Ölpreise auf neuem Jahreshoch

27. April 2016

Heizoelpreis steigt 270416

Die Ölpreise sind gestern nach der Vorabschätzung der amerikanischen Ölbestände auf ein neues Jahreshoch gestiegen. Obwohl Gewinne vom Euro den Preisanstieg abfedern, erwarten wir den durchschnittlichen Heizölpreis nahe der 50 Cent-Marke.

Ölpreisentwicklung

Trotz leichter Verluste behielten die Ölpreise in den letzten Tagen ihre feste Tendenz. Der gestrige Preissprung wurde in erster Linie durch die Vorabschätzung der US Ölbestände vom API (American Petroleum Institute, größter Interessenverband der US-Öl- und Gasindustrie) ausgelöst.

Aktuelle Ölpreise an der Londoner Warenterminbörse ICE:

Der europäische Ölpreis-Index Brent wird aktuell bei 46,28 US Dollar je Barrel gehandelt. ICE Gasoil, der maßgebliche Indikator für den inländischen Heizölpreis, wird bei 401,50 US Dollar je Tonne notiert. Die Notierung liegt damit erstmals in diesem Jahr über der psychologisch wichtigen 400 US-Dollarmarke.

Das API meldete gestern überraschend Abbauten bei den amerikanischen Ölbeständen. Am Markt rechnete man mit einer gegensätzlichen Entwicklung. Da es sich nur um eine Vorabschätzung handelt, richtet sich der Fokus nun auf die offiziellen Daten des DOE (Department of Energy, Amerikanisches Energieministerium), die am heutigen Nachmittag veröffentlicht werden.

Neben den Bestandsveränderungen enthalten die Daten des DOE auch Details zu Importen, der Nachfrageentwicklung und zu der US Ölförderung. Aussagen der amerikanischen Schieferöl-Produzenten waren ein zusätzlicher preistreibender Faktor im gestrigen Handelsverlauf.

Verschiede Produzenten haben die Inbetriebnahme neuer Ölquellen angekündigt, sollte der Ölpreis WTI ein Niveau zwischen 50 und 55 Dollar erreichen. Im Grunde keine stützende Aussage, da der Rückgang der amerikanischen Ölförderung als ein wesentlicher Faktor für eine Reduzierung des Überangebotes am Ölmarkt gesehen wird.

Die genannten 50 US-Dollar liegen allerding um  fünf bis zehn Dollar über dem  bisher angenommen Wert, ab dem  eine rentable Ölförderung in den USA möglich wäre. Die 50 US-Dollar sind damit eine neue wichtige psychologische Hürde am Ölmarkt. Für spekulative Marktteilnehmer haben die Ölpreise damit weiterhin Potenzial für einen Anstieg.

Dem entgegen steht ein geplanter Ausbau der Ölproduktion seitens einiger großer OPEC Produzenten und Russlands. Analysten gehen davon aus, dass alleine die Ölproduktion der OPEC bis Juni um etwa eine Million Barrel pro Tag zunehmen könnte, was die sinkende US Ölförderung mehr als kompensieren würde.

Voraussetzung dafür wäre aber,  dass Länder wie Nigeria, Irak und Libyen ihre Produktions- und Exportprobleme beheben können. Neben den Spekulationen um eine Deckelung der Fördermengen werden die Ausfälle im Angebot aus diesen Ländern  für die seit Mitte Februar steigenden Ölpreise mitverantwortlich gemacht.

Noch entscheidender wird jedoch sein, ob der Iran sein geplantes Produktionsziel von vier Millionen Barrel pro Tag erreichen kann. Seit dem Ende der Sanktionen soll der Iran seine Förderung bereits um eine Million Barrel pro Tag gesteigert haben.

Entwicklung Eurokurs

Ein Euro ist auf 1,133 US-Dollar gestiegen. Einen Tag vor der heutigen Zinsentscheidung der US-Notenbank Fed wurden in den USA schwache Konjunkturdaten veröffentlicht, wodurch der Dollarkurs geschwächt wurde.

Am Finanzmarkt rechnet so gut wie niemand damit, dass die amerikanische Notenbank die Zinswende in diesem Monat fortsetzt. Allerdings erhofft man sich Signale, ob im Juni mit einer weiteren Zinserhöhung gerechnet werden kann.

Eine Erhöhung des Leitzinses würde den US-Dollar potenziell stärken und den Euro entsprechend schwächen. Da Öl grundsätzlich in US-Dollar gehandelt wird, verteuert ein schwächerer Euro die Öl-Importe der Eurozone.

Heizölpreisentwicklung

Eine 3.000 Liter Standard Heizöl-Lieferung kostet aktuell im bundesweiten Durchschnitt über 49 Cent pro Liter Heizöl. Der Heizölpreis nähert sich damit erstmals seit Anfang Dezember wieder der 50 Cent-Marke.

Wenn heute vom DOE veröffentlichten Ölbestandsdaten die bisherig Schätzung bestätigen und sich der Trend einer sinkenden US-Ölproduktion fortsetzt, wird der Ölpreis vermutlich weiter steigen. Abhängig von den weiteren eingangs beschriebenen Rahmenbedingungen, stiege damit dann aber auch das Potenzial für größere Korrekturbewegungen in die andere Richtung.

Aufgrund der momentan immer noch komfortablen Versorgungslage am Ölmarkt, rechnen wir nicht mit nachhaltig steigenden Preisen für Heizöl. Klar sollte aber auch sein, dass kurzfristig betrachtet im Moment mehr für steigende als für fallende Heizölpreise spricht.

Wer noch genügend Heizöl im Tank hat, kann durchaus auf sinkende Heizölpreise spekulieren. Kurzfristige Lieferzeiten sind fast überall verfügbar.

Wir empfehlen unseren Service für eine regelmäßige Preisbenachrichtigung zu nutzen oder einen Wunschpreis anzulegen. So können Sie auch von kurzfristigen Preisrückgängen profitieren und günstiger Heizöl bestellen.