Ölpreis hält sich unter 50 US-Dollar

31. Mai 2016

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Der Ölpreis steigt leicht, bleibt aber weiterhin unter der 50 US-Dollar Marke. Marktteilnehmer erwarten diese Woche mit Spannung den Donnerstag. Dann werden nicht nur die US-Ölbestandsdaten veröffentlicht, sondern auch ein Treffen der OPEC und des EZB Rats stattfinden. Heizöl kostet heute durchschnittlich 53 Cent pro Liter.

Ölpreisentwicklung

Aufgrund des Memorial Days, einem nationalen Feiertag in den USA, verhielt sich der Handel am Rohölmarkt gestern relativ ruhig. Die Ölpreise bewegten sich gestern kaum, aber in der zweiten Wochenhälfte folgen vermutlich Ereignisse, die den Ölpreis stärker beeinflussen könnten.

Aktuelle Ölpreise an der Londoner Warenterminbörse ICE:

Der europäische Ölpreis-Index Brent wird aktuell für rund 49,70 US-Dollar je Barrel gehandelt. ICE Gasoil, der maßgebliche Indikator für den inländischen Heizölpreis, liegt derweil bei rund 450 US-Dollar je Tonne.

Die ICE Gasoil Notierung zeigte gestern Nachmittag einen stärkeren Anstieg, der hauptsächlich von der Produktknappheit in Frankreich bestimmt wird. Dort wurde die Rohöl-Verarbeitung in mehreren Raffinerien aufgrund von Streiks zum Teil eingestellt.

Zum Beginn dieser Woche sind noch keine großen Auf- oder Abwärtsbewegungen des Ölpreises erkennbar. Das liegt vermutlich daran, dass die Marktteilnehmer vorerst das Meeting der OPEC am Donnerstag abwarten möchten.

Die OPEC ist ein Kartell aus verschiedenen erdölexportierenden Ländern, die zusammen über etwa 40% der globalen Fördermengen verfügen. Auf ihrem in dieser Woche stattfindenden halbjährigen Treffen werden sie über die derzeitige Marktlage und Produktionsmengen beratschlagen.

Dies gilt für einige Marktteilnehmer als das Schlüsselereignis dieser Woche, obwohl der Großteil der OPEC Vertreter eine Produktionseinschränkung bereits von vornherein ausgeschlossen hatten. Weitläufig wird eher davon ausgegangen, dass am Donnerstag eine Steigerung der Fördermengen beschlossen werden könnte.

Prinzipiell würde ein daraus resultierender Anstieg der Angebotsmenge eher preisdrückend wirken. Jedoch erwarten Analysten nicht, dass dadurch sofort eine erneute signifikante Überversorgung des Marktes eintreten wird.

Viele der im Nahen Osten gelegenen Mitgliedsstaaten der OPEC haben in den Sommermonaten einen sehr hohen Strombedarf für Klimaanlagen und demnach auch eine höhere Eigennachfrage nach Öl.

Auch für die USA wurde von Marktteilnehmern eine starke Sommernachfrage prognostiziert, da das vergangene Wochenende den sprichwörtlichen Startschuss für die Fahrsaison in den USA gegeben hat.

Die Fahrsaison ist die Zeit während den Sommermonaten, in der die Universitäten in den USA geschlossen bleiben und Leute mit dem Auto in den Urlaub fahren. Da der Trend in den vergangenen Monaten aufgrund von niedrigeren Spritpreisen wieder zu Trucks und SUVs ging, wird für dieses Jahr ein Benzinverbrauch erwartet, der das letzte Jahr deutlich übersteigen soll.

Hinzu kommt der wachsende Ölbedarf in Indien. Im ersten Quartal dieses Jahres war das Land für etwa 30% des von der Internationalen Energieagentur (IEA) erwarteten globalen Nachfragewachstums verantwortlich.

Mit dem Beginn des dritten Quartals im Juli, geht in der Regel weltweit ein starker Verbrauchsanstieg einher. Dies wird aktuell bereits eingepreist. In Kürze werden zwar zusätzliche Mengen aus Kanada erwartet, da die dortige Ölproduktion nach dem Abebben der verheerenden Waldbrände bald wieder aufgenommen werden soll.

Dieser preisdrückende Einfluss muss gegen den erwarteten Anstieg der Nachfrage abgewogen werden. Sollte der Anstieg der Nachfrage also die Erwartungen erfüllen, könnte das ein Faktor sein, der für einen steigenden Ölpreis spricht.

Entwicklung Eurokurs

An den Finanzmärkten herrscht derzeit eine gewisse Uneinigkeit über die Entwicklung des Euro/Dollar-Kurses in den nächsten Wochen. Zum einem ist eine Erhöhung des Leitzins in den USA so gut wie sicher, jedoch steht dafür noch kein genauer Termin fest.

Zum anderen stützten die robusten Konjunkturdaten der Eurozone den Wechselkurs zum Beginn dieser Woche. Sie verhinderten somit eine anhaltende Abschwächung des Euro. Damit ist ein Euro fast unverändert zum Vortag rund 1,113 US-Dollar wert.

Entscheidend für die Entwicklung des Eurokurses wird sein, ob die US-Notenbank Fed den Leitzins bereits im Juni erhöht. Das würde den US-Dollar höchstwahrscheinlich stärken.

Da Öl grundsätzlich in US-Dollar gehandelt wird, verteuert ein steigender Dollarkurs die Importe für den Euroraum.

Heizölpreisentwicklung

Eine 3.000 Liter Standard Heizöl-Lieferung kostet heute im bundesweiten Durchschnitt 53 Cent pro Liter Heizöl. Nach derzeitigem Stand ist es kurzfristig betrachtet wahrscheinlicher, dass der Heizölpreis die 60 Cent erreicht, als dass er wieder unter 50 Cent fällt.

Unsere Empfehlung lautet deswegen: Wer in den nächsten Wochen Heizöl benötig, sollte in dieser Woche genau beobachten ob der Ölpreis die 50 Dollar Marke erneut durchbricht und damit seinen Aufwärtstrend fortsetzt.

Wer sicher gehen will, kann jetzt bereits Heizöl kaufen und möglicherweise sparen. Auch der Kauf einer kleineren Menge kann sich lohnen, um auf Preisrückgänge in der zweiten Jahreshälfte zu spekulieren.

Diese halten Analysten für durchaus möglich, da auch im Vorjahr auf einen starken Anstieg der Ölpreise in der ersten Jahreshälfte, eine deutliche Gegenbewegung in der zweiten Jahreshälfte folgte. Es gilt nicht als sicher, dass sich Angebot und Nachfrage auf dem Ölmarkt bereits in diesem Jahr ausgleichen werden.

Wir empfehlen daher unseren Service für eine regelmäßige Preisbenachrichtigung zu nutzen oder einen Wunschpreis anzulegen. So können Sie von Preisrückgängen profitieren und günstiger Heizöl bestellen.