Ölpreise geben wieder nach

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Der Putschversuch in der Türkei vom Wochenende gab den Ölpreisen zuletzt Auftrieb. Da jetzt aber klar ist, dass keine Probleme im Hinblick auf den Öltransit auftreten, rückt die Überversorgung wieder in den Fokus der Händler. Die Ölpreise und auch der Heizölpreis geben heute wieder nach.

Ölpreisentwicklung

Bereits gestern im Verlauf des Tages war klar, dass der gescheiterte Putschversuch am Wochenende zumindest vorerst keine Auswirkungen auf die Funktion der Türkei als Transitland für Rohöl hat.

Dementsprechend richteten die Marktteilnehmer ihre Aufmerksamkeit wieder hauptsächlich auf die akute Überversorgung am Produktmarkt.

Aktuelle Ölpreise an der Londoner Warenterminbörse ICE:

Der europäische Ölpreis-Index Brent wird momentan für rund 47 US-Dollar je Barrel gehandelt. Damit hält sich die Notierung seit letztem Donnerstag ziemlich konstant auf einem Niveau.

ICE Gasoil, der maßgebliche Indikator für den inländischen Heizölpreis, wird aktuell für rund 403 US-Dollar je Barrel gehandelt.

Eine große Anzahl an Raffinerien in verschiedenen Ländern hatte in den letzten Wochen ihre Auslastung erhöht, um sich so auf einen Anstieg der Ölnachfrage während der Sommersaison vorzubereiten.

Dieser Nachfrageanstieg fällt derzeit jedoch deutlich geringer aus, als zuvor erwartet wurde. Wegen der dadurch größeren zur Verfügung stehenden Angebotsmenge der Produkte (Benzin, Diesel, Heizöl) sind momentan leichte Preissenkungen beim Treibstoff und Heizöl zu beobachten.

In Libyen hatten sich in der letzten Woche nationale konkurrierende Öl-Unternehmen nach Unstimmigkeiten geeinigt und zusammengeschlossen. Nun wurde eine Steigerung der Produktionsmenge des Landes erwartet.

Allerdings haben zum Beginn dieser Woche die Sicherheitskräfte eines der wichtigsten Exportterminals des Landes einen Streik angekündigt. Infolgedessen werden die erwarteten ansteigenden Rohöl-Mengen aus Libyen dem Markt erneut kurzfristig nicht zur Verfügung stehen.

Saudi-Arabien hingegen meldete in den letzten Monaten steigende Förder- und Produktionsmengen, wobei die Exportmengen von Rohöl rückläufig waren.

Das ist üblich zur derzeitigen Jahreszeit, da Saudi-Arabien im Sommer einen entsprechend höheren Eigenbedarf an Rohöl hat. Sollte diese höhere Fördermenge jedoch beibehalten werden, ist eine erneute Überversorgung mit Rohöl zum Jahresende durchaus wahrscheinlich, zumindest ohne Ausfälle bei anderen Produzenten.

Entwicklung Eurokurs

Im Verlauf des gestrigen Tages gab es für den Eurokurs kaum relevante Impulse. Dementsprechend kostet ein Euro derzeit rund 1,105 US-Dollar und ist damit fast unverändert zum Vortag.

Da Öl grundsätzlich in US-Dollar gehandelt wird, würde ein steigender Eurokurs bedeuten, dass die Importe für den Euroraum günstiger werden.

Heizölpreisentwicklung

Der Heizölpreis für eine 3.000 Liter Standard Heizöl-Lieferung liegt heute im bundesweiten Durchschnitt knapp unter 49 Cent pro Liter Heizöl.

Die Ölpreise scheinen momentan durchaus noch etwas Abwärtspotenzial zu haben, signifikante Abwärtsbewegungen halten wir aber für weniger wahrscheinlich. Es bestehen zudem durchaus noch Risiken für einen erneuten Durchbruch der 50 US-Dollar Marke.

Unsere Empfehlung lautet daher, die Heizölpreisentwicklung in den nächsten Tagen genau zu beobachten und bei einem weiteren Preisrückgang den dann günstigen Kaufzeitpunkt zu nutzen.

Wer sicher gehen will, sollte aber jetzt bereits Heizöl kaufen. Auch der Kauf einer kleineren Menge kann sich lohnen, um auf weitere Preisrückgänge im Herbst zu spekulieren.

Wir empfehlen Ihnen in jedem Fall, unseren Service für eine regelmäßige Preisbenachrichtigung zu nutzen oder einen Wunschpreis anzulegen. So können Sie von Preisrückgängen profitieren und günstiger Heizöl bestellen.

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