Ölpreise am Freitag stabil auf niedrigem Niveau

21. April 2017

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Preissturz vom Mittwoch aufgehalten. Berichte über bevorstehende Förderquotenverlängerung der OPEC sorgen für Stabilisierung. Öl-Preisentwicklung bleibt unsicher.

Ölpreisentwicklung

Nachdem am Mittwoch neue Bestandsdaten aus den USA zu einem erheblichen Preissturz geführt hatten, nutzten Händler am Donnerstag das niedrige Preisniveau für überdurchschnittliche hohe Aufkäufe.

Trotz Meldungen über eine interne Einigung einiger OPEC-Mitglieder und der erhöhten Nachfrage an den Märkten, blieb der Druck auf die Preise im Verlauf des Handelstages erhalten. Als Grund wird das Überangebot an kurzfristig verfügbaren Öl-Lieferungen angenommen. Die Preise blieben entsprechend auf einem stabilen niedrigen Niveau und auch der Handel am Freitag startet ohne große Veränderungen. 


Aktuelle Ölpreise an der Londoner Warenterminbörse ICE:

Ein Barrel für die europäische Ölsorte Brent notiert heute Morgen bei 53,02 US-Dollar. Das liegt nur leicht über dem schwachen Schlusspreis vom Mittwoch (52,99 US-Dollar).

Der maßgebliche Indikator für den inländischen Heizölpreis, ICE Gasoil, notiert am Morgen bei 476,00 US-Dollar für die Lieferung im Mai. Am Donnerstag lag der Schlusspreis auf ähnlichem Niveau bei 476,00 US-Dollar. Am Mittwoch konnte noch ein Schlusspreis von 487,75  US-Dollar verzeichnet werden.

Einigung um Förderquotenverlängerung?

Seit Wochen werden aus OPEC-Kreisen Bekundungen zur Verlängerung der Förderbeschränkungen über die erste Jahreshälfte 2017 hinaus vernommen. Besonders die wichtigen OPEC-Staaten Saudi Arabien und Iran sorgten mit ihrer Rhetorik immer wieder für kurzfristige Preisbewegungen, wenigstens für Stabilisierungen an den Öl-Märkten. Fakten wurden bis dato allerdings nicht geschaffen, da stets auf den OPEC-Gipfel und die dort anstehenden Verhandlungen Ende Mai in Wien verwiesen wurde. Die aktuellste Meldung könnte nun tatsächlich für Tatsachen sorgen.

Danach haben sich die OPEC-Staaten Saudi Arabien, die Vereinigten Arabischen Emirate sowie die Emirate Bahrain, Katar und Kuwait, aber auch die Nicht-OPEC-Staaten Iran, Venezuela und Oman über eine neue Förderquotenregelung geeinigt. Um auch andere Öl-Förderstaaten zur Teilnahme an dem Abkommen zu bewegen, wurde laut Meldungen durch Saudi Arabien eine kürzere Laufzeit von nur Drei Monaten ins Spiel gebracht. Dies hätte zur Folge, dass für die Zeit Nach September erneut verhandelt werden müsste. Ob mit dieser Unsicherheit, die Anfang der Woche ausgegebene Preisstabilisierung auf ein Niveau von 60 US-Dollar erreicht werden kann bleibt fraglich.

Zum Ende des letzten Jahres einigten sich die Staaten des OPEC-Kartells, aber auch Nicht-OPEC-Staaten wie Russland auf die Beschränkung ihrer Fördermengen. Die künstliche Verknappung hat zum Ziel, die Ölpreise auf einem höheren Niveau zu halten. Bisher haben sich alle Staaten weitestgehend an das Abkommen gehalten. Ende Juni dieses Jahres läuft das bestehende Abkommen aus.

Weitere Preisentwicklung undurchsichtig

Die künftige Preisentwicklung unterliegt immer mehr unsicheren Faktoren. Händler und Analysten diskutieren zurzeit sehr konträr über eine mögliche Entwicklung. Zum Einem bleibt natürlich abzuwarten, welche Einigung die OPEC-Staaten mit ihren Partnern tatsächlich erzielen können. Auf der anderen Seite bleibt das weitere Verhalten der Ölproduzenten im US-Markt abzuwarten. Bisher steigt die Öl-Produktion im US-Markt kontinuierlich an und hat die Mindermengen der OPEC bisher bereits um ein Drittel ausgeglichen.

Als dritter Faktor auf der Angebotsseite können die Entwicklungen in Libyen und Kanada angesehen werden. Hier kam es zum Anfang des Monats aufgrund von kriegerischen Auseinandersetzungen in Libyen und eines Großbrandes in Kanada zu Produktionsausfällen. Die Vergangenheit hat gezeigt, dass sich gerade in Libyen die Situation vom einem zum anderen Tag entspannen kann. Innerhalb von wenigen Tagen könnte sich die Produktionsmenge Libyens wieder erhöhen und die Preise drücken.

Über alldem steht letztlich die Entwicklung auf der Nachfrageseite. Insbesondere zeigt sich jetzt schon, dass die Nachfrage nach Benzinprodukten im US-Markt nicht wie erwartet ausfällt. Es bleibt abzuwarten ob die saisonbedingte konjunkturelle Frühjahrsbelebung in den nächsten Wochen eintreten wird und zu einer Entspannung auf dieser Seite führt.

Neben den USA steht auch Europa im Fokus. Am Sonntag finden in Frankreich Präsidentschaftswahlen statt. Der Kandidatin der europakritischen Partei Front National werden gute Chancen eingeräumt in die zweite Wahlrunde zu kommen, welche eine Stichwahl zwischen Ihr und einem Ihrer drei Kontrahenten zur Folge hätte.

Sollte der Front National künftig tatsächlich das Präsidialamt mit Ihrer Kandidatin besetzen, ist es laut Experten fraglich was dies für die europäosche Ordnung bedeuten könnte. In jedem Fall kann davon ausgegangen werden, dass der europäische Binnenmarkt und die Eurozone unter Druck geraten werden. Unter Umständen mit noch nicht absehbaren Folgen für den europäischen Wirtschaftsraum insgesamt. 

Mit Blick nach Asien beobachten die Händler weiterhin das Verhalten des Nord-Koreanischen Staatsführers und seinen bisher rhetorischen Schlagabtausch mit dem Präsidenten der USA. Die Intervention der USA vor einigen Wochen in Syrien hat gezeigt, wie empfindlich die Handelsplätze auf kriegerische Auseinandersetzungen reagieren. Binnen Stunden nach den ersten Meldungen stiegen die Öl-Preise erheblich an. 

Die Öl-Preisentwicklung für das Jahr 2017 bleibt aufgrund dieser vielen unsicheren Faktoren alles andere als durchschaubar. Heizölkunden raten wir an, kurzfristige Preisschwankungen für Ihren Kauf zu nutzen. 


Entwicklung Eurokurs

Der Eurokurs notiert aktuell bei 1,0718 US-Dollar und geht damit gestärkt in den Handelstag. Der Schlusspreis am Donnerstag lag bereits ebenfalls auf diesem Niveau (1,0717 US-Dollar). Die EZB setzte den Referenzkurs am Mittwoch etwas höher auf 1,0745 US-Dollar fest. 

Vor den Wahlen am Sonntag in Frankreich werden für den aktuellen Handelstag keine größeren Impulse für die Kursentwicklung erwartet. Einzig aktuelle Konjunkturdaten könnten für eine weitere Aufwärtsentwicklung sorgen. Experten gehen von einem robustem Wachstum aus.  

Heizölpreisentwicklung

Die Stabilisierung der  Ölpreise schlagen sich auch im tagesaktuellen Heizölpreis nieder. Das niedrige Preisniveau an den Märkten und ein starker Euro sorgen für einen niedrigen Heizölpreis am Freitag. Eine 3.000 Liter Standard Lieferung kostet momentan im bundesweiten Durchschnitt rund 58,23 Cent pro Liter Heizöl. Am Donnerstag waren es noch 58,44 Cent.

Heute wäre also der ideale Zeitpunkt zu reagieren und sich für die Heizöllieferung zu entscheiden – insbesondere, wenn sich der Tank leert. Es bleibt aufgrund der zurzeit undurchsichtigen Marktlage fraglich, ob es in den nächsten Tage weitere Impulse für eine weitere Preisabsenkung gibt oder ob die Preise eventuell sogar anziehen.

Mit dem baldigen Heizölkauf können unsere Kunden den weiteren kurz- und mittelfristigen Preisveränderungen gelassen entgegensehen – ganz gleich, wie diese aussehen.

Wenn Sie monatliche Zahlungsarten wie  Heizöl auf Raten oder das heiz&SPAR Wärmekonto nutzen wollen, sollten Sie mehr Zeit bis zur Lieferung einplanen. Die Bearbeitungszeit kann durch den Postweg bis zu zwei Wochen in Anspruch nehmen. Ein fixer Liefertermin kann erst nach Freigabe der Finanzierung durch die Bank bzw. Eingang des unterschriebenen Vertrages abgestimmt werden.

Grundsätzlich empfehlen wir Ihnen unseren Service für eine regelmäßige Preisbenachrichtigung zu nutzen oder einen Heizöl-Wunschpreis anzulegen. So können Sie von Preisrückgängen profitieren und günstiger Heizöl bestellen.

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