Ölpreis scheitert bisher an 50 Dollar Hürde

1. Juni 2016

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Nach einem größtenteils ruhigen Start begann der Ölpreis gestern Nachmittag leicht zu steigen, scheitert aber bisher beim Durchbruch der 50 US-Dollar Hürde. Diese ist nicht nur ein wichtiger psychologischer Widerstand für die Händler, sondern ab diesem Preisniveau könnten auch einige US-Ölanlagen erneut den Betrieb aufnehmen. Der Heizölpreis sinkt zur Mitte der Woche leicht und liegt damit wieder unter 53 Cent pro Liter.

Ölpreisentwicklung

Der Handel am Rohölmarkt war gestern weniger von Impulsen durch aktuelle Ereignisse, als durch Spekulationen auf kommende Situationen beeinflusst. So führte die zunehmende Anzahl der Analysten, die einen ansteigenden Ölpreis prognostizieren, gestern tatsächlich zu einem Kaufimpuls bei den Händlern. Das hob den Preis für die wesentlichen Öl-Sorten leicht an.

Aktuelle Ölpreise an der Londoner Warenterminbörse ICE:

Der europäische Ölpreis-Index Brent wird aktuell nur noch für knapp 49,50 US-Dollar je Barrel gehandelt.  Infolgedessen verringert sich die Differenz zur amerikanischen Ölsorte West Texas Intermediate  immer weiter. Mittlerweile liegen die beiden Sorten unter einem US-Dollar auseinander. Anfang Februar war der Abstand noch fast vier US-Dollar groß.

ICE Gasoil, der maßgebliche Indikator für den inländischen Heizölpreis, liegt derweil bei rund 450 US-Dollar je Tonne.

Beim morgigen Treffen der OPEC, dem Kartell von erdölexportierenden Ländern,  wird vermutlich keine Reduzierung der Fördermengen beschlossen. Im Gegenteil, Analysten gehen bereits jetzt davon aus, dass auch im Mai eine Produktionssteigerung stattgefunden hat und diese sich fortsetzen könnte.

Die gemeldete Erhöhung der Produktion in Kuwait und dem Irak, sowie die Rückkehr des Irans an den Rohölmarkt konnten die Produktionsausfälle Nigerias wohl ausgleichen. Nach Angriffen von militanten Gruppen auf Ölpipelines hatte Nigeria gemäß Schätzungen Fehlmengen von über einer Million Barrel pro Tag.

Auch nach dem großteiligen Erlöschen der Waldbrände in Kanada wird mit einer zeitnahen Wiederkehr der kanadischen Öl-Mengen gerechnet. Dennoch reicht auch dieser preisdrückende Faktor derzeit wohl nicht aus, um einen Anstieg der Ölpreise zu verhindern.
Dieser wiederum lässt sich unter anderem mit der Erwartung auf eine steigende Nachfrage erklären. Im Verlauf dieses Jahres lagen bisher sowohl China, Indien wie auch die USA mit dem Niveau ihres Bedarfs deutlich über dem des Vorjahres.

Kurz- bis mittelfristig ist für die Entwicklung des Ölpreises sowohl abzuwarten, welche Entscheidung die OPEC-Staaten morgen treffen beziehungsweise wie schnell Kanada seine Ölproduktion wieder aufnehmen kann als auch ob die Erwartung eines Nachfrageanstiegs erfüllt wird.

Entwicklung Eurokurs

Derzeit liegt der Wechselkurs für einen Euro bei rund 1,114 US-Dollar. Seit Ende letzter Woche sind damit keine signifikanten Schwankungen im Euro/Dollar-Kurs erkennbar.

Morgen findet in Brüssel ein Treffen der Europäischen Zentralbank (EZB) statt. Von der anstehenden Zinssatzentscheidung gehen vermutlich keine entscheidenden Signale für die weitere Entwicklung des Eurokurses aus.

Vielmehr wird entscheidend sein, ob die amerikanische Notenbank Fed noch im Juni weitere Zinserhöhungen beschließt. Das würde den Dollar weiter stärken.

Da Öl grundsätzlich in US-Dollar gehandelt wird, verteuert ein steigender Dollarkurs die Importe für den Euroraum.

Heizölpreisentwicklung

Eine 3.000 Liter Standard Heizöl-Lieferung kostet heute im bundesweiten Durchschnitt rund 52,80 Euro pro 100 Liter Heizöl. Nach derzeitigem Stand ist es kurzfristig betrachtet für uns wahrscheinlicher, dass der Heizölpreis die 60 Cent erreicht, als dass er wieder unter 50 Cent fällt.

Unsere Empfehlung lautet deswegen: Wer in den nächsten Wochen Heizöl benötig, sollte in dieser Woche genau beobachten ob der Ölpreis die 50 Dollar Marke erneut durchbricht und damit seinen Aufwärtstrend fortsetzt.

Wer sicher gehen will, kann jetzt bereits Heizöl kaufen und möglicherweise sparen. Auch der Kauf einer kleineren Menge kann sich lohnen, um auf Preisrückgänge in der zweiten Jahreshälfte zu spekulieren.

Diese halten Analysten für durchaus möglich, da auch im Vorjahr auf einen starken Anstieg der Ölpreise in der ersten Jahreshälfte, eine deutliche Gegenbewegung in der zweiten Jahreshälfte folgte. Es gilt nicht als sicher, dass sich Angebot und Nachfrage auf dem Ölmarkt bereits in diesem Jahr ausgleichen werden.

Wir empfehlen unseren Service für eine regelmäßige Preisbenachrichtigung zu nutzen oder einen Wunschpreis anzulegen. So können Sie von Preisrückgängen profitieren und günstiger Heizöl bestellen.