Ölpreise geben nach Kursschwankungen erneut nach – Brent unter 50 Dollar

2. Juni 2017

Heizoelpreise sinken 020617

Wie schon in der restlichen Woche war auch der Donnerstag von sichtbaren Kursbewegungen geprägt. Die US-Ölbestandsdaten des Department of Energy (DOE) stützten die Preise kurzzeitig, ansonsten war die Tendenz weiter fallend.

Ölpreisentwicklung

Die Skepsis über die Effekte des verlängerten OPEC-Deals hielt auch gestern an und der Ölpreis Brent liegt aktuell ebenso unter 50 Dollar wie die Marke WTI. Die US-Ölbestandsdaten des Department of Energy (DOE) konnten die Kurse nur kurzzeitig stabilisieren, zumal die Daten jene des API-Berichts teilweise einschränkten.

Aktuelle Ölpreise an der Londoner Warenterminbörse ICE:

Der europäischen Ölpreis Brent notiert aktuell bei 49,79 US-Dollar und damit unter der psychologisch wichtigen 50 Dollar-Marke. Der Schlusspreis für Donnerstag lag ebenfalls nur bei 50,63 US-Dollar, was jedoch hauchdünn über dem Schlusspreis von Mittwoch liegt (50,31 US-Dollar).

ICE Gasoil, der maßgebliche Indikator für den inländischen Heizölpreis, zeigt ähnliche Kursverläufe. Der aktuelle Wert von 439,75 US-Dollar bleibt deutlich hinter dem Schlusspreis von Donnerstag mit 450,25 US-Dollar zurück und fast ebenso deutlich unter dem Schlusspreis von Mittwoch (445,50 US-Dollar).

DOE-Zahlen stabilisieren Kurse kurzfristig

Dass der gestrige Schlusspreis gegenüber dem Mittwochswert leicht höher war, lag im Grunde ausschließlich an den stabilisierenden Effekten der US-Ölbestandsdaten des Department of Energy (DOE).

Auch hier wurde ein deutlicher Abbau der Rohölbestände festgehalten, das DOE korrigierte mit dem Wert 6,4 Mio. Barrel den Abbau laut API von 8,7 Mio. allerdings nach unten. Dafür verzeichnete das DOE einen deutlicheren Abbau bei Benzin mit 2,9 Mio. Barrel. Das spricht für eine höhere Nachfrage auf dem amerikanischen Markt – so, wie es Experten für diese Jahreszeit auch erwarten. Die Nachfragewerte sind laut DOE aber eher moderat gestiegen.

Darum stellt sich schon die Frage, warum die Raffinerieauslastung auf einen Verarbeitungswert gestiegen ist, der in dieser Höhe seit etwa zehn Jahren nicht mehr gemessen wurde. Die Anlagen fahren quasi unter Volllast und verarbeiten Rohöl auf Rekordniveau – wobei Benzin und andere Ölprodukte werden zwar rege, aber eben nicht so rege nachgefragt.

Abgesehen von diesem Fragezeichen stützte die geringere Importtätigkeit der USA die Preise gestern zusätzlich, auch wenn gleichzeitig die US-Ölförderung (wenig überraschend) laut DOE weiter steigt.

Skepsis gegenüber OPEC-Deal hält an – Russland meldet sich zu Wort

Weniger Rohöl, weniger Importe und mehr Nachfrage in den USA brachten gestern die Abwärtsbewegung der globalen Ölpreise kurzzeitig zum Halt, allerdings reichten die Daten kaum aus, um die anhaltende Skepsis des Marktes zu den OPEC-Bemühungen aufzuheben.

Schließlich ist es aus Imagesicht für den OPEC-Deal fatal, dass Experten für Mai eine höhere Förderung der OPEC-Länder ausgerechnet haben, als eigentlich vorgesehen war.

Wie der Markt es seitens des Ölkartells schon gewohnt ist, steuert just in dem Moment, indem diese eher negative Nachricht öffentlich wird, ein Deal-Unterzeichner mit Absichtsbekundungen gegen:

Russland ist zwar kein Kartellmitglied, aber ein wichtiges und einflussreiches Dealmitglied und stellte gestern in Aussicht, dass die Möglichkeit bestünde, den Deal noch einmal zu verlängern oder die Kürzungsquoten zu erhöhen.

Diese Aussage wirkt – salopp gesagt – schon ein wenig verzweifelt, schließlich wartet der Markt momentan darauf, dass der Deal überhaupt erst einmal sichtbare Effekte zeigt. Und Nachrichten wie jene zur Produktionssteigerung im Mai (vor allem, weil sie mit Zahlen unterfüttert sind) wirken dabei schwerwiegender als (durchaus so zu verstehende) PR-Bemühungen des Ölkartells.

Entwicklung Eurokurs

Die europäische Gemeinschaftswährung hat sich im Vergleich zum gestrigen Tagesstart kaum bewegt. Aktuell notiert sie bei 1,1227 US-Dollar, gestern Morgen waren es 1,1237 US-Dollar. Der Referenzpreis der EZB für Donnerstag lag bei 1,1219 US-Dollar.

Amerikanische Konjunkturdaten zeichneten gestern ein positiveres Bild als europäische Konjunkturdaten, sodass der Dollar stärker wurde und der Euro im Gegenzug nachgab. Im Laufe des Freitags könnten US-Daten zur Arbeitsmarktsituation neue Impulse liefern.

Heizölpreisentwicklung

Die deutlichen Kursnachlässe bei Rohöl schlagen sich heute Morgen in ebenso deutlichen Preisnachlässen bei Heizöl nieder. Eine 3.000 Liter Standard Lieferung kostet aktuell im bundesweiten Durchschnitt rund 54,52 Cent pro Liter Heizöl. Am Donnerstag waren es noch 55,20 Cent.

Der Pessimismus am Markt hält in dieser Woche weiterhin an, was einen Heizölkauf zum jetzigen Zeitpunkt für Verbraucher zu einer guten Entscheidung macht. Das könnte sich schnell ändern, sobald sich die OPEC-Kürzungen in harten Bestandsdaten bemerkbar machen. Auch die steigende Sommernachfrage ist ein Knackpunkt, den man bei der Entscheidung zum Heizölkauf nicht außer Acht lassen sollte.

Wenn Sie sich jetzt zum Kauf entscheiden, sichern Sie sich ein gutes Preisniveau und lassen die Marktbewegungen für eine ganze Weile hinter sich.

Wenn Sie monatliche Zahlungsarten wie den Heizöl-Ratenkauf oder das heiz&SPAR Wärmekonto nutzen wollen, sollten Sie mehr Zeit bis zur Lieferung einplanen. Die Bearbeitungszeit kann durch den Postweg bis zu zwei Wochen in Anspruch nehmen. Ein fixer Liefertermin kann erst nach Freigabe der Finanzierung durch die Bank bzw. Eingang des unterschriebenen Vertrages abgestimmt werden.

Grundsätzlich empfehlen wir Ihnen unseren Service für eine regelmäßige Preisbenachrichtigung zu nutzen oder einen Heizöl-Wunschpreis anzulegen. So können Sie von Preisrückgängen profitieren und günstiger Heizöl bestellen.