Ölpreis wartet auf Brexit Entscheidung

23. Juni 2016

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Ein möglicher Brexit domminiert weiterhin die Stimmung an de Ölbörsen. Die Meldung der US-Ölbestandsveränderung des amerikanischen Energieministeriums (DOE) drückt auf den Ölpreis. Auch der Heizölpreis sinkt wieder leicht.

Ölpreisentwicklung

Nach anfänglichen Kursgewinnen am Mittwochmorgen sind die Ölpreise wieder leicht gefallen. Im Zuge dessen sind beide hauptsächlich relevanten Ölsorten (Brent & WTI) wieder unter der 50 US-Dollar Marke wiederzufinden.

Aktuelle Ölpreise an der Londoner Warenterminbörse ICE:

Der europäische Ölpreis-Index Brent wird momentan für rund 49,50 US-Dollar je Barrel gehandelt.

ICE Gasoil, der maßgebliche Indikator für den inländischen Heizölpreis, wird derzeit für rund 445 US-Dollar je Barrel gehandelt. Damit hält sich die Notierung im Verlauf dieser Woche stabil auf einem ungefähr gleichbleibenden Niveau.

Entgegen der vom größten Interessenverband der Öl- und Gasindustrie in den USA (API) abgegebenen Schätzungen vom Dienstagabend berichtet das US-Energieministerium gestern vergleichsweise marginale Veränderungen beim Ölbestand.

Dadurch wurden die Erwartungen der Marktteilnehmer auf eine ansteigende Ölnachfrage der USA wieder etwas ausgebremst. Das drückte infolgedessen auf den Ölpreis und ist der hauptsächliche Grund für die letzte Preissenkung.

Aber auch die Unsicherheit über den Ausgang der Brexit-Abstimmung heute Abend führt derzeit noch zu Zurückhaltung im Handel auf den Rohöl- und Finanzmärkten. Experten sind sich jedoch sicher, dass der Ölpreis bei einem Verbleib Großbritanniens in der EU erneut eine starke Aufwärtsbewegung erleben könnte.

Ebenfalls für einen steigenden Ölpreis würden die letzten Nachrichten aus Venezuela sprechen. Das Land mit den größten weltweiten Erdölreserven steckt in den letzten Jahren in einer Wirtschaftskrise und meldete zuletzt ein Haushaltsdefizit von 20 Prozent.

Wenn Venezuela aktuell zum größten Ölproduzenten aufsteigen könnte, hätte das Land genügend Kapazitäten um den Markt für 75 Jahre zu versorgen. Derzeit gelingt es dem Land aufgrund seiner Probleme jedoch nicht einmal annähernd auf Normalniveau zu fördern.

Marktanalysten gehen außerdem davon aus, dass sich die Situation in Venezuela in den kommenden Monaten eher verschlechtern wird. Die dadurch am Markt „fehlenden“ Mengen verhindern eine erneute Überversorgung, wodurch der Ölpreis gestützt wird.

Entwicklung Eurokurs

Der Ausgang des Referendums über einen Austritt Großbritanniens ist noch unsicher und die Befürworter und Gegner liefern sich ein Kopf-an-Kopf-Rennen. Jedoch scheinen die Quoten für einen Verbleib in den letzten Tagen wieder leicht zu steigen.

Dementsprechend wird der Eurokurs derzeit auch leicht gestärkt, sodass ein Euro aktuell rund 1,134 US- Dollar kostet.
Da Öl grundsätzlich in US-Dollar gehandelt hat, vergünstigt ein steigender Eurokurs die Importe für den Euroraum.

Heizölpreisentwicklung

Eine 3.000 Liter Standard Heizöl-Lieferung kostet im bundesweiten aktuell rund 52,17 Euro pro 100 Liter Heizöl.

Unsere Empfehlung lautet aktuell: Wer in den nächsten Wochen Heizöl benötig, sollte in den kommenden Tagen genau beobachten, ob der Ölpreis sich unter der 50 US-Dollar Marke hält oder wieder ansteigt.

Wer sicher gehen will, sollte jetzt bereits Heizöl kaufen. Auch der Kauf einer kleineren Menge kann sich lohnen, um auf weitere Preisrückgänge in der zweiten Jahreshälfte zu spekulieren. Diese sind durchaus möglich. Auch im Vorjahr folgte auf einen starken Anstieg der Ölpreise in der ersten Jahreshälfte, eine deutliche Gegenbewegung in der zweiten Jahreshälfte.

Wir empfehlen Ihnen in jedem Fall, unseren Service für eine regelmäßige Preisbenachrichtigung zu nutzen oder einen Wunschpreis anzulegen. So können Sie von Preisrückgängen profitieren und günstiger Heizöl bestellen.

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