Ölpreis vor dem anstehenden Sondermeeting fester

15. April 2016

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Gestern festige der IEA Monatsbericht die Aussicht auf eine drastisch sinkende US-Ölförderung. Dies stützte den Ölpreis, zumal Marktteilnehmer vor dem am Sonntag anstehenden Produzenten-Meeting vorsichtig bleiben. Belastend wirkte auf der anderen Seite, dass Russland anscheinend nicht mit einem schriftlich fixierten Ergebnis rechnet sowie die weiter steigenden Exporte aus dem Iran. Der Heizölpreis steigt heute nur geringfügig.

Ölpreisentwicklung

Der Markt bleibt vor dem Treffen der großen Ölproduzenten nervös. Aktuell scheint eine einheitliche Einigung auf ein Förderlimit eher unwahrscheinlich. Trotzdem sorgt das anstehende Meeting dafür, dass der Ölpreis vorerst nicht abrutscht.

Zwar wird für die Ölexporte des Irans ein starker Anstieg im April prognostiziert. Dem gegenüber stehen allerdings die Aussichten der OPEC sowie der EIA (Amt für Energiestatistik im Energieministerium der Vereinigten Staaten) und IEA (Internationale Energieagentur), dass die Schieferölförderung in den USA bis zum Sommer deutlich sinken wird. Somit bleiben die Ölpreise in etwa auf Vortagesniveau.

Aktuelle Ölpreise an der Londoner Warenterminbörse ICE:

Das europäische Nordseeöl Brent wird aktuell bei 43,92 US Dollar je Barrel gehandelt. Die Notierung für ICE Gasoil, welche den Heizölpreis für das Inland maßgeblich beeinflusst, liegt am heutigen Morgen bei 373,50 US Dollar je Tonne. Beide Notierungen haben im Wochenvergleich wieder deutlich zugelegt.

Seit Anfang des Jahres wird am Markt über mögliche Produktionsbeschränkungen spekuliert. Ein Treffen dazu wurde immer wieder in Aussicht gestellt. Diesen Sonntag wird dieses Treffen tatsächlich stattfinden. Zunächst schien es, dass wichtige Ölproduzenten wie Russland und Saudi-Arabien eine Fixierung der Fördermenge auf das Niveau vom Januar festlegen werden.

Allerdings nahm die Wahrscheinlichkeit dazu in den letzten Wochen stetig ab. Denn aktuell steigern einige potenziell teilnehmende Produzenten ihre Fördermengen. So verzeichnete Russland im März die höchste Produktionsmenge der letzten 30 Jahre. Dies machte eher nicht den Anschein, dass tatsächlich Interesse an einer Reduzierung der Fördermenge besteht.

Zudem weigern sich der Iran und Libyen, an den Maßnahmen teilzunehmen. Krieg und Sanktionen hatten den dortigen Ölexport in den letzten Monaten massiv behindert. Beide Länder zielen nun zunächst darauf ab, die früheren Fördermengen wieder zu erreichen. Danach seien sie eventuell dazu bereit, über Beschränkungen zu sprechen.

Desweiteren sickerte gestern aus Russland durch, dass man dort nicht von einer bindenden Einigung am Sonntag ausgehe. Die Festlegung lockerer Rahmenbedingungen sei eher wahrscheinlich. Dies belastete den Ölpreis gestern Abend zusätzlich.
Trotzdem hat die Aussicht auf dieses Sondermeeting einen weiterhin stützenden Effekt. Denn Analysten sehen in der grundsätzlich bestehenden Gesprächsbereitschaft der Produzenten das Potenzial, dass eine das akute Überangebot an Öl beschränkende Maßnahme in Zukunft folgen könnte.

Zudem stellen IEA, EIA und die OPEC für den kommenden Sommer eine stark sinkende US-Schieferölförderung in Aussicht. Aufgrund des sehr niedrigen Ölpreises seien in den USA auch die Investitionen in der Branche deutlich zurück gegangen. Das Fracking ist bei einem niedrigen Ölpreis kaum rentabel. Daher gehen die Agenturen von einem schneller als bisher erwarteten Rückgang der US-Schieferölindustrie aus.

Somit bleibt der Ölpreis sowohl stützenden als auch den Preis drückenden Signalen ausgesetzt. Die Folge ist, dass der Ölmarkt weiterhin sehr sensibel auf neue Meldungen reagieren wird. Marktteilnehmer blicken nun gespannt nach Doha, wo das am Sonntag geplante Meeting stattfinden wird. Die Ergebnisse und deren Folgen für die Ölpreisentwicklung werden sich dann am Anfang der nächsten Woche zeigen.

Entwicklung Eurokurs

Der Eurokurs hat im Vergleich zum Wochenbeginn deutlich nachgegeben und wird zum aktuellen Zeitpunkt bei 1,1266 US Dollar notiert.

Am Mittwochmorgen hatte ein etwas stärker als erwarteter Rückgang der Industrieproduktion in der Eurozone den Euro belastet. Zudem wird in den USA eine Fortsetzung des Zinsanhebungskurses in Aussicht gestellt, was den US-Dollar stützt.

Heizölpreisentwicklung

Heute kostet eine 3.000 Liter Standard Heizöl-Lieferung im bundesweiten Durchschnitt 46,98 Euro je 100 Liter Heizöl. Damit kostet Heizöl zwei Cent je Liter mehr als noch zum Wochenbeginn.

Sowohl der gestiegene Rohölpreis als auch der etwas schwächere Eurokurs sorgen für einen gestiegenen Heizölpreis. Denn Öl wird grundsätzlich in der amerikanischen Währung gehandelt. Ein stärkerer US-Dollar macht den Kauf von Öl aus Europa somit teurer.

In den letzten Wochen hat die Heizöl-Nachfrage stark nachgelassen, sodass kurzfristige Lieferungen in fast allen Regionen möglich sind.

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