Ölpreise geben weiter leicht nach – Markt stellt sich dennoch auf Preiserhöhungen ein

Heizoelpreise sinken 310517

Die Woche nach der Verlängerung des OPEC-Deals ist weiterhin eher von einer unentschlossenen Tendenz der Ölpreise geprägt. Aktuell geben sie leicht nach. Dennoch beginnen erste wichtige Marktteilnehmer, ihr Kaufverhalten an mögliche Preisanstiege anzupassen.

Ölpreisentwicklung

An Neuigkeiten, die den Ölpreisen eine eindeutige Tendenz geben könnte, fehlt es bisher in dieser Woche. Das zeigt sich auch am engen Rahmen, in dem sich die Preise gestern bewegten. Wo News fehlen, schaut der Markt auf sich selbst und beobachtet das Verhalten wichtiger Investmentbanken.

Hier gibt es einige, die ihr spekulatives Kaufverhalten darauf ausrichten, dass die Kürzungen des OPEC-Deals demnächst Effekte zeigen könnten – was wiederum für Preisanstiege spricht. Noch sind die Indizien nicht ausreichend, um daraus momentan einen allgemeinen Trend abzuleiten.

Aktuelle Ölpreise an der Londoner Warenterminbörse ICE:

Der europäischen Ölpreis Brent notiert aktuell bei 51,45 US-Dollar, während der Schlusspreis von Dienstag noch bei 51,84 US-Dollar lag.

ICE Gasoil, der maßgebliche Indikator für den inländischen Heizölpreis, zeigt ähnliche Tendenzen. Der aktuelle Wert von 455,00 US-Dollar steht ebenfalls unter dem Dienstagsschluss mit 457,25 US-Dollar.

Insgesamt haben sich die Ölpreise seit der Verlängerung des OPEC-Deals am vergangenen Donnerstag in absoluten Zahlen immer weiter nach unten bewegt. Doch dahinter stehen recht rege Kursverläufe im Laufe eines Tages.

Dabei geht es momentan darum, ob und wie die Verlängerung des Deals Effekte auf das globale Ölangebot zeigen wird. Immer mehr Analysten scheinen davon auszugehen, dass die Kürzungen sich demnächst bereits zum Beispiel in den US-Ölbestandsdaten niederschlagen werden, die aufgrund des Feiertags in den USA diese Woche jeweils einen Tag später veröffentlicht werden.

Damit hat sich die erste Enttäuschung über den Ausgang des OPEC-Treffens offenbar gelegt, schließlich ging vielen die Verlängerung bei unveränderten Quoten nicht weit genug. Doch auch die Zweifler müssen anerkennen, dass Kürzungen an sich für den Ölpreis stabilisierender sind als gar keine Kürzungen.

Fraglich bleibt nur, wie dieser Ölpreis letztendlich in diesem Jahr aussehen könnte. Die meinungsführenden Analysten von Goldman Sachs korrigierten ihre Preisprognose für die Ölsorte WTI zwar nach unten, blieben jedoch über der psychologisch wichtigen 50 Dollar-Marke pro Barrel.

Für sie (und viele andere Marktteilnehmer) gibt letztendlich die US-Ölindustrie den Ausschlag dafür, was mit den Ölpreisen passiert – daher auch der erwartungsvolle Blick auf die Bestandsdaten.

Auch Libyen etabliert sich als OPEC-Gegengewicht. Das Land hat seine Ölproduktion nach einem kleinen Intermezzo wieder deutlich gesteigert und will mittelfristig bis August noch mehr Öl fördern.

Trotz dieser Gegensignale gibt es nicht wenige Marktteilnehmer, die an eine Preissteigerung im weiteren Verlauf des Jahres zu glauben scheinen. Erste wichtige Trader mit großer Handelsmacht hinter sich haben ihre Käuferposition so ausgerichtet, dass sie nur dann Gewinn machen, wenn der Ölpreis steigt.

Und die Börsen sind eben von einem gewissen Schwarm-Verhalten geprägt, sodass das Handeln einzelner Trader durchaus ein Indiz dafür ist, wie sich das Gros demnächst positionieren wird.

Hätte, könnte, sollte – Die Marktanalysen stehen momentan genauso im Konjunktiv wie die Einschätzungen der Marktteilnehmer. Klarheit sollten kurzfristig die US-Ölbestandsdaten liefern. Allerdings dürften deutliche Indizien noch wenigstens einen Monat auf sich warten lassen, denn solange dauert es, bis ein Tropfen Öl aus dem Boden auf dem Markt bzw. in den Beständen landet.

Entwicklung Eurokurs

Der Euro ist zum Tagesstart wieder auf Erholungskurs und notiert aktuell bei 1,1188 US-Dollar. Im Verlaufe des Dienstags stand er allerdings zwischenzeitlich bereits über 1,12 US-Dollar. Der Referenzpreis der Europäischen Zentralbank für Dienstag lag dennoch nur bei 1,1173 US-Dollar.

Dieses Hin und Her ist ein Zeichen für einen eher nachrichtenarmen Wochenstart. Heute allerdings geht es mit zahlreichen Konjunkturdaten sowohl aus den USA als auch aus dem Euroraum weiter. Wichtigste Kennzahlen sind dabei Inflationswerte sowie allgemeine Daten zur wirtschaftlichen Entwicklung.

Heizölpreisentwicklung

Wenn der Euro zulegt und die Ölpreise nachgeben, ist das für inländische Verbraucher normalerweise eine ideale Kombination, die sich in fallenden Heizölpreisen ausdrückt. Dennoch reichen die Ausschläge heute Morgen nicht aus, um den Heizölpreis deutlich fallen zu lassen. Eine 3.000 Liter Standard Lieferung kostet aktuell im bundesweiten Durchschnitt rund 55,97 Cent pro Liter Heizöl. Am Dienstag waren es noch 56,44 Cent.

Sollte sich die optimistische Tendenz an den Märkten auf breitem Niveau einpendeln, dürfte es mit den Heizölpreisen (auch aufgrund einer größeren Ölnachfrage in den USA) demnächst nach oben gehen. Darum lohnt es sich, jetzt den Heizölkauf in Angriff zu nehmen und sich das aktuelle Preisniveau zu sichern – insbesondere, wenn sich der Tank leert.

Gerade mit Blick auf den kommenden Winter ist ein jetziger Heizölkauf eine wirtschaftlich sinnvolle Entscheidung, da zum Jahresende hin nach aktuellen Einschätzungen deutlich höhere Preise erwartet werden können.

Wenn Sie monatliche Zahlungsarten wie den Heizöl-Ratenkauf oder das heiz&SPAR Wärmekonto nutzen wollen, sollten Sie mehr Zeit bis zur Lieferung einplanen. Die Bearbeitungszeit kann durch den Postweg bis zu zwei Wochen in Anspruch nehmen. Ein fixer Liefertermin kann erst nach Freigabe der Finanzierung durch die Bank bzw. Eingang des unterschriebenen Vertrages abgestimmt werden.

Grundsätzlich empfehlen wir Ihnen unseren Service für eine regelmäßige Preisbenachrichtigung zu nutzen oder einen Heizöl-Wunschpreis anzulegen. So können Sie von Preisrückgängen profitieren und günstiger Heizöl bestellen.

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