Ölpreise drehen leicht ins Plus – API vermeldet erneut weniger US-Öl

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Wie schon vergangene Woche hat das American Petroleum Institute (API) deutlich geringere Bestände an Rohöl in den USA vermeldet. Diese News stabilisierten die Ölpreise, die gestern eher die Abwärtsrichtung kannten. Das begünstigte technische Käufe, ansonsten bleibt der Markt eher pessimistisch.

Ölpreisentwicklung

Die Händler scheinen immer noch an den Neuigkeiten vom Wochenstart zu knabbern zu haben. Die gesunkene Nachfrage in China sowie der Boom der US-Ölindustrie wirkten auch gestern nach und schickten die Ölpreise in einen kontinuierlichen Abwärtstrend.

Dieser wurde erst gebremst, als zum einen Käufe platziert wurden, da sich das niedrige Preisniveau kurzfristig lohnte. Auch vermeldete das American Petroleum Institute (API) deutlich gesunkene US-Rohölbestände, was die Preise ebenfalls stützte.

Aktuelle Ölpreise an der Londoner Warenterminbörse ICE:

Der europäischen Ölpreis Brent notiert momentan bei 51,12 US-Dollar. Gestern um die gleiche Zeit waren es noch 50,79 US-Dollar, der Schlusspreis für Dienstag lag bei 50,80 US-Dollar. Diese Veränderung scheint erst einmal marginal, doch dahinter stehen deutliche Tagesbewegungen.

Das gilt auch für ICE Gasoil, den maßgeblichen Indikator für den inländischen Heizölpreis. Dieser liegt zurzeit bei 474,75 US-Dollar, der Schlusspreis für Dienstag lag bei 471, 50 US-Dollar. Hier zeigt sich jedoch eher die deutliche Veränderung, denn der Schlusspreis am Montag betrug noch 483,50 US-Dollar.

Eine Übersicht über die Kursentwicklung der ausschlaggebenden Notierungen für den Heizölpreis finden Sie täglich aktuell auf unserer Heizölpreisseite

Im Grunde hat sich das Bild über den Vergleichszeitraum einer Woche hinweg kaum verändert. Die Stimmung an den Märkten ist pessimistisch und erhält durch Meldungen, wie den Boom der US-Ölindustrie und den offenbar starken Nachfragerückgang im Importland China neues Futter. Von der OPEC erwartet sich kaum ein Marktteilnehmer wohl noch tragfähige Resultate. Das schickt die Kurse zwangsläufig ins Minus. Und das wiederum ruft Käufer auf den Plan, die das niedrige Niveau der Preise für kurzfristige Käufe nutzen.

API-Daten stabilisieren Preise kurzfristig

Erneut vermeldet das American Petroleum Institute (API) überraschend deutlich gesunkene Bestände an US-Rohöl. Einer Markterwartung von 3 Mio. Barrel weniger steht ein gemeldeter Rückgang von 9,2 Mio. Barrel gegenüber.

Dies ist allerdings noch kein Anlass, die Preisprognose nach oben zu korrigieren. Denn bei Benzin, dem zweiten wichtigen Faktor in dieser Jahreszeit, sind die Vorräte laut API wohl gestiegen (+0,3 Mio. Barrel). Und das widerspricht den Erwartungen, schließlich wird Benzin im Sommer meist stärker nachgefragt. Gleichzeitig sind jedoch die Destillate vorratstechnisch gesunken, was im Sommer eher überraschend ist. Denn Destillate als Vorstufe verschiedener Ölprodukte sind vor allem als Vorprodukt von Heizöl interessant, an dem im Sommer weniger Bedarf besteht.

Zur Raffinerieauslastung macht das API keine Aussagen, diese Werte kommen erst heute Nachmittag vom Department of Energy (DOE), das erfahrungsgemäß den Daten des API gern widerspricht.

Unterm Strich ergeben die Daten ein eher ambivalentes Bild, auch wenn sich der Markt heute Morgen vor allem auf die Rohölbestände stützt. Vergangene Woche gab es praktisch keinerlei Reaktion auf den API-Bericht, der bereits ein ähnliches Bild zeichnete. Doch zweimal hintereinander deutlich gesunkene Vorräte sind definitiv ein Signal.

Es lässt sich so interpretieren, dass zumindest die Importe an den Küsten gesunken sind, auch wenn es momentan mehr Öl in Cushing, Oklahoma gibt, dem zentralen Umschlagplatz der US-Ölindustrie. Weniger Importe deuten auf weniger Angebot auf dem globalen Ölmarkt hin, was wiederum als vorsichtiges Zeichen dafür gedeutet werden könnte, dass die OPEC-Kürzungen zumindest teilweise greifen.

Nichtsdestotrotz scheint es keine Trendwende oder Stimmungsaufhellung am Markt zu geben, solange es an einschneidenden, tragfähigen News fehlt. Denn das libysche Ölfeld Sharara, das am Wochenende seine Produktion aus bisher unbekannten Gründen deutlich gedrosselt hatte, läuft wohl wieder mit voller Kraft.

Außerdem müssen sich die Händler aus Nachfragesicht langsam auf das Ende des Sommers vorbereiten. Sobald der Herbst kommt, sinkt zum Beispiel der Bedarf an Öl in den Golfstaaten für Klimaanlagen und Co. Und das wiederum könnte die Exportquote trotz aller Versprechen von etwa Saudi-Arabien für September wieder erhöhen.

Es bleibt also im Grunde alles so, wie es ist: Verunsicherung, Pessimismus und ein kurzfristiges Händlerverhalten bestimmen den Markt. Das macht die Prognosen für das restliche Jahr 2017 ungleich schwerer – wie sich auch den ständig korrigierten Preisprognosen der großen Investmentexperten ablesen lässt.

Entwicklung Eurokurs

Nach den Euroverlusten zum Wochenbeginn hat sich die Gemeinschaftswährung stabilisiert. Sie notiert momentan bei 1,1752 US-Dollar mit leichter Tendenz nach oben. Die EZB hatte den Referenzpreis für Dienstag bei 1,1744 US-Dollar festgesetzt.

Interessant ist heute vor allem das Protokoll zur Notenbanksitzung der US-Institution Fed. Hieraus könnten sich Hinweise auf den geldpolitischen Kurs des amerikanischen EZB-Pendants ergeben. Als Gegengewicht werden Konjunkturdaten aus dem Euroraum erwartet.

Heizölpreisentwicklung

Die im Endeffekt minimal nach oben bewegten Ölpreise in Verbindung mit einem stärkeren Eurokurs wirken sich rein rechnerisch heute günstig auf die inländischen Heizölpreise aus. Allerdings darf nicht vergessen werden, dass das Abwärtspotential aufgrund der Marktsituation vom Wochenbeginn sowieso nur noch minimal war – schließlich sind die größten Veränderungen bereits eingepreist. Darum ergibt sich auch folgendes Bild: Eine 3.000 Liter Standard Lieferung kostet aktuell im bundesweiten Durchschnitt rund 53,71 Cent pro Liter Heizöl. Am Dienstag waren es noch 53,62 Cent.

In jedem Fall lohnt es sich dennoch, den Pessimismus des Marktes auszunutzen und sich auch kurzfristig zum Heizölkauf zu entscheiden. Denn folgt man dem Trend, so dürfte gerade die Nachfrage nach Heizöl zum Herbst hin wieder steigen, was die Preise nach oben bewegt. Außerdem ist der Markt von teils heftigen kurzfristigen Reaktionen bestimmt und die können durchaus auch plötzlich den Kurs nach oben treiben.

Mit dem Heizölkauf machen Sie sich unabhängig von der aktuellen und mittelfristigen Marktsituation und füllen Ihren Tank bei einem sehr guten Preisniveau auf.

Wenn Sie monatliche Zahlungsarten wie den Heizöl-Ratenkauf oder das heiz&SPAR Wärmekonto nutzen wollen, sollten Sie mehr Zeit bis zur Lieferung einplanen. Die Bearbeitungszeit kann durch den Postweg bis zu zwei Wochen in Anspruch nehmen. Ein fixer Liefertermin kann erst nach Freigabe der Finanzierung durch die Bank bzw. Eingang des unterschriebenen Vertrages abgestimmt werden.

Grundsätzlich empfehlen wir Ihnen unseren Service für eine regelmäßige Preisbenachrichtigung zu nutzen oder einen Heizöl-Wunschpreis anzulegen. So können Sie von Preisrückgängen profitieren und günstiger Heizöl bestellen.

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