Ölpreis weiterhin mit Abwärtspotenzial

25. Juli 2016

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Ansteigende Exportmengen und eine verhältnismäßig geringe Nachfrage belasten derzeit den Ölpreis. Auch nach dem Wochenende sind zunächst keine Impulse erkennbar, die für einen deutlicheren Anstieg der Heizölpreise sprechen.

Ölpreisentwicklung

Nach Meldungen am Freitagmorgen über ein Rekordniveau bei den chinesischen Benzin- und den irakischen Rohöl-Exporten wurde ein frischer Impuls für eine Abwärtsbewegung der Ölpreise gegeben.

Trotz der sinkenden Ölpreise, sind die Öl-Importe für den Euroraum aufgrund des aktuell starken US-Dollars jedoch nicht günstiger geworden. Da Öl grundsätzlich in US-Dollar gehandelt wird, bedeutet ein steigender Dollarkurs, dass die Importe für den Euroraum teurer werden.

Aktuelle Ölpreise an der Londoner Warenterminbörse ICE:

Der europäische Ölpreis-Index Brent wird momentan für rund 45,26 US-Dollar je Barrel gehandelt. Das ist eine erneute Preissenkung von rund 50 Cent gegenüber Freitagmorgen.

ICE Gasoil, der maßgebliche Indikator für den inländischen Heizölpreis, wird heute Morgen erstmals seit elf Wochen wieder für  unter 400 US-Dollar je Barrel gehandelt.

In den letzten zwei Monaten ist die Anzahl der aktiven US-Ölbohranlagen bereits um fast 20 Prozent gestiegen und Marktteilnehmer gehen deshalb davon aus, dass der Rückgang der US-Ölindustrie damit beendet ist.

Gleichzeitig ist die Anzahl der aktiven Ölbohranlagen in den USA für den Rohölmarkt ein wichtiger Indikator für die zukünftige US-Förderung. Im Zuge dessen wird derzeit vermehrt davon ausgegangen, dass bei einer erneut ansteigenden Förderung die höheren Rohölmengen den Ölpreis weiter senken werden.

Ebenfalls kritisch für den Ölpreis sehen Marktteilnehmer das nahende Ende der Fahrsaison. Als Fahrsaison wird die Ferienzeit während der Sommermonaten bezeichnet. In der Regel sinken nach Ende dieser Periode der Spritverbrauch und daher auch die Nachfrage bei den Privatkunden, weswegen viele Raffineriebetreiber diese Zeit oftmals für Wartungsarbeiten nutzen.

Die dabei sinkende Rohöl-Nachfrage der Raffinerie würde den Ölpreis dann ebenfalls belasten.

Desweiteren spricht man bereits jetzt von einer Überversorgung im Produktbereich (Benzin, Diesel, Heizöl), weil die Nachfrage in den letzten Monaten nicht so stark angestiegen ist, wie erwartet.

Im Herbst während der Wartungsarbeiten könnten die ohnehin schon ungewöhnlich hohen Benzin-Vorräte dann noch weiter ansteigen. Aufgrund des Mangels an Lagerplatz kann es dann dazu kommen, dass Händler versuchen ihre Produkte günstiger zu verkaufen.

Insgesamt sprechen all diese Faktoren für eine günstige Ölpreisentwicklung in den nächsten Monaten.

Für die Euro- oder Ölpreisentwicklung möglicherweise einflussreiche Wirtschaftsdaten der Woche im Überblick*:

Montag, 25.07.2016

  • Veröffentlichung ifo-Geschäftsklimaindex

Dienstag, 26.07.2016

  • Vorabschätzung US-Ölbestandsdaten American Petroleum Institute (API)

Mittwoch, 27.07.2016

  • Offizielle US-Ölbestandsdaten Department of Energy (DOE)
  • Zinssatzentscheidung der US-Notenbank Fed

Freitag, 29.07.2016

  • Baker Hughes Wochenreport (Anzahl aktive US-Bohranlagen)
  • Veröffentlichung der Bruttoinlandsprodukte für die USA und den Euroraum

*Termine ohne Gewähr

Entwicklung Eurokurs

Der Eurokurs bleibt nach dem Wochenende vorerst kaum verändert, nachdem er am Freitag unter die 1,10 US-Dollar gefallen ist.

Marktteilnehmer sprachen bereits vor dem Wochenende von einem impulsarmen Handel, der auch durch ein Treffen der Finanzminister und Notenbankchefs der 20 führenden Volkswirtschaften nicht angekurbelt werden konnte.

Händler warten nun, ob der heute in Deutschland veröffentlichte ifo-Geschäftsklimaindex dem Wechselkurs eine neue Richtung zeigen kann. Derzeit kostet ein Euro rund 1,097 US-Dollar.

Heizölpreisentwicklung

Der Heizölpreis für eine 3.000 Liter Standard Heizöl-Lieferung liegt heute Morgen im bundesweiten Durchschnitt bei knapp über 49 Cent pro Liter Heizöl. Damit kostet Heizöl weiterhin zehn Cent weniger als vor einem Jahr.

Die Ölpreise scheinen aber durchaus noch etwas Abwärtspotenzial zu haben, signifikantere Abwärtsbewegungen halten wir dagegen kurzfristig für weniger wahrscheinlich.

Wer sicher gehen will, sollte aber jetzt bereits Heizöl kaufen. Auch der Kauf einer kleineren Menge kann sich lohnen, um auf spätere Preisrückgänge zum Jahresende zu spekulieren.

Wir empfehlen Ihnen in jedem Fall, unseren Service für eine regelmäßige Preisbenachrichtigung zu nutzen oder einen Wunschpreis anzulegen. So können Sie von Preisrückgängen profitieren und günstiger Heizöl bestellen.

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