Ölpreis ohne eindeutige Richtung

Heizoelpreis-steigt-130716

Die OPEC schätzt die Marktlage in ihrem Monatsbericht mittel- bis langfristig knapper ein als bisher erwartet. Die Daten des API zu den US-Ölbestandsveränderungen in dieser Woche zeigen dagegen aktuell steigende Lagerbestände in den USA. Der Heizölpreis steigt zunächst weiter an, die weitere Ölpreisentwicklung lässt sich dagegen schwer bestimmen.

Ölpreisentwicklung

Momentan häufen sich sowohl die für einen Preisanstieg sprechenden mittel- bis langfristigen Prognosen, wie auch kurzfristige auf den Ölpreis drückende Meldungen.

Weil aber auch das Vertrauen der Marktteilnehmer in diese Nachrichten schwankt, ist die Tendenz des Ölpreises aktuell nicht klar bestimmbar.

Aktuelle Ölpreise an der Londoner Warenterminbörse ICE:

Der europäische Ölpreis-Index Brent wird momentan für rund 48,30 US-Dollar je Barrel gehandelt und ist damit um 1,50 US-Dollar zum Vortag gestiegen

Auch ICE Gasoil, der maßgebliche Indikator für den inländischen Heizölpreis, verzeichnet erneut einen geringen Anstieg und wird aktuell für rund 423 US-Dollar je Barrel gehandelt.

Heute richtet sich der Fokus hauptsächlich auf den Monatsbericht der Organisation erdölexportierender Länder (OPEC). Dieser wurde gestern veröffentlicht und beschreibt unter anderem ein stärkeres Nachfragewachstum für 2017 als bisher erwartet wurde.
Auch das amerikanische Amt für Energiestatistik (EIA) stimmt in ihrem Monatsbericht diesen Auffassungen der OPEC zu. Auf der anderen Seite müssen allerdings auch die Faktoren berücksichtigt werden, die momentan für eine Preissenkung sprechen.

Inzwischen ist sich beispielsweise eine große Anzahl an Analysten sicher, dass Chinas Ölnachfrage bis zum Ende des Jahres stagnieren werde. Auch eine zukünftig wieder zu erwartende höhere Angebotsmenge aus Libyen könnte zu sinkenden Ölpreise führen.
Dort haben bisher konkurrierende nationale Öl-Unternehmen sich zusammengeschlossen und eine rasche Wiederaufnahme der Ölexporte angekündigt.

Zudem überraschten die gestrigen Daten des American Petroleum Institut (API), dem größten Interessenverband der Öl- und Gasindustrie in den USA. Diese Zahlen zur US-Ölbestandsveränderung weisen ansteigende Lagerbestände sowohl bei den Produkten, wie auch beim Rohöl aus.

Das ist insofern ungewöhnlich, weil aufgrund einer in der Regel höheren Raffinerieauslastung in den Sommermonaten ein Abbau bei den Rohöl-Beständen zu erwarten wäre.

Allerdings gab es in den vergangenen Wochen oftmals Differenzen zwischen den Daten des API und den offiziellen Zahlen des DOE (US-Energieministerium). Deswegen warten die Marktteilnehmer nun auf den Bericht des DOE heute Nachmittag.

Entwicklung Eurokurs

Der Eurokurs ist im gestrigen Tagesverlauf über 1,11 US-Dollar gestiegen, konnte diese Gewinne aber nicht halten. Derzeit kostet ein Euro wieder rund 1,106 US-Dollar.

Da Öl grundsätzlich in US-Dollar gehandelt wird, würde ein steigender Eurokurs bedeuten, dass die Importe für den Euroraum günstiger werden.

Heizölpreisentwicklung

Der Heizölpreis für eine 3.000 Liter Standard Heizöl-Lieferung liegt im bundesweiten Durchschnitt bei knapp 50 Cent pro Liter Heizöl.
Unsere Empfehlung lautet aktuell: Wer bald Heizöl benötig, sollte in den kommenden Tagen genau beobachten, ob der Ölpreis unter der 50 US-Dollar Marke bleibt oder weiter ansteigt.

In den letzten Wochen folgte auf einen Rückgang der Ölpreise stets eine Gegenbewegung. Wer sicher gehen will, sollte daher jetzt bereits Heizöl kaufen. Auch der Kauf einer kleineren Menge kann sich lohnen, um auf weitere Preisrückgänge im Herbst zu spekulieren.

Diese sind durchaus möglich. Auch im Vorjahr folgte auf einen starken Anstieg der Ölpreise in der ersten Jahreshälfte, eine deutliche Gegenbewegung in der zweiten Jahreshälfte.

Wir empfehlen Ihnen in jedem Fall, unseren Service für eine regelmäßige Preisbenachrichtigung zu nutzen oder einen Wunschpreis anzulegen. So können Sie von Preisrückgängen profitieren und günstiger Heizöl bestellen.

Wie empfanden Sie den Umfang dieses Artikels?