Heizölpreise: Ölpreis steigt deutlich, Heizöl zieht ebenfalls an

30. Januar 2019, Peter Dudda

Heizölpreise zur Wochenmitte etwas teurer 30.01.19

Der Ölmarkt zeigt nun doch preissteigernde Reaktionen auf die US-Sanktionen gegen Venezuela, da deutliche Exportkürzungen erwartet werden. Die Prognosen zu den US-Ölbestandsveränderungen bleiben ohne Auswirkungen auf den Ölpreis. Heizöl heute etwas teurer.

Ölpreisentwicklung – Wichtiges auf einen Blick

  • API-Prognose: Ölmärkte bleiben in Wartestellung
  • Venezuela: Niedrige Ölexporte erwartet
  • Brent bei 61,55 US-Dollar / ICE-Gasoil bei 575,50 US-Dollar
  • Euro bei 1,1445 US-Dollar
  • Heizölpreis bei 67,15 Euro / 100L
     

 Wesentliche Einflussfaktoren auf die aktuelle Ölpreisentwicklung

Revolution in Venezuela und (US-) Sanktionen
Saudi-Arabien will noch mehr kürzen als im Dezember beschlossen
 IEA sieht Möglichkeit für ausbalancierten Markt in 2019
 Russland verspricht volle Umsetzung der OPEC+ Kürzungen bis April
 China plant erneut Investitionen in die heimische Wirtschaft
 Kanadische Produktionskürzungen auch im Februar

 Fortschritte bei Handelsgesprächen zwischen USA und China
 US-Ölbestandsveränderungen

Chinesische Wirtschaft verliert immer weiter an Kraft
 Möglicherweise doch Ausnahmen von US-Sanktionen
 Öl-Nachfrage sinkt im Januar
 EIA: US-Ölproduktion steigt
 OPEC-Prognose: Öl-Förderung von Nicht-OPEC-Förderern steigt
 USA fördern auf Rekordniveau und nähern sich Energieunabhängigkeit

 

 

 

Aktuelle Ölpreise an der Londoner Warenterminbörse ICE:

Heute Morgen lag der Kurs der europäischen Referenzölsorte Brent bei 61,55 US-Dollar. Am Dienstag notierte der Kurs noch 60,33 US-Dollar. Brent schloss den gestrigen Tag bei 61,07 US-Dollar ab.

ICE Gasoil, der maßgebliche Indikator für den inländischen Heizölpreis, stand am Morgen bei 575,50 US-Dollar. Am Dienstag lag der Preis bei 559,00 US-Dollar. Den gestrigen Tag beendete ICE Gasoil bei 555,25 US-Dollar.

Heizölpreisentwicklung der letzten 30 Tage Stand: 30.01.2019 // Alle Angaben ohne Gewähr

Alle Angaben ohne Gewähr. Weitere aktuelle Notierungen finden Sie täglich neu auf unserer Heizölpreisseite.
 

Die Preisentwicklung im Überblick

Um die Entwicklungen in Venezuela voranzutreiben und den korrupten venezolanischen Präsidenten Nicolás Maduro zurückzudrängen, verhängten die USA am Montagabend Sanktionen gegen Venezuela. Nach dem Willen der USA und der Mehrheit der internationalen Gemeinschaft, soll möglichst schnell eine demokratische Regierung aufgebaut werden. Die Sanktionen bewirken einen Abbruch des Geldflusses für Maduro. Er soll so zum Rücktritt gezwungen werden. Dies schuf gestern gemeinsam mit dem Beschluss weiterer Förderkürzungen durch Saudi-Arabien eine preisstützende Grundlage bei den Ölpreisen. Deutlichere Marktreaktionen auf diese Ereignisse blieben seit dem jedoch aus.

Am Morgen reagierte der Ölmarkt noch auf die pessimistischen Prognosen zur chinesischen Wirtschaft, da die Industrieproduktion der größten asiatischen Volkswirtschaft bereits seit zwei Monaten sinkt. Die sich abkühlende Wirtschaftssituation Chinas sorgte dafür, dass die Preisstütze der Ereignisse in Venezuela und der Ankündigung der Saudis zunächst ignoriert wurde. Der Ölpreis sank kurzzeitig deutlich, konnte sich aufgrund der o.g. Ereignisse jedoch wieder schnell erholen.  

Die Kurse stiegen an und zeigten eine verzögerte Reaktion auf die verhängten Sanktionen gegen Venezuela. Diese Entwicklung war zu erwarten, denn nach den starken Auswirkungen der chinesischen Berichte wurden sich viele Händler nun wieder der zu erwartenden Rohölknappheit durch ausbleibende Lieferungen aus Venezuela bewusst. Denn durch die Sanktionen wird es für Venezuela schwieriger, die Rohölexporte abzuwickeln. Es gilt nun, alternative Abnehmer zu finden. Bis diese gefunden sind, wird Venezuela die Exportausfälle nicht ausgleichen können. Auf fallende Preise zu wetten scheint unter diesen Umständen unangebracht zu sein. In der Folge zogen die Ölpreise an.

Gestern empfahlen wir, das wahrscheinlich niedrigste Preisniveau der Woche für den Heizölkauf zu nutzen. Diese Vermutung bestätigt sich heute. Der Heizölpreis steigt an, doch bleibt noch immer unter dem Niveau der Vorwoche, in der der Heizölpreis knapp unter der 70,00 €-Marke stand. Die Gelegenheit ist weiterhin günstig, leere Tanks zu einem guten Kurs aufzufüllen. Heizölkäufer sollten nicht mehr zu lange zögern. Haben Sie das Preistief von gestern verpasst, nutzen Sie heute das Preisniveau um sich vor weiteren möglichen Preisanstiegen abzusichern.
 

Entwicklung Eurokurs

Zum Tagesstart kostete der Euro 1,1445 US-Dollar, was einem leichten Plus im Vergleich zum Dienstagmorgen entspricht. Der Referenzpreis der EZB für Dienstag wurde ebenfalls bei 1,1436 US-Dollar festgesetzt.

Auch zur Wochenmitte notiert der Euro weiterhin über der 1,14 US-Dollar-Marke. Der Kurs zeigt sich weiterhin stabil, da noch immer klare Entscheidungen zum Brexit ausstehen. Gestern Abend erteilte das britische Parlament der Regierung den Auftrag, die Bedingungen des Brexit mit der EU neu zu verhandeln. Anträge zur Verschiebung des Brexit wurden jedoch abgelehnt. Diese Umstände setzen das britische Pfund unter Druck. Die Gemeinschaftswährung bleibt dagegen stabil.

Heute Abend könnte die US-Notenbank Fed Einfluss auf den Eurokurs nehmen. Sie wird neue Entscheidungen zur US-Geldpolitik bekanntgeben.
 

Im Detail: Einflussfaktoren am Markt und in der Politik

  • US-Ölbestandsveränderungen
  • Niedrige Ölexporte Venezuelas
     

API: Veränderungen der US-Ölbestände

Das American Petroleum Institute (API) meldete gestern Abend abermals gestiegene Rohölbestände im US-Markt. Üblicherweise nehmen aufgrund von Wartungsarbeiten an den Raffinerien Ende Januar die Auslastung der Raffinerien ab. Damit erhöhen sich die Rohölbestände, während die Produkte wie Heizöl oder Benzin abverkauft werden und die Produktbestände abnehmen. 


Die API-Daten im Überblick
 

API-Bericht-US-Ölmarkt-Kalenderwoche-05-300119 // Alle Angaben ohne Gewähr

Dementsprechend meldete das API zwar Aufbauten der Rohölbestände, doch diese fielen niedriger als erwartet aus. Die Dieselvorräte wurden ebenfalls aufgebaut, was den Einfluss der niedrigeren Rohölbestände auf den Ölpreis neutralisiert. Es bleiben die Daten des Department of Energy (DOE) abzuwarten, die einen detaillierteren Einblick auf den Ölbestand und den Ölhandel der USA geben.
 

Deutlich niedrigere venezolanische Ölexporte erwartet

Die Händler am Ölmarkt beobachten derzeit die Entwicklungen rund um den venezolanischen Ölexport sehr genau. Ersten Einschätzungen zufolge könnten die US-Sanktionen zur Folge haben, dass die Ölexporte Venezuelas um eine halbe Million Barrel pro Tag sinken könnten. Zuletzt sank die Exportmenge von 1,7 Mio Barrel pro Tag auf nur eine Million Barrel pro Tag. Die Differenz bildet ziemlich genau die Menge ab, die die USA sonst aus Venezuela bezieht. Gemeinsam mit den Förderkürzungen der OPEC, den US-Sanktionen gegen den Iran und den Exportkürzungen in Kanada treibt dieser Umstand vor allem die Preise der schweren Ölsorten.

Anders als der Iran ist es für Venezuela wahrscheinlich einfacher, alternative Abnehmer zu finden und das Öl in andere Länder zu exportieren. Doch dies gestaltet sich schwierig, da der Handel nicht mehr über das Dollar-System abgewickelt werden kann und die Transportwege sich deutlich verlängern.

Hinzu kommt, dass das zähflüssige Rohöl aus Venezuela vor dem Transport mit einem bestimmten chemischen Produkt aufbereitet werden muss, welches bisher immer die USA geliefert hat. Die Lieferungen aus den USA bleiben nun jedoch aus. Als alternativer Lieferant kommt für Maduros Regierung ausschließlich Russland in Frage oder man mischt leichtere Rohölsorten bei, die zuvor aus Algerien bezogen werden müssen. Egal, für welche Lösung sich Venezuela entscheidet: Die Aufbereitung, der Transport und der Handel selbst werden deutlich teurer.

Die Sanktionen treffen Venezuela hart, auch wenn ein Teil der Exportkürzungen ausgeglichen werden kann. Sie werden den Ölpreis voraussichtlich kurzfristig stützen.
 

Heizölpreisentwicklung

Eine 3.000 Liter Standard Lieferung kostet aktuell im bundesweiten Durchschnitt rund 67,15 Cent pro Liter Heizöl. Damit stieg der Heizölpreis im Vergleich zum Dienstag. Gestern lag der Heizölpreis noch bei 66,93 Cent pro Liter Heizöl.

Wenn Sie monatliche Zahlungsarten wie den Heizöl-Ratenkauf oder das heiz&SPAR Wärmekonto nutzen wollen, sollten Sie mehr Zeit bis zur Lieferung einplanen. Die Bearbeitungszeit kann durch den Postweg bis zu zwei Wochen in Anspruch nehmen. Ein fixer Liefertermin kann erst nach Freigabe der Finanzierung durch die Bank bzw. Eingang des unterschriebenen Vertrages abgestimmt werden.

Grundsätzlich empfehlen wir Ihnen unseren Service für eine regelmäßige Preisbenachrichtigung zu nutzen oder einen Heizöl-Wunschpreis anzulegen. So können Sie von Preisrückgängen profitieren und günstiger Heizöl bestellen.

Peter Dudda - Autor

Der Ölmarkt und der Euro-Dollar-Kurs bestimmen Ihren Heizölpreis. Die Märkte bieten täglich Überraschungen. Wir liefern Ihnen die Hintergrundinformationen.

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