Der Heizölpreis: Ölpreis fällt leicht, Heizöl teurer

19. Februar 2019, Peter Dudda

Heizöl am Dienstag teurer 19.02.19

Gestern stützten eine weiterhin überraschend hohe Nachfrage und eine unerwartet positive Weltkonjunktur den Ölpreis. Allerdings gab es wenig Impulse, sodass die Notierungen letztendlich Halt fanden, aber sich kaum bewegten. Heizöl ist heute dennoch teurer.

Ölpreisentwicklung – Wichtiges auf einen Blick

  • Öl-Nachfrage höher als erwartet
  • Saudi-Arabien hält an gesteigerten Förderkürzungen fest
  • Libyen: Sharara-Ölfeld vollständig befreit
  • Brent bei 66,51 US-Dollar / ICE-Gasoil bei 617,00 US-Dollar
  • Euro bei 1,1303 US-Dollar
  • Heizölpreis bei 71,31 Euro / 100L
     

 Wesentliche Einflussfaktoren auf die aktuelle Ölpreisentwicklung

OPEC-Förderkürzung übererfüllt
Abschaltung Safaniyah-Ölfeld im arabischen Golf
Revolution in Venezuela und Verschärfung der US-Sanktionen
Mögliche Anschläge auf Öl-Industrie Nigerias
Saudi-Arabien plant weitere Kürzungen bis März
IEA sieht Möglichkeit für ausbalancierten Markt 2019
Russland verspricht volle Umsetzung der OPEC+ Kürzungen bis April

OPEC- und IEA-Monatsbericht
US-NOPEC-Gesetzgebung in Vorbereitung
Mögliche Fortschritte zwischen USA und China
China will heimische Ölwirtschaft ausbauen
Russland und OPEC wollen Allianz stärken

DOE-Bericht verzeichnet niedrigere US-Nachfrage
Kanada weitet Ölproduktion nach Kürzungen wieder aus
OPEC+ Kürzungen bisher nicht vollständig umgesetzt
Chinesische Wirtschaft verliert immer weiter an Kraft
USA fördern auf Rekordniveau und nähern sich Energieunabhängigkeit

 

 

 

Aktuelle Ölpreise an der Londoner Warenterminbörse ICE:

Der Kurs der europäischen Referenzölsorte Brent notierte am Morgen bei 66,51 US-Dollar. Der Vergleichswert von Montag betrug noch 64,64 US-Dollar, der Schlusspreis wurde bei 66,55 US-Dollar festgesetzt.

ICE Gasoil, der maßgebliche Indikator für den inländischen Heizölpreis, stand am Morgen bei 617,00 US-Dollar. Der Vergleichswert am Montag lag bei 619,15 US-Dollar, der Schlusspreis bei 618,80 US-Dollar.

Heizölpreisentwicklung der letzten 30 Tage Stand: 19.02.2019 // Alle Angaben ohne Gewähr

Alle Angaben ohne Gewähr. Weitere aktuelle Notierungen finden Sie täglich neu auf unserer Heizölpreisseite.
 

Die Preisentwicklung im Überblick

Nach dem Erreichen des 3-Monatshochs bei der Gasoil-Notierung am Montagmorgen blieb es im weiteren Tagesverlauf relativ ruhig. Der Weg nach oben schien vorerst ausgereizt, auch wenn die unerwartet positive Öl-Nachfrage sowie eine allgemein optimistischere Preiseinstellung die Kurse weiterhin stützten.

Denn eine erhöhte Nachfrage lässt darauf schließen, dass die Weltkonjunktur nicht so schwach ist, wie bislang angenommen. Wo die Wirtschaft floriert, wird viel Energie benötigt. Deutliche Impulse blieben danach jedoch aus, was unter anderem auf einen verhaltenen Handel aufgrund eines Feiertages in den USA zurückzuführen ist.

Dennoch bestehen die grundsätzlichen Marktfaktoren weiterhin: Die USA diskutieren über schärfere Sanktionen gegen Venezuela und der Ölmarkt erwartet mögliche Lieferausfälle aus Nigeria, wie wir gestern berichteten. Saudi-Arabien hält dennoch an den Plänen weiterer Förderkürzungen fest und setzt diese bereits in hohem Maße um. Nicht nur das: Die Saudis erfüllen den Kürzungsplan der OPEC über. Zusätzlich schalteten sie aufgrund von Reparaturarbeiten ihr größtes Ölfeld ab. Die OPEC will einen Verfall des Ölpreises vor allem in Hinblick auf die gesteigerte Förderung der USA verhindern. Allen voran gilt dies für Saudi-Arabien als Wortführer der OPEC, wo die Ölindustrie der wichtigste Wirtschaftszweig ist. Bisher geht diese Rechnung auf, denn zurzeit bietet die Verknappung des Angebotes eine Stütze für den Ölpreis.

Auch wenn sich der Preisanstieg bei Öl abgeflacht hat und im Vergleich zum gestrigen Tagesverlauf heute Morgen sogar leicht umdrehte, können Heizölverbraucher davon nicht profitieren. Der Euro hat wiederum etwas an Kraft verloren und verteuert das in Dollar gehandelte Öl.

Dennoch wirken die preissteigernden Einflüsse auf mittelfristige Sicht so deutlich, dass es bei der aktuellen Marktstimmung eine gute Entscheidung sein kann, den Heizölkauf auszulösen, solange sich das Preisniveau noch auf einer erträglichen Ebene bewegt.
 

Entwicklung Eurokurs

Zum Tagesstart kostete der Euro 1,1303 US-Dollar, am Montagmorgen waren es 1,1310 US-Dollar. Der Referenzpreis der EZB für Montag wurde ebenfalls bei 1,1310 US-Dollar festgesetzt.

Die Entwicklung im Handelsstreit zwischen den USA und China und die Verhandlungen über den Brexit beeinflussen den Eurokurs zurzeit stark. Beide Einflussfaktoren sind dabei sehr unsicher. Ergeben sich neue Entwicklungen, Vereinbarungen oder Beschlüsse, schlägt sich dies schon innerhalb kurzer Zeit auf den Wert der Gemeinschaftswährung nieder. Wie sich der weitere Verlauf des Eurokurses ausprägt, bleibt also abzuwarten.
 

Im Detail: Einflussfaktoren am Markt und in der Politik

  • Gesteigerte Förderkürzungen der Saudis laut Analysten problematisch
  • Libyen: Sharara-Feld vollständig unter LNA-Kontrolle
     

Saudi-Arabien: Förderkürzungen übertrieben?

Nachdem Sanktionen und Förderausfälle aus politischen und technischen Gründen das Ölangebot verringern, werden am Markt Stimmen laut, die die starke Kürzung der Ölförderung Saudi-Arabiens kritisieren. Der OPEC-Monatsreport für November 2018 zeigt, dass die Saudis ihre Fördermenge um das Doppelte der vereinbarten Menge reduziert haben. Analysten sehen diese Entwicklung kritisch, da besonders die Lage in Venezuela unsicher ist und die Produktion venezolanischen Öls sehr schnell sehr stark zurückgehen könnte.

Dennoch plant Saudi-Arabien weitere Einschnitte in die Rohölförderung bis Mitte März. Je nachdem, wie sich die Situationen in Libyen, Venezuela und dem Iran entwickelt, rechnen einige Analysten deshalb bereits mit der Möglichkeit einer Unterversorgung des Ölmarktes Anfang März.  
 

Libyen: Sharara-Ölfeld von Miliz-Einfluss befreit

Kürzlich bestätigte der General der Libyan National Army (LNA) die vollständige Kontrolle des libyschen Ölfeldes Sharara. Nachdem Milizen das Ölfeld besetzt hatten und es durch die LNA schrittweise befreit werden konnte, ist es nun theoretisch möglich, die Produktion wieder aufzunehmen. Zwar drängt die LNA darauf, die Ölproduktion des Feldes wieder in Gang zu bringen, doch die staatliche Ölgesellschaft als Betreiber lässt noch Vorsicht walten.

Nachdem die LNA das Flugverbot über dem Gebiet wieder aufgehoben hat, können Arbeiter zum Ölfeld zurückkehren. Doch solange die Verwaltung nicht die Sicherheit der Anlagen und die Möglichkeit eines reibungslosen Betriebes bestätigt, wird der Neustart der Anlage und damit auch die Reaktion des Ölmarktes auf sich warten lassen.
 

Heizölpreisentwicklung

Eine 3.000 Liter Standard-Lieferung kostet aktuell im bundesweiten Durchschnitt rund 71,31 Cent pro Liter Heizöl. Damit stieg der Heizölpreis im Vergleich zum Montag. Gestern lag der Heizölpreis bei 70,92 Cent pro Liter Heizöl.

Wenn Sie monatliche Zahlungsarten wie den Heizöl-Ratenkauf oder das heiz&SPAR Wärmekonto nutzen wollen, sollten Sie mehr Zeit bis zur Lieferung einplanen. Die Bearbeitungszeit kann durch den Postweg bis zu zwei Wochen in Anspruch nehmen. Ein fixer Liefertermin kann erst nach Freigabe der Finanzierung durch die Bank bzw. Eingang des unterschriebenen Vertrages abgestimmt werden.

Grundsätzlich empfehlen wir Ihnen unseren Service für eine regelmäßige Preisbenachrichtigung zu nutzen oder einen Heizöl-Wunschpreis anzulegen. So können Sie von Preisrückgängen profitieren und günstiger Heizöl bestellen.

Peter Dudda - Autor

Der Ölmarkt und der Euro-Dollar-Kurs bestimmen Ihren Heizölpreis. Die Märkte bieten täglich Überraschungen. Wir liefern Ihnen die Hintergrundinformationen.

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