Ölpreise nach 3-Wochentiefs wieder etwas stabiler – obwohl DOE weniger US-Öl meldet

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Heute Morgen zeigen die Märkte, wie unvorhersehbar sie sind: Obwohl auch der Bestandsbericht des DOE weniger US-Öl verkündete, fielen die Preise auf 3-Wochen-Tiefs. Grund dafür ist die Interpretationsweise – oder die allgemeine Stimmung am Markt. Der Euro ist fester, Heizöl heute günstiger.

Ölpreisentwicklung

Für einen Außenstehenden ist es heute Morgen ziemlich schwer nachzuvollziehen, warum der Markt mit Ölpreisen auf 3-Wochentiefes heute so aussieht wie er es tut. Denn eigentlich bestätigte der Bericht des Department of Energy (DOE) die US-Bestandsdaten des American Petroleum Institutes (API) zu großen Teilen.

Heute ist es wichtig, in die Details zu schauen. Ansonsten gab es kaum Neuigkeiten, die wichtig für den Markt gewesen sein könnten. Das begünstigte Preisnachlässe im Spiegel der aktuellen Markstimmung sowieso.

Aktuelle Ölpreise an der Londoner Warenterminbörse ICE:

Der europäischen Ölpreis Brent notiert momentan bei 50,39 US-Dollar. Das ist für diese Sorte schon recht weit vom gestrigen Tagesstart bei 51,12 US-Dollar entfernt. Der Schlusspreis für Mittwoch lag bei 50,27 US-Dollar.

Bei ICE Gasoil, dem maßgeblichen Indikator für den inländischen Heizölpreis, lässt sich die Entwicklung deutlicher nachvollziehen. Dieser liegt zurzeit bei 465,50 US-Dollar für die Lieferung im September. Gestern waren es noch 474,75 US-Dollar um etwa die gleiche Zeit. Der Schlusspreis für Mittwoch lag bei 471, 50 US-Dollar.

Eine Übersicht über die Kursentwicklung der ausschlaggebenden Notierungen für den Heizölpreis finden Sie täglich aktuell auf unserer Heizölpreisseite

DOE-Bericht löst Preisnachlässe aus – aufgrund wichtiger Details

In einer Marktumgebung, in der niemand mehr auf kontinuierliche und verlässliche Prognosen zurückgreifen zu können scheint, kommt es mitunter zu sehr deutlichen Reaktionen der Händler.

Vergangene Woche hatte der Markt trotz deutlicher Bestandsabbauten bei Rohöl kaum bzw. nicht auf den Bericht des American Petroleum Institutes (API) reagiert. In dieser Woche nun reagierten die Teilnehmer nach dem Bericht des Department of Energy (DOE) nun ebenfalls eher unerwartet:

Obwohl das DOE den dieswöchigen API-Bericht zu großen Teilen bestätigte und ebenfalls hohe Abbauten bei den Rohölbeständen vermeldete, verlegte sich der Markt scheinbar auf diejenigen Faktoren im Bericht, die eine andere Sprache sprechen.

Denn erstens hat sich der Bestand an Benzin zur Vorwoche nicht verändert, während das API hier Abbauten gemeldet hatte. Die Destillatvorräte sind auch entgegen der API-Angaben gestiegen. Beides spricht dafür, dass trotz immer noch hoher Raffinerieauslastung die Nachfrage nachlässt.

Zweitens gibt das DOE auch an, wie es um die Rohölimporte steht. Und diese sind in der Berichtswoche gestiegen. Und zwar aus Ländern wie Saudi-Arabien und Irak, beides OPEC-Staaten. Gerade Saudi-Arabien hatte mit der Meldung Schlagzeilen gemacht, dass das Land deutlich weniger Öl exportieren wolle. Die DOE-Daten zeichnen aktuell ein anderes Bild.

Außerdem hält das DOE fest, dass die US-Rohölförderung ebenfalls deutlich gestiegen ist. Binnen einer Woche hat sich die Quote auf einen Höchststand seit 2015 erhöht. Sollte es in diesem Tempo weitergehen, dürfte bald ein Allzeithoch erreicht werden.

Zählt man diese ganzen Faktoren zusammen, gibt es eigentlich kaum eine andere Interpretation, als jene, die der Markt daraus gezogen hat: Es dürfte in der nächsten Zeit immer mehr Öl auf dem globalen Markt geben und die USA sind dafür genauso verantwortlich wie die OPEC-Staaten, die sich offenbar nicht oder nur in Teilen an ihre Bekenntnisse halten.

Statt einer punktuellen Interpretation, wie es bei API- oder DOE-Berichten häufig der Fall ist, rechnet der Markt momentan also mit Blick auf den Rest des Jahres nach. Und da zeichnet der US-Bericht für diese Woche eher ein preispessimistisches Bild.

Hinzu kommt, dass es aktuell keine Meldungen gibt, die diese Rechnerei ausgleichen könnten. Der Markt ist also intensiv mit sich selbst beschäftigt und da die Stimmung sowieso nicht gerade euphorisch ist, haben solche Berichte einen teilweise noch größeren negativen Effekt als sonst.

Entwicklung Eurokurs

Auch der Euro bleibt in Bewegung. Gestern legte er kontinuierlich zu und kratzte merklich an der 1,18-Dollar Marke. Momentan dreht er wieder leicht ins Minus und notiert bei 1,1757 US-Dollar. Die EZB legte den Referenzpreis für Mittwoch auf 1,1710 US-Dollar fest.

Grund für den Aufschwung war einerseits das aus Anlegersicht enttäuschende Sitzungsprotokoll der US-Notenbank Fed. Darin spiegelt sich eine große Debatte um die verhaltene Inflation, die wiederum eine Diskussion um eine sehr moderate Zinsanhebung auslöst. Der Markt hatte eigentlich mit deutlichen Anhebungen gerechnet.

Zweiter Punkt ist eine erneute Meldung aus der Regierung Trump. Der US-Präsident löste verschiedene Beratergremien auf, nachdem wichtige Unternehmenschefs dort ihren Posten geräumt hatten. Als Grund gaben viele das Verhalten des Präsidenten nach Charlottesville an. Diese Gremien sind aus Anlegersicht jedoch wichtig, um die wirtschaftliche Entwicklung der USA zukunftsträchtig voranzutreiben.

Heizölpreisentwicklung

Aus dieser Datenlage ergibt sich für inländische Heizölkäufer heute folgendes Bild: Eine 3.000 Liter Standard Lieferung kostet aktuell im bundesweiten Durchschnitt rund 52,97 Cent pro Liter Heizöl. Am Mittwoch waren es noch 53,75 Cent.

Clevere Heizölkäufer setzen genau jetzt auf den Heizölkauf, da der Markt sich schon im heutigen Tagesverlauf stabilisieren könnte – die Anzeichen dafür sehen wir bereits jetzt. Da auch die Eurobewegung ein Zünglein an der Waage bleibt, ist es sinnvoll, den Entwicklungen vorzugreifen. Wer sich jetzt zum Heizölkauf entscheidet, kommt der steigenden Nachfrage vor dem Herbst zuvor und sichert sich ein ausnehmend gutes Preisniveau.

Wenn Sie monatliche Zahlungsarten wie den Heizöl-Ratenkauf oder das heiz&SPAR Wärmekonto nutzen wollen, sollten Sie mehr Zeit bis zur Lieferung einplanen. Die Bearbeitungszeit kann durch den Postweg bis zu zwei Wochen in Anspruch nehmen. Ein fixer Liefertermin kann erst nach Freigabe der Finanzierung durch die Bank bzw. Eingang des unterschriebenen Vertrages abgestimmt werden.

Grundsätzlich empfehlen wir Ihnen unseren Service für eine regelmäßige Preisbenachrichtigung zu nutzen oder einen Heizöl-Wunschpreis anzulegen. So können Sie von Preisrückgängen profitieren und günstiger Heizöl bestellen.

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