Trotz preissteigernder Signale reagiert Markt verhalten: Heizöl heute günstiger

30. Oktober 2019, Ricarda Altrichter

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Überraschende US-Bestandsabbauten laut API und eine mögliche Richtungseinigung im Handelsstreit gaben gestern preissteigernde Signale in den Markt, wurden aber kaum aufgegriffen. Händler verließen sich eher auf technische Verkaufsimpulse.
Heizöl ist heute günstiger.

Ölpreisentwicklung – Wichtiges auf einen Blick

  • USA und China sollen sich auf Richtung im Handelsstreit geeinigt haben
  • API: Bestandsabbauten auf breiter Linie
  • Saudi-Arabien angeblich bereit zu weiteren Kürzungen
  • Trump will militärische Präsenz an nordsyrischen Ölfeldern zeigen – Kritik von Iran und Russland
  • Devisenmarkt: Ja zu UK-Neuwahlen stärkt Euro
  • Brent bei 61,38 US-Dollar / ICE-Gasoil bei 588,50 US-Dollar
  • Euro bei 1,1114 US-Dollar

Heizölpreisentwicklung

•             Heizölpreis bei 67,72 Euro / 100L

Eine 3.000 Liter Standard-Lieferung kostet aktuell im bundesweiten Durchschnitt rund 67,72 Cent pro Liter Heizöl. Am Dienstag lag der Heizölpreis bei 67,91 Cent pro Liter Heizöl.

Wesentliche Einflussfaktoren auf die aktuelle Ölpreisentwicklung

Lage im Nahen Osten

OPEC- und EIA-Monatsberichte

 

Abschluss des Handelsstreits zwischen USA und China steht aus

 

IEA-Monatsbericht

Waffenruhe für Nordsyrien

 

 Aktuelle Ölpreise an der Londoner Warenterminbörse ICE:

 

Der Kurs der europäischen Referenzölsorte Brent notierte am Morgen bei 61,38 US-Dollar. Der Vergleichswert von Dienstag betrug 61,31 US-Dollar, der Schlusspreis wurde bei 61,25 US-Dollar festgesetzt.

ICE Gasoil, der maßgebliche Indikator für den inländischen Heizölpreis, stand am Morgen bei 588,50 US-Dollar. Der Vergleichswert am Dienstag lag bei 591,00 US-Dollar, der Schlusspreis bei 591,25 US-Dollar.

Heizölpreisentwicklung der letzten 30 Tage Stand: 30.10.2019 // Alle Angaben ohne Gewähr

Alle Angaben ohne Gewähr. Weitere aktuelle Notierungen finden Sie täglich neu auf unserer Heizölpreisseite.

 

Die Preisentwicklung im Überblick

Immernoch verbleiben die Ölpreise in ihrer engen Spanne und spiegeln damit die Unsicherheit des Marktes in Bezug auf das mittelfristige Investitionsverhalten wider. Das wurde gestern schon deswegen besonders deutlich, weil es trotz zahlreicher preissteigernder Signale eher technische Faktoren waren, die das Verhalten bestimmten. „Technisch“ meint in der Börsensprache mathematische Bedingungen und Berechnungen, die sich aus den markteigenen Mechanismen ergeben. Diese Faktoren animierten eher zum Verkauf als zum Kauf, was die unentschiedenen Preise heute Morgen erklärt.

 

Einerseits gab US-Chefberater Kushner an, dass sich China und die USA in den Verhandlungen zum Handelsstreit auf eine Richtung geeinigt hätten. Das ist zwar besser als nichts, aber der Markt besteht darauf, dass erst eine definitive Unterschrift unter einem Handelsabkommen eine Reaktion sinnvoll macht.

 

US-Präsident Trump hat unterdessen Pläne bekannt gegeben, nach denen die zuvor aus Nordsyrien abgezogene US-Militärpräsenz in die Region zurückkehren soll, um die dort vorhanden Ölfelder vor dem Zugriff des IS zu schützen. Iran und Russland verurteilten dieses Vorgehen am Rande eines Treffens mit dem türkischen Präsidenten in Genf als „illegal“. Denn laut internationalen Einschätzungen ginge es nicht um Schutz, sondern um eine Vereinnahmung der Ressourcen eines souveränen Staates.

 

Diese Einschätzung folgte auf den damit verbundenen Vorschlag Trumps, dass US-Ölunternehmen die syrischen Ölfelder betreiben sollten – was für Iran, Russland und die Türkei klar nach wirtschaftlichem Interesse klingt.

 

Die US-Ölbestände sind laut API in dieser Woche überraschend und auf breiter Linie gefallen. Doch weil es an nachvollziehbaren Gründen fehlt, verlegte sich der Markt darauf, die breiter gestreuten Zahlen des Department of Energy von heute Nachmittag abzuwarten.

 

Praktisch keinen Einfluss hatte eine Aussage des nigerianischen Ölministers, nach der Saudi-Arabien zu weiteren Förderkürzungen bereit sei. Dies überrascht niemanden und die Quelle als Drittpartei wirkt erst einmal auch nicht tragfähig genug.

 

Handfestes gab es vom Devisenmarkt. Das britische Parlament hat vorgezogenen Neuwahlen zugestimmt und damit erstmals seit Monaten einen Weg aus der Brexit-Pattsituation eingeschlagen. Das Pfund und der Euro profitierten und gaben der Preisbildung bei Heizöl für inländische Käufer heute Morgen einen freundlichen Dreh.

 

Insgesamt ist der Heizölpreis weiter auf einem Niveau, das sich Heizölkunden schnell zunutze machen sollten. Denn vorsichtige preissteigernde Signale sind zwar noch lange keine Trendwende, doch ihre Häufung ruft häufig immer wieder Spekulanten auf den Plan, die die Preiskurve deutlich nach oben verschieben können.

 

Entwicklung Eurokurs

Zum Tagesstart kostete der Euro 1,1091 US-Dollar, am Dienstag waren es 1,1091 US-Dollar. Der Referenzpreis der EZB für Dienstag wurde bei 1,1095 US-Dollar festgesetzt.

 

Mit möglichen Neuwahlen im Dezember hat das britische Parlament aus Sicht des Marktes entscheidende Fortschritte im Brexit-Chaos gemacht. Dies stabilisierte nicht nur das Pfund, sondern auch den Euro. Nun ist natürlich die Frage, wie die Wahl im Dezember ausgehen und was das für die Europäische Union heißen könnte. Erst einmal dominiert jedoch Erleichterung darüber, endlich überhaupt eine Richtung eingeschlagen zu haben, die mehr oder minder von allen Parteien getragen wird.

 

Im Detail: Einflussfaktoren am Markt und in der Politik

 

  • API: Breiter Bestandsabbau ohne klare Begründung

API-Bericht-US-Ölmarkt-Kalenderwoche-44-301019 // Alle Angaben ohne Gewähr

Mit den überraschenden Abbauten bei Rohöl laut API hatte der Markt in dieser Woche nicht gerechnet. Allerdings ist die Menge gering und wird gleichzeitig von Bestandsaufbauten im größten US-Umschlaglager in Cushing, Oklahoma aufgewogen.

 

Aktuell erklärt sich der Markt das Gesamtbild der Statistik mit einer höheren Raffinerieauslastung und stärkeren Exporten. Stärkere Exporte hieße angesichts der Binnennachfrageentwicklung der vergangenen Woche aber auch, dass der inländische Markt weiterhin von sinkendem Interesse belastet ist.

 

Diese Spekulationen werden sich erst heute Nachmittag auflösen, wenn das Department of Energy seinen Wochenbericht vorlegt und darin handfeste Zahlen zur Förderung, Nachfrage, Export- und Importquote sowie zu den tatsächlichen Bestandsveränderungen veröffentlicht.

 

 

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Ricarda Altrichter - Autorin

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