Ölpreis sinkt, Streik in Kuwait beendet

20. April 2016

Heizoelpreis sinkt 190416

Die Ölpreise zeigten sich gestern noch fest, geraten aber zunehmend unter Druck. Die Produktionsausfälle in Kuwait lösen sich auf, da der Streik in der Ölindustrie beendet wurde. Für heute rechnen wir mit Preisnachlässen beim Heizöl.

Ölpreisentwicklung

Produktionsausfälle in Kuwait und Nigeria hatten die Ölpreise in den letzten beiden Tagen gestützt. Insbesondere der Streik von Ölarbeitern in Kuwait sorgte für einen Produktionsausfall in der Größenordnung der momentanen Überversorgung.

Das Verhältnis von Produktion und Nachfrage war also vorübergehend ausgeglichen. Dabei fehlte das Angebot aus Kuwait aber nicht, da die Lieferverträge aus den Beständen des Landes bedient wurden. Dennoch wurde ein weiterer Preisverfall am Ölmarkt verhindert, nachdem das Meeting der Ölproduzenten in Doha ohne ein Abkommen zur Deckelung der Produktion endete.

Nun wurde der Streik in Kuwait beendet und auch in Nigeria haben die Produktionsausfälle abgenommen. Die Ölpreise konnten gestern zwar Gewinnen verbuchen, starten aber geschwächt in den heutigen Handel.

Aktuelle Ölpreise an der Londoner Warenterminbörse ICE:

Der europäische Ölpreis-Index Brent wird aktuell bei 42,98 US Dollar je Barrel gehandelt. ICE Gasoil, der maßgebliche Indikator für den inländischen Heizölpreis, wird bei 369,75 US Dollar je Tonne notiert. Die Ölpreise befinden sich in etwa auf dem Niveau vom Vortag.

Die OPEC und andere große Ölproduzenten wie Russland konnten sich am vergangenen Sonntag in Quatar nicht auf eine Deckelung der Fördermengen einigen. Die Ölpreise sind daraufhin in der Spitze um bis zu sieben Prozent eingebrochen.

Enorme Produktionsausfälle verhinderten jedoch ein weiteres Abrutschen. Durch einen Streik der Arbeiter in der kuwaitischen Ölindustrie soll die dortige Ölproduktion in der Größenordnung von über anderthalb Millionen Barrel Rohöl pro Tag gesunken sein.
Da zuvor zwischen ein bis zwei Millionen Barrel pro Tag mehr produziert als verbraucht wurden, würde alleine dieser Ausfall die Überversorgung kompensieren.

Mit dem Ende des Streiks nimmt auch die Überversorgung wieder zu. Theoretisch sollte dadurch auch das Abwärtspotenzial beim Ölpreis steigen. Allerdings zeigen die Streiks in Kuwait in Verbindung mit den übrigen Produktionsausfällen auch die Gefahr, dass es bei solchen unvorhersehbaren Ausfällen plötzlich zu einer vorübergehenden Unterversorgung kommen kann.

Da viele Produzenten am Limit fördern, können diese Ausfälle nicht kompensiert werden. Angesichts der  gut gefüllten Lager, wäre dann aber immer noch ausreichend Öl vorhanden, eine physische Knappheit besteht nicht. Das Aufwärtspotenzial der Ölpreise ist vor diesem Hintergrund als eher gering einzuschätzen.

Entwicklung Eurokurs

Der Eurokurs ist bis auf 1,1375 US-Dollar gestiegen. Schwache US-Konjunkturdaten hatten den Dollar gestern belastet.

Nach Einschätzung von Experten fehlen dem Finanzmarkt momentan frische Impulse. Von der morgen stattfindenden Sitzung der Europäischen Zentralbank werden diese auch nicht erwartet, da bisher noch nicht einmal die im März beschlossenen Maßnahmen umgesetzt wurden.

Heizölpreisentwicklung

Der Heizölpreis sinkt heute in erster Linie durch den gestiegenen Eurokurs. Eine 3.000 Liter Standard Heizöl-Lieferung kostet im bundesweiten Durchschnitt etwas mehr als 46 Cent pro Liter Heizöl.

Theoretisch spricht weiterhin viel für sinkende Heizölpreise. Die Ölpreise könnten nach dem gescheiterten Meeting der Förderländer und dem Ende der aktuellen Produktionsausfälle weiter nachgeben. Das ist jedoch nicht sicher.

In den letzten Wochen hat die Heizöl-Nachfrage stark nachgelassen. Kurzfristige Lieferzeiten sind fast überall verfügbar.

In den letzten Wochen hat die Heizöl-Nachfrage stark nachgelassen. Kurzfristige Lieferzeiten sind fast überall verfügbar. Wer noch genügend Heizöl im Tank hat und auf sinkende Heizölpreise spekulieren möchte, sollte unseren Service für eine Preisbenachrichtigung nutzen oder einen Wunschpreis anlegen. So können Sie auch von kurzfristigen Preisrückgängen profitieren und günstiger Heizöl bestellen.

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