Ölpreis-Rallye zu Ende?

Heizoelpreis-sinkt-22-08-2016

Seit Anfang August waren die Öl- und Heizölpreise um rund 20 Prozent angestiegen. Heute erholen sich gleichzeitig mit dem momentanen Stopp des Ölpreisanstiegs auch die Heizölpreise. Der Eurokurs verzeichnet zum Beginn dieser Woche wieder Verluste.

Ölpreisentwicklung

Der Dämpfer für die Ölpreise zum Beginn dieser Woche wird von Händlern hauptsächlich als Gegenbewegung zu den starken Preisanstiegen in den letzten Wochen interpretiert.

Seit Anfang August ließ sich eine eindeutig aufwärtszeigende Tendenz bei den Ölpreisen erkennen und die europäische Rohölsorte Brent stieg sogar über 51 US-Dollar je Barrel.

Aktuelle Ölpreise an der Londoner Warenterminbörse ICE:

Der europäische Ölpreis-Index Brent wird heute Morgen für rund 50 US-Dollar je Barrel gehandelt. Seit Anfang August sind die Ölpreise damit um fast 25 Prozent angestiegen.

ICE Gasoil, der maßgebliche Indikator für den inländischen Heizölpreis, wird aktuell wieder für unter 440 US-Dollar je Tonne gehandelt.

Seit einigen Wochen kursierten Gerüchte darüber, dass die Organisation erdölexportierender Länder (OEPC) möglicherweise über eine Angebotsbegrenzung redet.

Sollten die Mitgliedsstaaten entsprechend dieser Meldung tatsächlich ihre Produktion limitieren, könnte das zu geringeren verfügbaren Mengen am Rohölmarkt führen.

Diese Erwartung preisten Marktteilnehmer seit Anfang August ein und sorgten hauptsächlich damit für einen Anstieg der Ölpreise.

Analysten halten eine Begrenzung der Fördermengen von Seiten der OPEC allerdings für „höchst unwahrscheinlich“, da nach den Preisanstiegen der letzten Wochen eher mit erneut preisdrückenden Maßnahmen zu rechnen wäre.

Der Irak plant beispielsweise in den kommenden Wochen seine Rohöl-Exporte nach der Wiederinbetriebnahme einiger Ölfelder wieder zu erhöhen.

Eine mittelfristig höhere Angebotsmenge ist auch aus den USA zu erwarten.

Gemäß dem wöchentlichen Bericht von Baker Hughes ist die Anzahl der aktiven Ölbohranlagen dort zum achten Mal in Folge gestiegen. Das ist ein Zeichen dafür, dass die US-Ölindustrie zumindest in bestimmten Bereichen wieder rentabel geworden ist.

Die Anzahl der aktiven US-Ölbohranlagen gilt am Markt als ein wichtiger Indikator für die zukünftige Entwicklung der Fördermenge.

Für die Euro- oder Ölpreisentwicklung möglicherweise einflussreiche Wirtschaftsdaten der Woche im Überblick*:

Dienstag, 23.08.2016

  • Vorabschätzung US-Ölbestandsdaten American Petroleum Institute (API)
  • Einkaufsmanagerindex für Deutschland und die Eurozone

Mittwoch, 24.08.2016

  • Offizielle US-Ölbestandsdaten vom Department of Energy (DOE)
  • Bruttoinlandsprodukt Deutschland

Donnerstag, 25.08.2016

  • Ifo - Geschäftsklimaindex

Freitag, 26.08.2016

  • Baker Hughes Wochenreport (Anzahl aktive US-Bohranlagen)

Samstag, 27.08.2016

  • Rede der Vorsitzenden der US-Notenbank Fed

*Termine ohne Gewähr

Entwicklung Eurokurs

Vor dem Wochenende äußerte sich eine zunehmende Anzahl von Mitgliedern der amerikanischen Notenbank Fed zuversichtlich über die wirtschaftliche Lage der USA.

Für die Teilnehmer der Finanzmärkte deuteten diese Hinweise darauf hin, dass die bereits seit langem erwartete Zinserhöhung in den USA nun endlich im September beschlossen werden könnte.

Die daraus vermutlich resultierende Stärkung des US-Dollars drückt infolgedessen auf den Eurokurs, sodass ein Euro heute Morgen wieder für unter 1,13 US-Dollar gehandelt wird.

Da Öl grundsätzlich in US-Dollar gehandelt wird, bedeutet ein sinkender Eurokurs, dass die Importe für den Euroraum teurer werden.

Heizölpreisentwicklung

Der Heizölpreis für eine 3.000 Liter Standard Heizöl-Lieferung liegt heute Morgen im bundesweiten Durchschnitt wieder bei rund 52,19 Euro pro 100 Liter Heizöl.

Aktuell scheint es eher so, als würden die Heizölpreise wieder leicht sinken. Allerdings kann nicht mit Sicherheit gesagt werden, ob sich daraus eine anhaltende Tendenz ergibt.

Kurzfristig auf stark fallende Heizölpreise zu spekulieren halten wir daher für sehr riskant. Insbesondere, wenn sich der Tankinhalt dem Ende nährt, raten wir auf Nummer sicher zu gehen und jetzt bereits Heizöl zu kaufen.

Wir empfehlen Ihnen in jedem Fall, unseren Service für eine regelmäßige Preisbenachrichtigung zu nutzen oder einen Wunschpreis anzulegen. So können Sie von Preisrückgängen profitieren und günstiger Heizöl bestellen.

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