Öl sichtbar teurer, Euro deutlich schwächer: Heizölpreise ziehen an

Heizoelpreise steigen 140917

Heute Morgen kommen alle Faktoren zusammen, die sich inländische Heizölkäufer nicht wünschen: Der Euro hat nach US-Konjunkturdaten deutlich nachgelassen, die Ölpreise sind nach dem IEA-Monatsbericht und dem DOE-Wochenbericht gestiegen.

Ölpreisentwicklung

Ein einzelner Wert oder Faktor gab gestern nicht den Ausschlag für die Preissprünge an den Ölbörsen. Vielmehr kamen mehrere Ausgangslagen zusammen, die in der Summe für die deutlichen Preisentwicklungen gesorgt haben.

Erstes Signal ging vom Monatsbericht der International Energy Agency (IEA) aus, die in ihrem Monatsbericht den Markt 2017 knapper einschätzt, als bisher angenommen. Zweites Signal kam vom Wochenbericht des Departement of Energy (DOE), der zwar Sturm-verzerrt ist, dessen Daten jedoch ein anderes Bild über die Lage nach den Stürmen zeichnen, als bisher angenommen.

Das dritte Signal kam gestern von technischen Käufen, die den Preissprung besonders begünstigten und das vierte Signal (zumindest in Europa) ist der schwächere Eurokurs, der momentan wieder unter 1,19 US-Dollar steht.

Aktuelle Ölpreise an der Londoner Warenterminbörse ICE:

Der europäischen Ölpreis Brent notierte am Morgen bei 54,99 US-Dollar. Hier ist die Veränderung gegenüber gestern Morgen mit rund 80 Cent noch überschaubar. Der Schlusspreis für Mittwoch betrug aber bereits 54,2 US-Dollar.

Wieder einmal zeigt sich die Veränderung bei ICE Gasoil, dem maßgeblichen Indikator für den inländischen Heizölpreis, am deutlichsten. Zumal dieser Wert gestern auch mit am intensivsten von den Kurssprüngen betroffen war: Er notierte am Morgen bei 524,50 US-Dollar. Das sind bereits knapp 10 Dollar mehr als der gestrige Tagesstart. Der Schlusspreis für Mittwoch lag aber wie bei den anderen Werten noch höher bei 526,25 US-Dollar.

Die aktuellen Notierungen finden Sie täglich auf unserer Heizölpreisseite.

Wenn man auf den Ölmärkten von einer „perfekt ungünstigen“ Ausgangslage für inländische Heizölkäufer sprechen kann, dann ist das heute Morgen der Fall. Denn die Einzelereignisse gestern hätten den Preis vielleicht nicht so deutlich angehoben, in der Summe hatten sie aber einen sehr sichtbaren Effekt.

DOE-Bericht korrigiert Annahmen zur US-Ölsituation nach Harvey

Auch wenn der wöchentliche Bericht des Department of Energy (DOE) zu US-Ölbeständen genauso von den Sturmereignissen der vergangenen Wochen verzerrt ist wie der vorherige API-Bericht, lösten die DOE-Zahlen diese Woche dennoch Reaktionen aus – ganz im Gegensatz zum API-Bericht.

Laut DOE nahmen die Benzinvorräte noch weitaus deutlicher ab als von API berichtetet, die Aufbauten bei Rohöl seien hingegen nicht ganz so stark ausgefallen. Wichtigster Faktor für den Markt ist aber die Raffinerieauslastung, die laut DOE in der Berichtswoche abnahm.

Eigentlich sollten viele Raffinerien nach Hurricane Harvey wieder unter Volllast fahren, was anscheinend nicht ganz der Fall ist. Weniger Raffinerien heißt weniger Verarbeitung zu Ölprodukten. Und gerade diese haben ja so deutlich abgenommen, dass hier durchaus eine Lücke zwischen Angebot und Nachfrage entstehen könnte.

Allein diese Annahme reichte gestern wohl aus, um gerade die Produktpreise an den Börsen, zu denen auch ICE Gasoil gehört, anziehen zu lassen.

IEA-Monatsbericht schätzt Marktlage knapper ein

Der zweite Preisfaktor des gestrigen Tages kam in Form des Monatsberichts der International Energy Agency (IEA) daher. Dieser Bericht wird häufig sehr intensiv gelesen und gilt als einflussreich, weil die Datenlage gut, die Reputation der Agency relativ neutral und die Aussagen relativ frei von Eigeninteressen sind.

Laut IEA müssen man die Nachfrage für den Rest von 2017 auf jeden Fall nach oben korrigieren – und zwar um 0,1 Mio. Barrel pro Tag. Das klingt erst einmal nicht viel, ist aber erstens als Prognosewert seitens der IEA enorm und dürfte sich zweitens auch deutlich auf das globale Ölangebot auswirken – solange sich die OPEC-Deal-Länder an ihre Kürzungsquoten halten.

Diese seien laut IEA im August gerade von den Nicht-OPEC-Mitgliedern im Deal zu 100 Prozent erfüllt worden, die OPEC-Nationen hätten sich mit 82 Prozent ebenfalls deutlicher an die Vorgaben gehalten. Das hätte dazu geführt, dass das globale Ölangebot momentan schon wesentlich knapper sei, als es noch in der ersten Jahreshälfte der Fall war.

Insgesamt könnte sich gen Jahresende also die Preisstabilisierung einstellen, von der die OPEC bereits seit Jahresanfang träumte. Aber auch hier muss wieder festgehalten werden: Prognosen sind noch längst keine Tatsachen, auch wenn sich immer mehr Berichte und Analysten mit unterschiedlichen Ausgangslagen immer mehr in die selbe Stoßrichtung begeben.

Entwicklung Eurokurs

Der Eurokurs war gestern dritter wichtiger Faktor des Preissprungs. Er rutschte unter die 1,19 US-Dollar Marke und notierte heute Morgen bei 1,1890 US-Dollar. Der Referenzpreis der EZB für Mittwoch lag noch bei 1,1979 US-Dollar.

Grund für das Absacken: Der Dollar hat gestern zu einem Höhenflug angesetzt, nachdem Daten zu den Herstellerpreisen aus den USA ein günstiges Bild der amerikanischen Wirtschaft zeichneten. Diese Preise sind in der Interpretation eng mit der Inflationsrate verknüpft, die wiederum die Basis für die Geldpolitik der US-Notenbank Fed bildet. Das gilt noch mehr für die Konsumentenpreise, die heute noch veröffentlicht werden.

Heizölpreisentwicklung

Es gibt an der Ausgangslage leider nichts zu interpretieren: Die inländischen Heizölpreise können heute gar nicht anders als ansteigen: Eine 3.000 Liter Standard Lieferung kostet aktuell im bundesweiten Durchschnitt rund 57,51 Cent pro Liter Heizöl. Am Mittwoch waren es noch 56,34 Cent.

Auch wenn wir Ihnen gern andere Nachrichten überbracht hätten, so ist der Heizölkauf zu diesem Zeitpunkt dennoch eine kluge Idee: Denn momentan stehen die Anzeichen eher darauf, dass es noch weiter nach oben gehen könnte.

Gerade der Euro muss im Auge behalten werden, die beginnende Herbstnachfrage in Europa spielt ebenfalls eine wichtige Rolle. Deshalb machen Sie sich mit dem baldigen Heizölkauf unabhängig von der Entwicklung und sichern sich ein immer noch moderates Preisniveau.

Wenn Sie monatliche Zahlungsarten wie den Heizöl-Ratenkauf oder das heiz&SPAR Wärmekonto nutzen wollen, sollten Sie mehr Zeit bis zur Lieferung einplanen. Die Bearbeitungszeit kann durch den Postweg bis zu zwei Wochen in Anspruch nehmen. Ein fixer Liefertermin kann erst nach Freigabe der Finanzierung durch die Bank bzw. Eingang des unterschriebenen Vertrages abgestimmt werden.

Grundsätzlich empfehlen wir Ihnen unseren Service für eine regelmäßige Preisbenachrichtigung zu nutzen oder einen Heizöl-Wunschpreis anzulegen. So können Sie von Preisrückgängen profitieren und günstiger Heizöl bestellen.

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