Ölpreis auf niedrigstem Stand seit April

28. Juli 2016

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Die offiziellen Zahlen zu den US-Ölbeständen wiesen überraschend Aufbauten aus. Der Ölpreis verzeichnete daraufhin einen erneuten Einbruch. So günstig wie heute Morgen war Rohöl zuletzt Anfang April. Der Heizölpreis sinkt ebenfalls weiter und erreicht heute ein neues 3-Monatstief.

Ölpreisentwicklung

Gestern Nachmittag veröffentlichte das US-Energieministerium die offiziellen Zahlen der Ölbestandsveränderung in den USA für die vergangene Woche. Diese widersprachen deutlich den bisherigen Erwartungen der Marktteilnehmer.

Die Bestandsdaten sind diese Woche eindeutig bearish zu interpretieren. Das bedeutet, dass sie für einen fallenden Kurs sprechen.

Aktuelle Ölpreise an der Londoner Warenterminbörse ICE:

Der europäische Ölpreis-Index Brent wird heute Morgen für rund 43,30 US-Dollar je Barrel gehandelt. Allein innerhalb der letzten zwei Wochen ist der Ölpreis um rund zehn Prozent gefallen und erreicht damit heute Morgen den niedrigsten Stand seit Anfang April.

ICE Gasoil, der maßgebliche Indikator für den inländischen Heizölpreis, wird derzeit für rund 378 US-Dollar je Barrel gehandelt, was ebenfalls einem neuen 3-Monatstief entspricht.

Nachdem die offiziellen Öl-Bestandsdaten gestern überraschenderweise einen Anstieg der Rohöl-Bestände auswiesen, geriet der Ölpreis stark unter Druck.

Trotz geringer Margen ging man in der vergangenen Woche davon aus, dass die Raffinerieauslastung weiterhin hoch bleiben würde. Die Auslastung nahm jedoch ab und infolgedessen wurde weniger Rohöl verbraucht und die Bestände nahmen zu.

Auch für Benzin wurden trotz sinkender Produktion unerwartet Bestandsaufbauten verzeichnet. Da die Benzin-Nachfrage in den Sommermonaten in der Regel höher ist, wirkt sich dieser Umstand derzeit besonders belastend für die Ölpreise aus.

Die Daten der US-Ölbestandsveränderungen werden am Markt als ein wichtiger Indikator für die Entwicklung der Nachfrage angesehen, weil die USA immer noch der größte Öl-Importeur sind. Durch sinkende US-Ölbestände wird der Ölpreis in der Regel gestützt, insbesondere in dieser Jahreszeit. Aktuell ist allerdings genau das Gegenteil der Fall, was die Ölpreisentwicklung belastet.

Daneben ist die US Ölförderung ist ein wichtiger Aspekt aus dem gestern veröffentlichten Zahlenwerk. Eigentlich sollte die Fördermenge bis zum Herbst deutlich sinken. Die Daten des DOE (US-Energieministerium) zeigen aber eine Zunahme der Fördermenge.

Gleichzeitig nimmt auch die Anzahl der aktiven US Ölbohranlagen bereits seit Wochen wieder zu. Nach dem Preisanstieg im Frühjahr, ist die US Ölförderung anscheinend wieder rentabel geworden. Die Produktion könnte nun wieder ansteigen und das Niveau der Ölpreise dadurch zusätzlich belasten.

Entwicklung Eurokurs

Nachdem gestern Abend beim Treffen der US-Notenbank Fed keine Erhöhung des Leitzinses in den USA beschlossen wurde, konnte der Euro Gewinne verzeichnen.

Die Mitglieder der Notenbank äußerten sich bei ihrem Treffen auch nicht darüber, wann oder in welcher Höhe eine Zinserhöhung stattfinden würde.

Dem Wechselkurs gelang es knapp über einen Cent zuzulegen und so kostet ein Euro heute rund 1,11 US-Dollar.

Da Öl grundsätzlich in US-Dollar gehandelt wird, bedeutet ein steigender Eurokurs, dass die Importe für den Euroraum günstiger werden.

Heizölpreisentwicklung

Der Heizölpreis für eine 3.000 Liter Standard Heizöl-Lieferung liegt heute Morgen im bundesweiten Durchschnitt ungefähr bei 47 Euro pro 100 Liter Heizöl. Das ist der günstigste Tagespreis für Heizöl seit über drei Monaten.

Die Ölpreise scheinen zwar weiterhin noch etwas Abwärtspotenzial zu haben, signifikantere Abwärtsbewegungen halten wir dagegen kurzfristig für weniger wahrscheinlich.

Unsere Empfehlung lautet daher, die Heizölpreisentwicklung der nächsten Tage genau zu beobachten und bei einem weiteren Preisrückgang den dann günstigen Kaufzeitpunkt zu nutzen.

Wer sicher gehen will, sollte jetzt bereits Heizöl kaufen. Auch der Kauf einer kleineren Menge kann sich lohnen, um auf spätere Preisrückgänge zu spekulieren. Über 110 Euro spart man heute im Vergleich zum Vorjahr, beim Kauf einer Menge von 1.000 Liter Heizöl.

Wir empfehlen Ihnen in jedem Fall, unseren Service für eine regelmäßige Preisbenachrichtigung zu nutzen oder einen Wunschpreis anzulegen. So können Sie von Preisrückgängen profitieren und günstiger Heizöl bestellen.

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