Öl-Kurse zum Wochenstart fester – Euro wieder leicht erholt

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Trotz geringer News-Impulse sind die Ölpreise heute Morgen gestiegen. Allerdings ist zurzeit noch nicht ersichtlich, in welche Richtung sie sich weiter entwickeln. Der Euro drehte ebenfalls ins Plus.

Ölpreisentwicklung

Fast scheint es so, als wäre der Markt zum Wochenstart zu dem Schluss gekommen, dass die Reaktionen der vergangenen Woche auf den DOE-Bericht zu US-Ölbeständen etwas übertrieben waren. Denn trotz einer erneut gestiegenen Anzahl an US-Ölplattformen laut Baker Hughes-Report notieren die Ölpreise heute Morgen sichtbar fester als vor dem Wochenende.

Definitive Begründungen in Form von knallharten News gibt es dafür nicht, außer dass Saudi-Arabien nicht müde wird, den Erfolg des verlängerten OPEC-Deals öffentlich zu unterstreichen.

Aktuelle Ölpreise an der Londoner Warenterminbörse ICE:

Der europäischen Ölpreis Brent notiert aktuell bei 48,17 US-Dollar und damit knapp über dem schon gestiegenen Schlusspreis von Freitag (48,15 US-Dollar). Zum Vergleich: Am Donnerstag war der Schlusspreis auf 47,86 US-Dollar abgerutscht.

ICE Gasoil, der maßgebliche Indikator für den inländischen Heizölpreis, ist ebenfalls gestiegen und liegt momentan bei 427,75 US-Dollar. Das ist zwar keine wesentliche Veränderung gegenüber dem Schlusspreis von Freitag (427,00 US-Dollar), jedoch deutlich über dem Donnerstagswert von 421,25 US-Dollar.

Definitive Gründe für den Kurswechsel gibt es aus Beobachtersicht kaum. Allerdings scheint sich der Markt von seinem DOE-Schock der vergangenen Woche erholt zu haben und die eigenen heftigen Reaktionen darauf zu revidieren. Nachdem der DOE-Bericht für die US-Ölbestände deutliche Bestandsaufbauten verkündet hatte, fielen die Ölpreise auf ein Jahrestief.

Da es von den anderen Schauplätzen, die sonst für Bewegung am Ölmarkt sorgen, nichts Neues zu berichten gab, schossen sich die Trader voll und ganz auf diese Zahlen ein – vielleicht etwas hysterisch.

Dieser Verdacht kommt zumindest auf, wenn die Reaktionen auf den Baker Hughes-Report von Freitag, der die Anzahl aktiver US-Ölbohranlagen festhält, praktisch Null sind. Der Report hat zum 21. Mal in Folge einen Anstieg festgehalten.

Die Ölpreisentwicklung der vergangenen Tage, Wochen und Monate finden Sie auf unserer Heizölpreisseite.

Neue Spannungen mit Katar

Die Isolierung Katars durch andere Golfstaaten wegen des Verdachts auf Unterstützung von Terrorvereinigungen zeigte sich zum Wochenende in einem deutlichen Fakt: Der Staat lenkte zwei Gastanker um, die sonst den von Ägypten kontrollierten Suez Kanal durchfahren.

Der kleine Golfstaat ist der weltweit größte Exporteur von Flüssiggas (LNG) und wollte offenbar mit diesem Schritt ein Zeichen setzen: Während verhängte Handelsembargos Katar deutlich zusetzen, gilt dies indes nicht für Gaslieferungen.

Mit der Umleitung könnte Katar erstens deutlich machen wollen, dass es nicht bereit ist, die „Nutzungsgebühren“ für den Suez Kanal zu zahlen, von denen Ägypten wirtschaftlich stark profitiert und zu denen Katar ansonsten einen großen Teil beiträgt.

Zweitens kann dieser Schritt als Signal interpretiert werden, dass Katar durchaus Möglichkeiten hat, die globale Versorgung mit Gas ins Stocken zu bringen – sei es durch erhöhte Transportkosten, die auf den Preis umgelegt werden, sei es durch längere Lieferzeiten.

Allerdings sind alle Beteiligten zumindest beim Thema Gas um Entspannung bemüht – schließlich sind auch die Golfstaaten von den Gaslieferungen abhängig. Dennoch ist dieser Schritt ein Warnzeichen dafür, dass sich der Konflikt am Golf zuspitzen könnte.

Auch der Markt blieb offenbar bisher gelassen, schließlich gibt es momentan sowieso ein Überangebot in allen Produktsparten.

Saudi-Arabien bekräftigt Wirkung des OPEC-Deals

Aus Beobachtersicht war es klar, dass ein wichtiger OPEC-Vertreter in nachrichtenarmen Zeiten einmal mehr mit einem positiven Statement zum verlängerten OPEC-Deal die Aufmerksamkeit auf die Bemühungen des Ölkartells lenken will.

So ließ es sich der saudische Ölminister nicht nehmen, noch einmal zu bekräftigen, dass der OPEC-Deal in den nächsten Monaten definitiv Auswirkungen auf die globalen Ölbestände haben wird. Außerdem sei das Kartell durchaus bereit, Anpassungen vorzunehmen, sollte dies nötig werden.

Der Zeitpunkt ist aus PR-Sicht wieder einmal klug gewählt, denn morgen werden Zahlen aus dem aktuellen Monatsbericht der OPEC erst einmal zeigen, dass die Produktion im Mai gestiegen ist – vor allem wegen Ländern wie Libyen und Nigeria.

Die Handelswoche im Überblick

Für die Euro- oder Ölpreisentwicklung möglicherweise einflussreiche Wirtschaftsdaten der Woche im Überblick*:

Dienstag, 13.06.2017

  • Konjunkturerwartungen, Eurozone
  • Erzeugerpreisindex USA
  • Wöchentlicher Rohöllagerbestand American Petroleum Institute (API), USA

Mittwoch, 14.06.2017

  • Industrieproduktion, Eurozone
  • Fed-Zinssatzentscheidung, USA
  • Wöchentlicher Report EIA Rohöl Lagerbestand, USA

Donnerstag, 15.06.2017

  • Handelsbilanz, Eurozone

Freitag, 16.06.2017

  • Baker Hughes Wochenreport (Anzahl aktive US-Bohranlagen)
  • Preisindizes, Eurozone

*Termine ohne Gewähr

Entwicklung Eurokurs

Der Euro notiert aktuell bei 1,1213 US-Dollar und damit über dem Referenzkurs der Europäischen Zentralbank von Freitag (1,1176 US-Dollar).

Allerdings scheint dieser Kurswechsel eher aus der allgemeinen Marktstimmung zu resultieren, denn auch für die Devisenmärkte wichtige News gibt es aktuell kaum. Interessant dürfte es spätestens zur Wochenmitte werden, wenn die amerikanische Notenbank Fed ihre neueste Zinssatzentscheidung bekannt gibt.

Heizölpreisentwicklung

Rein rechnerisch hebt ein gestiegener Eurokurs die leicht gestiegenen Ölpreise auf, sodass sich kaum Änderungen bei den Heizölpreisen ergeben. Dennoch kostet eine 3.000 Liter Standard Lieferung aktuell im bundesweiten Durchschnitt rund 52,70 Cent pro Liter Heizöl. Am Freitag waren es 52,40 Cent. Die Stimmungswende ist also auch hier sichtbar.

Es ist weiterhin unmöglich, eine definitive Aussage zur Preisentwicklung auf den Märkten zu treffen. Aktuell scheint es aber so, dass der DOE-induzierte Pessimismus langsam einem vorsichtigen Optimismus weicht – der natürlich Preissteigerungen nach sich ziehen würde.

Darum ist es ratsam, sich jetzt für den Heizölkauf zu entscheiden – insbesondere bei einem fast leeren Tank. Darf man der OPEC Glauben schenken, sollte die Preisrallye aufgrund gesunkener Ölbestände demnächst beginnen. Wenn Sie jetzt kaufen, kann Ihnen das aber gleichgültig sein und Sie sichern sich eine sehr gutes Preisniveau.

Wenn Sie monatliche Zahlungsarten wie den Heizöl-Ratenkauf oder das heiz&SPAR Wärmekonto nutzen wollen, sollten Sie mehr Zeit bis zur Lieferung einplanen. Die Bearbeitungszeit kann durch den Postweg bis zu zwei Wochen in Anspruch nehmen. Ein fixer Liefertermin kann erst nach Freigabe der Finanzierung durch die Bank bzw. Eingang des unterschriebenen Vertrages abgestimmt werden.

Grundsätzlich empfehlen wir Ihnen unseren Service für eine regelmäßige Preisbenachrichtigung zu nutzen oder einen Heizöl-Wunschpreis anzulegen. So können Sie von Preisrückgängen profitieren und günstiger Heizöl bestellen.

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