Ölpreise brechen ein – Heizöl günstiger

14. November 2018, Peter Dudda

Heizölpreise sinken zur Wochenmitte 14.11.18

Der aktuelle Monatsbericht der OPEC sorgt am Dienstag für deutlich fallende Ölpreise. Die OPEC korrigiert ihre Prognosen zur Ölnachfrage deutlich nach unten, zeitgleich wird aktuell viel Öl produziert. Trotz einer weiter angespannten Versorgungslage, geben auch die Heizölpreise kräftig nach.

Ölpreisentwicklung – Wichtiges auf einen Blick

  • Ölpreise im freien Fall
  • OPEC: Öl-Nachfrage sinkt, Öl-Angebot steigt
  • Nigeria baut Ölförderung weiter aus
  • Brent bei 65,31 US-Dollar / ICE-Gasoil bei 629,50 US-Dollar
  • Euro bei 1,1284 US-Dollar
  • Heizölpreis bei 88,81 Euro / 100L
     

Wesentliche Einflussfaktoren auf die aktuelle Ölpreisentwicklung

 Saudi-Arabien kündigt Exportkürzungen an und bringt Förderkürzungen ins Spiel
 OPEC und Russland bringen weitere Produktionskürzungen ins Spiel
 Venezuela fördert alarmierend weniger Öl
 Zweite Sanktionswelle gegen Iran tritt in Kraft
 Saudi-Arabien erwägt Produktionskürzungen
 Sicherheitslage im Irak angespannt – Ölindustrie bedroht

 US-Pipelineprojekte bald abgeschlossen – mehr US-Öl für den Weltmarkt in Aussicht
 Trump will angeblich Handelsstreit mit China beilegen
 USA baut weiteres Export-Terminal für Öl
 Russland weitet Förderreserven aus

 OPEC & EIA erwarten sinkende Nachfrage- und zugleich steigende Produktionsentwicklung
 Indien und Südkorea erhalten Sondergenehmigungen von USA für iranisches Öl
 USA fördern auf Rekordniveau und nähern sich Energieunabhängigkeit
 Saudi-Arabien und Russland haben Ölförderung um 1,5 Mio. Barrel pro Tag angehoben
 Libyen mit ausbaufähiger Ölförderung
 Irak auf Exporthoch – mit noch freien Kapazitäten

 

Aktuelle Ölpreise an der Londoner Warenterminbörse ICE:

Der Kurs der europäischen Referenzölsorte Brent notierte nach äußerst kräftigen Abschläge am Morgen bei 65,31 US-Dollar. Der Vergleichswert von Dienstagmorgen lag noch bei 69,44 US-Dollar. Der Schlusspreis wurde bei 65,47 US-Dollar festgesetzt.

ICE Gasoil, der maßgebliche Indikator für den inländischen Heizölpreis, hat ebenfalls kräftig nachgegeben und stand am Morgen bei 629,40 US-DollarDer Vergleichswert am Dienstag lag noch bei 655,25 US-Dollar, zum Wochenbeginn waren es noch 696,00 US-Dollar. Der Schlusspreis wurde am Dienstag bei 639,00 US-Dollar.

Heizölpreisentwicklung der letzten 30 Tage Stand: 14.11.2018 // Alle Angaben ohne Gewähr

Alle Angaben ohne Gewähr. Weitere aktuelle Notierungen finden Sie täglich neu auf unserer Heizölpreisseite.
 

Die Preisentwicklung im Überblick

Sorgte am Montagabend noch ein Tweet von US-Präsident Trump für bereits deutlich sinkenden Ölpreise, war es gestern der OPEC-Monatsbericht der die Kurse veranlasste zum freien Fall überzugehen. Gerechnet hatten wir mit einer derartigen Entwicklung nicht, schließlich sorgte das am Wochenende abgegebene Statement Saudi Arabiens die Ölförderung wieder drosseln zu wollen, eher für eine Konsolidierung der Kurse – Trump hin oder her.

Mit der Veröffentlichung des Monatsberichts des OPEC-Kartells wandelte sich die Stimmung schlagartig von einigermaßen neutral in klar preistreibend. Das Kartell geht in seinem jüngsten Zahlenwerk davon aus, dass die Nachfrage im laufenden und nächsten Jahr noch deutlicher zurückgehen wird als noch im letzten Monat prognostiziert. Gleichzeitig zeigt der Bericht, dass die OPEC trotz der Produktions- bzw. Lieferausfälle im Iran und in Venezuela ihre Gesamtproduktion dennoch anheben konnte. In der Folge gab die europäische Referenzsorte Brent um knapp 5% nach, ein Verfall dieser Größenordnung an nur einem Handelstag ist schon sehr außergewöhnlich.

Die weiterhin niedrigen Rheinpegel sind neben einem insgesamt sehr schwachen Euro ein zusätzliches Hindernis für günstigeres Heizöl im Inland. Die betroffenen Regionen müssen aus anderen Regionen versorgt werden, Händler nehmen entsprechend weite Wege in Kauf um die bundesweite Versorgung mit Heizöl und Kraftstoffen zu sichern. Das sorgt letztlich aber auch dafür, dass in Regionen die von der Versorgung des Rheins, der Donau oder der Elbe eigentlich unabhängig sind, ebenfalls mit höheren Preisen und sinkenden Vorräten zu kämpfen haben. Dennoch reichen die gestrigen und heutigen Abwärtsbewegungen an den Ölbörsen aus, um sich heute auch im Heizölpreis deutlich sichtbar niederzuschlagen.
 

Entwicklung Eurokurs

Zum Tagesstart kostete der Euro 1,1284 US-Dollar, Dienstag um die gleiche Zeit waren es 1,1244 1 US-Dollar. Der Referenzpreis der EZB für Montag wurde bei 1,1261 US-Dollar festgesetzt.

Der Euro ist weiterhin schwach, konnt gestern allerdings wieder etwas zulegen und sorgte neben dem OPEC-Bericht damit ebenfalls für Druck auf die Ölpreise. Schließlich können mit einem stärkeren Euro mehr Waren gekauft, die am Weltmarkt in US-Dollar gehandelt werden. Das sich der Euro nach seinen Verlusten der Vortage wieder etwas stabilisiert liegt wohl vor allem an der Meldung, dass es nun ein Vertragswerk zum Austritt Großbritanniens geben soll. Allerdings gibt es hier noch die Nebenmeldung, dass der Vertrag noch nicht vom britischen Parlament ratifiziert wurde. Belastend auf den Euro wirkt sich weiter das Gebaren der italienischen Regierung bei der Gestaltung ihres Haushalts aus. Trotz der Abmahnung durch die EU-Kommission wurde der Haushaltsentwurf nur an wenigen Stellen nachgearbeitet. Letztlich läuft auch mit den geänderten Papier alles auf eine Neuverschuldung von 2,4% hinaus.

 

Im Detail: Einflussfaktoren am Markt und in der Politik

  • Nigeria baut Ölförderung weiter aus
     

Nigeria will Förderung um 200.000 Barrel pro Tag steigern

Aktuell mutet es nur als Randnotiz an: Das ölreiche afrikanische Land Nigeria plant den weiteren Ausbau seiner Ölförderung. Aktuell fördert das Land etwa 1,6 Millionen Barrel pro Tag. Im nächsten Jahr sollen es pro Tag 200.000 Barrel mehr werden. Für die aktuelle Ölpreisentwicklung spielt diese Nachricht zwar kaum eine Rolle, doch dürfte sie spätestens bei der nächsten Verhandlung eventueller OPEC-Förderquoten interessant werden.

Im noch derzeit bestehenden OPEC-Deal zur Beschränkung der eigenen Ölförderung, wurde Nigeria und Libyen aufgrund der eigenen wirtschaftlichen und innenpolitischen Instabilität ausgenommen. Beide Länder haben ihre Ölförderung in den letzten Monaten deutlich ausgebaut, sollte es jetzt wieder zu einer Beschränkung durch die OPEC kommen, könnte das zu einer kleinen Zerreißprobe innerhalb des Kartells werden.

 

Heizölpreisentwicklung

Eine 3.000 Liter Standard Lieferung kostet aktuell im bundesweiten Durchschnitt rund 88,81 Cent pro Liter Heizöl. Am Dienstag waren es noch 91,65 Cent.

Wenn Sie monatliche Zahlungsarten wie den Heizöl-Ratenkauf oder das heiz&SPAR Wärmekonto nutzen wollen, sollten Sie mehr Zeit bis zur Lieferung einplanen. Die Bearbeitungszeit kann durch den Postweg bis zu zwei Wochen in Anspruch nehmen. Ein fixer Liefertermin kann erst nach Freigabe der Finanzierung durch die Bank bzw. Eingang des unterschriebenen Vertrages abgestimmt werden.

Grundsätzlich empfehlen wir Ihnen unseren Service für eine regelmäßige Preisbenachrichtigung zu nutzen oder einen Heizöl-Wunschpreis anzulegen. So können Sie von Preisrückgängen profitieren und günstiger Heizöl bestellen.

 

     Peter Dudda - Autor
            

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