Ölpreis-Anstieg verliert an Dynamik

9. August 2016

Heizoelpreis steigt 090816

Die Aufwärtsbewegung der Ölpreise hat sich im gestrigen Tagesverlauf fortgesetzt, verliert aber zunehmend an Dynamik. Gerüchte über Gespräche großer Produzenten zur Beschränkung der Fördermengen stützen noch das Preisniveau. Die Heizölpreise werden gegenüber gestern Nachmittag nur noch geringfügig steigen.

Ölpreisentwicklung

Nachdem die Ölpreise im Juli um fast 20 Prozent gesunken sind, setzte seit Beginn des Augusts eine Gegenbewegung ein. Diese verliert nun aber zunehmend an Dynamik, da es insgesamt nur sehr wenige Faktoren gibt, die für eine Fortsetzung des Anstieges sprechen würden.

Aktuelle Ölpreise an der Londoner Warenterminbörse ICE:

Der europäische Ölpreis-Index Brent ging gestern Abend mit 45,39 US-Dollar je Barrel aus dem Handel. Heute Morgen gab der Ölpreis Brent aber bereits wieder nach und liegt derzeit bei 44,89 US-Dollar je Barrel.

ICE Gasoil, der maßgebliche Indikator für den inländischen Heizölpreis, wird derzeit bei rund 384 US-Dollar je Tonne notiert. Das sind etwa 30 US-Dollar mehr als noch vor einer Woche.

Aktuell werden die Ölpreise vor allem durch Gerüchte gestützt, dass große Produzenten einen neuen Anlauf starten könnten, die Ölpreisentwicklung durch eine koordinierte Produktionsbegrenzung zu beeinflussen.

Bereits im April sollte eine Begrenzung der Förderung beschlossen werden, was aber scheiterte und zu einem gewissen Vertrauensverlust gegenüber der OPEC führte. Diese war maßgeblich an der Planung und Kommunikation beteiligt, wurde dann aber auch für das Scheitern verantwortlich gemacht, da sich die Kartell-Mitglieder nicht auf einen gemeinsamen Weg einigen konnten.

Insofern wird am Ölmarkt auch dieses Mal nicht mit der Einigung auf eine Produktionsbegrenzung gerechnet. Dennoch sorgen alleine die Spekulationen für eine gewisse Vorsicht bei den Marktteilnehmern. Es wird weniger auf fallende Ölpreise spekuliert, um bis zum Erhalt weiterer Informationen größere Risiken zu vermeiden.

Grundsätzlich sprechen mehrere Faktoren für einen erneuten Preisrückgang. Analysten gehen davon aus, dass es im zweiten Halbjahr zu einer deutlichen Überversorgung im Rohölbereich kommen wird.

Die globale Ölnachfrage sinkt ohnehin saisonal bedingt. Die Nachfrage der Raffinerien könnte zusätzlich abnehmen. Wartungsintervalle werden verlängert, da durch die momentan vorherrschende Überversorgung im Produktbereich kaum Gewinne eingefahren werden können.

In dieser Woche werden wie immer die amerikanischen Ölbestandsdaten für frische Impulse in die eine oder andere Richtung sorgen können. Da man allgemein mit Abbauten bei den Beständen rechnet, könnten Aufbauten eine Abwärtsbewegung der Ölpreise begünstigen.

Daneben stehen die Monatsreports der wichtigen Institutionen am Ölmarkt an. Den Anfang macht heute Abend der EIA Bericht (Energy Information Administration, Amt für Energiestatistik im Energieministerium der Vereinigten Staaten). Am Mittwoch folgt der Monatsbericht der OPEC und am Donnerstag folgt der Bericht der IEA (International Energy Agency).

Entwicklung Eurokurs

Vor dem Wochenende hat der US-Dollar hat durch sehr positive Daten vom US-Arbeitsmarkt deutlichen Auftrieb bekommen, was den Euro im Gegenzug belastet. Der Eurokurs ist knapp unter 1,11 US-Dollar gefallen und hält sich dort in einem impulsarmen Handel am Devisenmarkt.

Da Öl grundsätzlich in US-Dollar gehandelt wird, bedeutet ein sinkender Eurokurs, dass die Importe für den Euroraum teurer werden.

Heizölpreisentwicklung

Der Heizölpreis für eine 3.000 Liter Standard Heizöl-Lieferung liegt heute Morgen im bundesweiten Durchschnitt bei rund 48 Cent Euro pro Liter Heizöl

Der Heizölpreis ist damit seit Mitte der letzten Woche um über drei Cent gestiegen. Aktuell ist nicht sicher, ob die Heizölpreise kurzfristig weiter steigen oder das aktuell Niveau halten können. 

Mittelfristig sehen wir durchaus noch Potenzial für sinkende Preise, falls sich die derzeitigen Rahmenbedingungen nicht ändern.

Unsere Empfehlung lautet daher: Wer sicher gehen will, sollte jetzt bereits Heizöl kaufen. Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum kann man beim Kauf einer Menge von 1.000 Litern Heizöl immerhin noch etwa 100 Euro sparen.

Wir empfehlen Ihnen in jedem Fall, unseren Service für eine regelmäßige Preisbenachrichtigung zu nutzen oder einen Wunschpreis anzulegen. So können Sie von Preisrückgängen profitieren und günstiger Heizöl bestellen.