Ölpreise fallen zum Wochenbeginn – Heizöl günstiger

8. Oktober 2018, Peter Dudda

Heizölpreise sinken zum Wochenbeginn 08.10.18

Meldungen über mehr Öl aus Saudi Arabien und Gewinnmitnahmen im Handel sorgen für kräftig gesunkene Ölpreise zum Wochenstart. China, Indien und die Türkei bekunden unterdessen weiter iranischen Öl importieren zu wollen. Heizölpreise etwas gefallen.

Ölpreisentwicklung – Wichtiges auf einen Blick

  • Ölpreise geben weiter nach
  • Saudischer Kronprinz: Iranische Lieferausfälle werden vollständig kompensiert
  • China, Indien und Türkei: Ölimporte aus Iran nur zurückgefahren, nicht eingestellt
  • Brent bei 83,47 US-Dollar / ICE-Gasoil bei 730,75 US-Dollar
  • Euro stabil bei 1,1503 US-Dollar
  • Heizölpreis bei 82,25 Euro / 100L
     

Wesentliche Einflussfaktoren auf die aktuelle Ölpreisentwicklung


 Spekulation um Brent-Preis bei 100 US-Dollar bis Ende des Jahres
 Kein Freigabe strategischer US-Ölreserven
 Sicherheitslage im Irak angespannt – Ölindustrie bedroht
 Iranische Ölexporte wegen US-Sanktionen rückläufig
 EIA-Prognose: Unterversorgung der Märkte bis Ende des Jahres

 DOE-Bericht trotz deutlich gestiegener US-Rohölbestände ohne Auswirkungen
 Saudi-Arabien sieht Überversorgung 2019
 Keine Annäherung zwischen USA und Iran
 Nigeria plant Ausbau seiner Ölproduktion

 Saudi Arabien bereit Förderreserven zu aktivieren
China, Indien und Türkei importieren weiter iranisches Öl
 Libyen fördert auf 5-Jahreshoch
 US-Ölbohraktivitäten nehmen weiter zu
 Russland fördert Rekordsummen
 Irak auf Exporthoch – mit noch freien Kapazitäten
 OPEC und IEA erwarten sinkende Nachfrageentwicklung

 

Am Montag der letzten Woche (01.10.18) kostete Heizöl im Bundesdurchschnitt noch 80,37 Cent pro Liter (bei einer 3000 Liter Standardlieferung). Zum Freitag (05.10.18) waren es hingegen 82,91 Cent. Damit lagen 73% (750 Stimmen) unserer abstimmenden Leser leider falsch, als sie auf einen sinkenden Heizölpreis setzten. Doch das gilt natürlich nur für den Wochenvergleich, denn am heutigen Heizölpreis zeigt sich, dass die Tendenz wieder sinkender Preise an sich richtig war. 

Aktuelle Ölpreise an der Londoner Warenterminbörse ICE:

Der Kurs der europäischen Referenzölsorte Brent notierte zum Wochenstart bei 83,47 US-Dollar. Am Freitagmorgen waren es noch 85,07 US-Dollar. Der Schlusspreis zum Wochenende wurde bei 84,11 US-Dollar festgesetzt.

ICE Gasoil, der maßgebliche Indikator für den inländischen Heizölpreis, stand am Montagmorgen bei 730,75 US-Dollar. Am Freitagmorgen waren es noch 741,25 US-Dollar. Der Schlusspreis wurde zuletzt am Freitagabend bei 735,00 US-Dollar festgesetzt.

Heizölpreisentwicklung der letzten 30 Tage Stand: 08.10.2018 // Alle Angaben ohne Gewähr

Alle Angaben ohne Gewähr. Weitere aktuelle Notierungen finden Sie täglich neu auf unserer Heizölpreisseite.
 

Die Preisentwicklung im Überblick

Aus Sicht von Heizölverbrauchern kann man diesen Wochenstart wohl erfreulich nennen: Die Ölpreise sind nach den leichten Verlusten zum Freitag noch einmal deutlich sichtbar gefallen. Auch der Euro hält sich bisher stabil über der Marke von 1,15 US-Dollar. In der Folge ist zu Heute auch Heizöl wieder etwas günstiger zu haben.

In den letzten Wochen gab es an den Ölmärkten im Wesentlichen nur ein Thema: Welche Auswirkungen haben die US-Sanktionen gegen den Iran auf die globale Versorgungslage? Ab dem 04. November darf der Iran de facto kein Öl mehr exportieren und gleichzeitig kein Land mehr iranisches Öl importieren. Über Wochen war unklar, wie die iranischen Lieferausfälle in der ohnehin als angespannt geltenden Versorgungslage kompensiert werden könnten. Aufforderungen der USA in Richtung der OPEC die Förderhähne aufzudrehen wurden seitens der OPEC negativ beschieden. Zum Ende der letzten Woche lenkte Saudi Arabien als Wortführer der OPEC dann doch ein und bekundete öffentlich, die eigenen Reservekapazitäten für die Ölförderung zu aktivieren. Das sorgte im Freitagshandel für preissenkende Impulse, welche durch Gewinnmitnahmen einiger Händler noch verstärkt wurden.

Bekundungen und Worthülsen hin oder her – bisher ist noch nicht klar, wie hoch die iranischen Lieferausfälle überhaupt sein werden. Gleichzeitig ist es nahezu Glaskugelleserei die tatsächlichen Mehrmengen bei der Ölförderung der OPEC zu bestimmen. Dennoch nehmen die Bekundungen der Saudis erst einmal Druck aus dem Markt.

Mittelfristig wird auch die Nachfrageentwicklung eine wichtige Rolle bei der Preisbildung spielen. Im Wesentlichen sind sich alle Akteure darüber einig, dass die globale Nachfrage nach Öl nach dem Jahreswechsel sinken wird. Verantwortlich zeichnen die aufkeimenden Wirtschaftskrisen vieler Schwellenländer, welche traditionell ziemlich öldurstig sind. Durch die jüngsten Abwertungen der Landeswährungen z.B. in Brasilien und Südafrika, wird der Einkauf des in US-Dollar gehandelten „schwarzen Goldes“ teurer. Das könnte als Hebel für weniger Ölimporte sorgen, was wiederum der ohnehin rückläufigen Wirtschaftsleistung dieser Länder auf die Füße fallen könnte.

Aktuelle Prognosen werden in dieser Woche durch die Veröffentlichungen der Monatsberichte der US-Energy Information Administration (EIA), der OPEC und der Internationalen Energieagentur (IEA) erwartet. Wir werden an dieser Stelle natürlich wie gewohnt über die Kern-Einschätzungen der für den Ölmarkt so wichtigen Institutionen berichten.

  

Entwicklung Eurokurs

Zum Wochenstart kostete die Europäische Gemeinschaftswährung 1,1503 US-Dollar. Am Freitagmorgen waren es noch 1,1508 US-Dollar, übers Wochenende 1,1524 US-Dollar. Der Referenzpreis der EZB wurde zuletzt am Freitagnachmittag bei 1,1506 US-Dollar festgesetzt.

Am Freitag ging der Blick der Devisenmärkte über den Atlantik. Dort stand die Veröffentlichung der aktuellsten US-Arbeitsmarktdaten auf dem Programm. Die Arbeitslosenquote ist zwar etwas gesunken, allerdings ging die Zahl der Neueinstellungen im Vergleich zu den Vormonaten stark zurück. Der Euro profitierte von dieser Entwicklung auf ganzer Linie und stieg kurzzeitig sogar bis knapp unter die Marke von 1,16 US-Dollar an.

Zum Handel der neuen Woche sind diese Gewinne allerdings wieder weitestgehend revidiert, da einfach weiterer Rückenwind für ein Halten dieses Niveaus fehlte. Für heute stehen keine wichtigen Datenveröffentlichungen mit Einflusspotenzial auf den Eurokurs an.
 

Im Detail: Einflussfaktoren am Markt und in der Politik

  • Saudischer Kronprinz blickt entspannt auf Versorgungslage
  • China, Indien und Türkei importieren weiter iranisches Öl
  • Anzahl der aktiven US-Bohranlagen sinkt leicht 
     

Bin Salman: Iranische Exportverluste bereits kompensiert

Nachdem bereits der saudische Energieminister zum Ende der letzten Woche die Aktivierung der saudischen Förderreserven einräumte, bestätigt nun auch der saudische Kronprinz Mohammed Bin Salman die neue Förderpolitik Saudi Arabiens und der OPEC. So sei die Ölproduktion der OPEC in den vergangenen Monaten bereits um 1,5 Millionen Barrel pro Tag gestiegen, was der doppelten Menge der prognostizierten iranischen Exportverluste (0,7 Millionen Barrel) entspricht.

Zugleich verweist Ben Salman auf das aus seiner Sicht wirkliche Problem für die aktuell knappe Versorgungslage: Die sich wiederholenden Lieferausfälle von Kanada, Libyen und Venezuela.

Ben Salman betont weiter, dass es noch weitere Reserven gebe. So werde man in Zusammenarbeit mit dem Emirat Kuwait weitere Ölfelder in der neutralen Zone zwischen beiden Staaten in Kürze aktivieren. Die Förderleistung soll täglich 500.000 Barrel betragen.

 

Indiens Kehrtwende

Die USA sind bekanntlich nicht zimperlich was die Durchsetzung ihrer Sanktionen betrifft. Drittstaaten die sich nicht an sie halten, müssen ebenso mit wirtschaftlichen Konsequenzen rechnen wie die mit Sanktionen belegten Länder selbst. Indien, bis dato der zweitgrößte Importeur iranischen Öls bringt das zur Zeit in eine missliche Lage. Einerseits möchte man nicht auf den Import des günstigen iranischen Öls verzichten, andererseits möchte man auch die wichtigen Handelsbeziehungen zu den USA nicht gefährden.

Nachdem die USA Indien eine Ausnahmeregelung verwehrt hatte, bekundete Indien noch vor einigen Tagen, auf den Import iranischen Öls verzichten zu wollen. Das hat sich nach neuesten Meldungen nun erledigt. Bis zu 9 Millionen Barrel Öl wird Indien demnach im November aus dem Iran beziehen. Letztlich ist das aber weniger als die Hälfte der bisherigen monatlichen Importmengen aus dem Iran. Indien könnte mit der Reduzierung auf das Wohlwollen der USA hoffen – ob das Indien tatsächlich mit dieser Maßnahme zu Teil wird bleibt abzuwarten.

Neben Indien werden nach Berichten auch China und die Türkei weiter iranisches Öl beziehen. Auf die Antwort aus Washington darf man gespannt sein.


Anzahl der aktiven US-Bohranlagen stabil

Woche für Woche bietet die Veröffentlichung der Anzahl von aktiven Ölbohranlagen in den USA ein Indikator für die künftige Ölförderung der größten Volkswirtschaft der Welt. In der letzten Woche wurden zwei Anlagen weniger als noch in der Vorwoche gemeldet. Insgesamt gibt es damit nun 861 aktive Anlagen. Geht man davon aus, dass die Anzahl seit Mai diesen Jahres nicht unter 858 Anlagen gefallen ist, befindet sich die Bohraktivität in den USA damit auf weiter hohen Niveau.
 

Heizölpreisentwicklung

Eine 3.000 Liter Standard Lieferung kostet aktuell im bundesweiten Durchschnitt rund 82,25 Cent pro Liter Heizöl. Übers Wochenende waren es noch 82,91 Cent. Sollten die Ölpreise weiter stagnieren, kann im Laufe des Tages mit weiter sinkenden Heizölpreisen gerechnet werden.

Für den Heizölkauf gibt es momentan hauptsächlich ein Argument – trotz des Preisniveaus: Die kalte Jahreszeit naht und Sie sollten Ihren Tank rechtzeitig auffüllen. Gleichzeitig ist es die beste Entscheidung, sich möglichst schnell von allen Marktmechanismen und Kehrtwenden unabhängig zu machen.

Wenn Sie monatliche Zahlungsarten wie den Heizöl-Ratenkauf oder das heiz&SPAR Wärmekonto nutzen wollen, sollten Sie mehr Zeit bis zur Lieferung einplanen. Die Bearbeitungszeit kann durch den Postweg bis zu zwei Wochen in Anspruch nehmen. Ein fixer Liefertermin kann erst nach Freigabe der Finanzierung durch die Bank bzw. Eingang des unterschriebenen Vertrages abgestimmt werden.

Grundsätzlich empfehlen wir Ihnen unseren Service für eine regelmäßige Preisbenachrichtigung zu nutzen oder einen Heizöl-Wunschpreis anzulegen. So können Sie von Preisrückgängen profitieren und günstiger Heizöl bestellen.

     Peter Dudda - Autor
            

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