Ölpreise bleiben unter Druck – Libyen fährt Produktion wieder hoch

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Die Ölpreise fallen am Donnerstag auf Monatstief. Russland hält sich mit Aussagen zu künftigen Förderkürzungen weiter zurück. Libyen könnte Öl-Produktion auf mittelfristig 1 Mio. Barrel pro Tag verdoppeln. Anzahl US-Bohranlagen auf Rekordstand seit 2015.

Ölpreisentwicklung

Die Bestandsmeldungen aus dem US-Markt vom Mittwoch sorgten auch am Donnerstagmorgen weiter für Druck auf die Märkte. Im weiteren Verlauf des Handelstages sorgten Meldungen aus Libyen für Aufsehen: Die Ölfelder Sharara und El-Feel haben ihre Produktion wieder aufgenommen. Insgesamt verfügen beide Ölfelder über eine Produktionskapazität von 400.000 Barrel / Tag. Weiterhin setzt das undurchsichtige Verhalten Russlands den Märkten zu. Bisher konnten noch keine Meldungen zur Bereitschaft die Förderquoten der OPEC über Juni hinaus zu verlängern von offizieller Seite vernommen werden.     

Auch zum Ende der Handelswoche setzt sich der Trend der vergangenen Tage fort. Die Preise schwanken auf verhältnismäßig niedrigem Niveau und haben ihr Monatstief erreicht. Zum Handelsbeginn am Freitag ziehen die Preise leicht an. Der Euro ist indes wieder unter die 1,09-Marke gefallen. Als Grund gilt unter anderem die schwache Konjunktur Frankreichs im 1. Quartal 2017.

Aktuelle Ölpreise an der Londoner Warenterminbörse ICE:

Der europäische Ölpreis Brent notiert aktuell bei 51,58 und liegt damit gleich auf mit dem Preis von Donnerstagmorgen (51,59 US-Dollar). Der Schlusspreis von Donnerstag lag etwas niedriger bei 51,44 US-Dollar. Der maßgebliche Indikator für den inländischen Heizölpreis, ICE Gasoil, notiert aktuell bei 455,75 US-Dollar für die Lieferung im Mai. Der Schlusspreis für Donnerstag lag bei 451,25 US-Dollar. Vor zwei Wochen lag der Preis noch auf einem Niveau von 497,00 US-Dollar.

Libyen erhöht Produktion

Die Öl-Wirtschaft im als politisch instabil geltenden Libyen ist in den vergangenen Jahren zum Spielball der konkurrierenden politischen Gruppierungen im Land geworden. Immer wieder werden Produktionsstätten, Öl-Felder, Pipelines oder Häfen von Milizen besetzt und sorgen für kurzfristige Produktions- oder Lieferausfälle welche dann auf unbestimmte Zeit anhalten. Nachdem das Ölfeld Sharara bereits zum Jahresbeginn besetzt wurde, konnte es im März seine Produktion wieder aufnehmen. Ende März wurde dann eine wichtigste Pipeline zu den Ölhäfen der Mittelmeerküste besetzt und das Ölfeld musste seine Produktion wieder zurückfahren.

Mit der neuesten Entwicklung ist Libyen in der Lage seine Produktion um 0,4 Millionen Barrel / Tag zu erhöhen. Es kann davon ausgegangen werden, dass das Land damit seine Gesamtfördermenge in den nächsten Tagen auf 0,7 Millionen Barrel / Tag ausbauen kann. Nach Angaben des staatlichen Öl-Unternehmens NOC, soll die Produktion bis August auf auf eine Million Barrel pro Tag erhöht werden. Libyen ist unter anderem aufgrund seiner instabilen politischen und wirtschaftlichen Lage von den OPEC-Kürzungen ausgenommen und kann daher theoretisch unbegrenzt Öl auf den Markt schieben.

Mit Blick auf die Vergangenheit bleibt es jedoch fraglich, wie lange das Land seine Produktion tatsächlich aufrecht erhalten kann. 

Entwicklung Eurokurs

Nach Meldungen über die aktuelle Konjunkturentwicklung in Frankreich, fällt der Euro am Freitag wieder unter 1,09-Marke und notiert aktuell bei 1,0874 US-Dollar. Die Europäischen Zentralbank legte den Preis am Donnerstag auf 1,0881US-Dollar fest.

Für den Freitag werden neue Daten zur Geldmengenentwicklung im Euroraum und Verbraucherpreisdaten für das zurückliegende Quartal erwartet. Im US-Markt werden heute vor allem Daten zur Wirtschaftsentwicklung für die ersten drei Monate des Jahres 2017 Beachtung finden.

Heizölpreisentwicklung

Verbraucher profitieren aufgrund der Ölpreisentwicklung und des starken Euro weiterhin von leicht sinkenden Heizölpreisen. Eine 3.000 Liter Standard Lieferung kostet aktuell im bundesweiten Durchschnitt rund 56,15 Cent pro Liter Heizöl. Am Donnerstag waren es noch 56,40 Cent.

Es lohnt sich, dieses Preisniveau zu sichern und sich jetzt für den Heizölkauf zu entscheiden – insbesondere bei einem fast leeren Tank. Denn die Preise könnten ihre Kehrtwende fortsetzen.

Dennoch ist vollkommen unklar, wie sich das Öljahr 2017 letztendlich entwickeln wird. Und dieser Unsicherheit gehen Sie mit einem baldigen Heizölkauf aus dem Weg.

Wenn Sie monatliche Zahlungsarten wie den Heizöl-Ratenkauf oder das heiz&SPAR Wärmekonto nutzen wollen, sollten Sie mehr Zeit bis zur Lieferung einplanen. Die Bearbeitungszeit kann durch den Postweg bis zu zwei Wochen in Anspruch nehmen. Ein fixer Liefertermin kann erst nach Freigabe der Finanzierung durch die Bank bzw. Eingang des unterschriebenen Vertrages abgestimmt werden.

Grundsätzlich empfehlen wir Ihnen unseren Service für eine regelmäßige Preisbenachrichtigung zu nutzen oder einen Heizöl-Wunschpreis anzulegen. So können Sie von Preisrückgängen profitieren und günstiger Heizöl bestellen.

 

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