollar, der Schlusspreis wurde bei 61,69 US-Dollar festgesetzt.

ICE Gasoil, der maßgebliche Indikator für den inländischen Heizölpreis, stand am Morgen bei 597,50 US-Dollar. Der Vergleichswert am Freitag lag bei 598,25 US-Dollar, der Schlusspreis bei 597,75 US-Dollar.

Heizölpreisentwicklung der letzten 30 Tage Stand: 28.10.2019 // Alle Angaben ohne Gewähr

Alle Angaben ohne Gewähr. Weitere aktuelle Notierungen finden Sie täglich neu auf unserer Heizölpreisseite.

 

Die Preisentwicklung im Überblick

Heute erleben wir eine fast gleiche Marktkonstellation wie noch vor einer Woche: Hatte sich der Markt vor dem Wochenende noch intensiv mit einem Tropensturm im Golf von Mexiko beschäftigt, löste sich das Interesse zum Wochenstart parallel zum Unwetter auf. Dies machte Platz für zahlreiche Mini-Meldungen, die das Bild für den Markt jedoch nicht aufklarten, sondern eher Signale setzten, die zum vorsichtigen Agieren aufriefen.

 

Zum einen fördert Kasachstan so viel Öl wie nie. Das Land ist zwar Teil des OPEC-Abkommens, sieht die Förderkürzungen aber nicht als tägliche Messlatte, sondern als Durchschnittswert für die gesamte Laufzeit. Andererseits meldete Indien eine sichtbar geringere Verarbeitungsquote von Rohöl. Indien ist ein Wachstumsland und damit für den Markt als Indikator sehr interessant. Das geringe Binneninteresse und die geringere Verarbeitungsquote deuten auch hier auf Auswirkungen aus dem Handelsstreit hin. Ähnlich ergeht es China, das natürlich im Zentrum des Streits steht. Hier wurden abermals schwächelnde Konjunkturdaten veröffentlicht.

 

Umso interessanter ist, dass die amerikanische Ölindustrie weiterhin ihre Muskeln spielen lässt und (zumindest nach Aussagen des Energieministers Perry) immer mehr Rohstoff für den Markt produziert – Tendenz nach oben. Diese Aussage wird nicht nur von vielen Analysten bezweifelt, sondern auch vom dieswöchigen Baker Hughes Report zur Anzahl aktiver explorativer Ölplattformen konterkariert.

 

Die Gesamtzahl ist um ganze 17 Anlagen gefallen, was darauf hindeutet, dass das Expansionsstreben der Ölunternehmen immer weiter abnimmt. Denn die Kurve geht seit Monaten beständig nach unten.

 

Tatsache ist und bleibt jedoch, dass das Ölangebot die Nachfrage erst einmal weiterhin übersteigt – und die USA sind maßgeblich an dieser Entwicklung beteiligt. Selbst wenn man die etwas höhere Nachfrage in den Wintermonaten einberechnet, bleiben die pessimistischen Prognosen der großen Monatsberichte für das Jahr 2020 erst einmal bestehen.

 

Dennoch bleibt der Markt in seiner vorsichtigen Abwartehaltung und gibt den Ölpreisen auch heute Morgen keine deutliche Richtung. Die Notierungen pendeln. Im Zusammenspiel mit dem Eurokurs ergibt sich auch heute wieder ein moderates Niveau beim Heizölpreis, das Kunden schnell für sich nutzen sollten, um sich von allen weiteren Entwicklungen unabhängig zu machen.

 

Entwicklung Eurokurs

Zum Tagesstart kostete der Euro 1,1088 US-Dollar, am Freitag waren es 1,1105 US-Dollar. Der Referenzpreis der EZB für Freitag wurde bei 1,1107 US-Dollar festgesetzt.

 

In dieser Woche werden Neuigkeiten vom Brexit erwartet. Die Frage ist, ob es in Großbritannien zu Neuwahlen kommt und ob die EU einer Verlängerung der Austrittsfrist zustimmt.  Denn eigentlich soll Großbritannien am Donnerstag aus der EU austreten. Gleichzeitig beobachten die Händler den Machtwechsel in Argentinien, wo sich das politische Verhältnis von konservativ zu links verschoben hat.

 

Derlei Abwarten drückt sich stehts in einer stärkeren Seitwärtsbewegung der fokussierten Währung aus. Je nach Ausgang bestimmter Ereignisse – in diesem Fall neue Brexit-Entscheide – dürfte im Laufe der Woche wieder deutlich mehr Bewegung in die Kurse kommen.

Die Handelswoche im Überblick

Für die Euro- oder Ölpreisentwicklung möglicherweise einflussreiche Wirtschaftsdaten der Woche im Überblick*:

Montag, 28.10.2019

  • Chicago Fed nationaler Aktivitätsindex, USA
  • Rede EZB Präsident Draghi, Eurozone

Dienstag, 29.10.2019

  • Immobilienmarktdaten, USA
  • Wöchentlicher Rohöllagerbestand American Petroleum Institute (API), USA

Mittwoch, 30.10.2019

  • Konjunkturklimaindizes, Eurozone
  • Verbraucherpreisindex, Deutschland
  • Konsumdaten, USA
  • BIP, USA
  • Fed Zinssatzentscheidung, USA
  • EIA Rohöl-Lagerbestand, USA

Donnerstag, 31.10.2019

  • Stichtag Brexit
  • Rede EZB Mitglied, Eurozone
  • BIP, Eurozone
  • Arbeitsmarktdaten, USA

Freitag, 01.11.2019

  • Arbeitsmarktdaten, USA
  • Markit PMI Herstellung, USA
  • ISM-Kennzahlen, USA
  • Baker Hughes Wochenreport (Anzahl aktive US-Bohranlagen)

*Termine ohne Gewähr

 

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Ricarda Altrichter - Autorin

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