Ölpreise im Abwärtstrend – Markt zeigt sich offenbar allgemein pessimistisch

9. August 2017

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Wenn das API sinkende US-Rohölbestände meldet und die Ölpreise trotzdem fallen, ist dies ein Indiz für eine pessimistische Marktstimmung. Gründe dafür gibt es genug, denn das OPEC-Meeting blieb ohne Handfestes, die Raffinerie in Rotterdam geht wieder ans Netz und die Preisprognose nach unten.

Ölpreisentwicklung

Es vergeht aktuell kaum ein Börsentag, der von einer eindeutigen Kursrichtung bestimmt ist. So war es auch gestern. Zunächst kletterten die Preise, da Saudi-Arabien angekündigt hat, seine Asien-Exporte im September deutlich zu senken. Allerdings stand die zweite Tageshälfte dann in einem anderen Licht:

Das OPEC-Meeting vom Wochenbeginn verlief offenbar ohne handfeste Ergebnisse. Außerdem geht laut Berichten die größte Raffinerie Europas in Rotterdam Ende der Woche wieder ans Netz. Da brachten auch sinkende US-rohölbestände laut API am Abend keine Wende mehr. Das freut natürlich grundsätzlich die Heizölkäufer, allerdings gibt der Euro momentan weiter nach.

Der wöchentliche Bericht des American Petroleum Institutes (API) zeigte anschließend mit überraschenden Bestandsaufbauten bei Rohöl, dass diese Vorsicht vermutlich berechtigt war. Denn anschließend ging es mit den Preisen weiter nach unten.

Aktuelle Ölpreise an der Londoner Warenterminbörse ICE:

Der europäischen Ölpreis Brent notiert momentan bei 51,87 US-Dollar, der Schlusspreis für Dienstag lag bei 52,14 US-Dollar. Insgesamt ist dies noch leicht über dem Niveau von vor einer Woche.

ICE Gasoil, der maßgebliche Indikator für den inländischen Heizölpreis, liegt zurzeit bei 478,00 US-Dollar, der Schlusspreis für Dienstag lag bei 483, 50 US-Dollar.

Eine Übersicht über die Kursentwicklung der ausschlaggebenden Notierungen für den Heizölpreis finden Sie täglich aktuell auf unserer Heizölpreisseite

Die Preisnachlässe sind an sich keine Überraschung, spiegeln sie doch sehr gut die allgemeine Stimmung am Markt wider. Es gibt kaum tragfähige Indizien dafür, dass die Quotenkürzungen der OPEC langfristig signifikante Wirkung zeigen. Da hilft es auch nichts, dass Vertreter der OPEC-Staaten, die zu Wochenbeginn zu einem Meeting zusammenkamen, offenbar bekräftigen, sich zukünftig stärker an die Quoten halten zu wollen. Denn mit Absichtsbekundungen, wie sie der Markt aus dem Lager des Ölkartells inzwischen zu Genüge kennt, lässt er sich kaum noch beeindrucken.

Saudi-Arabien senkt Ölexporte im September

Zwar sorgte gestern die Meldung, dass Saudi-Arabien als wichtigster OPEC-Staat seine Exporte nach Asien im September senken will, kurzfristig für Preissteigerungen. Aber das Potential war sehr begrenzt, schließlich ist dies eigentlich schon bekannt und es handelt sich einmal mehr um eine clever gesetzte Meldung aus dem OPEC-Lager, nachdem das eigentliche Ereignis, um das es den Anlegern geht, keine Ergebnisse brachte.

Nach dem Brand vom vorvergangenen Wochenende soll nun die Raffinerie in Rotterdam wieder ans Netz gehen, was das Angebot an ICE Gasoil auf dem europäischen Kontinent erst einmal sprunghaft ansteigen lassen dürfte – und damit ebenfalls Raum für Abwärtstrends bietet.

API-Daten lassen Markt offenbar kalt

Der wöchentliche Bericht des American Petroleum Institutes (API) zu den US-Ölbeständen ist sonst sehr häufig ein Auslöser für eine bestimmte Preistendenz an den Börsen. Dieses Mal blieb der Markt jedoch scheinbar unbeeindruckt. Das mag auch an den widersprüchlichen bzw. widerstreitenden Erkenntnissen aus dem Bericht liegen:

Während die Bestände an Rohöl deutlich über der Erwartung gesunken sind (-7,8 Mio. Barrel), sind die Vorräte an Benzin entgegen der Erwartung gestiegen (+1,5 Mio. Barrel). Sonst beobachten wir häufig, dass gerade der Rohöl-Wert die größten Ausschläge an den Ölbörsen provoziert. Und weil er in dieser Woche deutlich gesunken ist, hätte es eigentlich Preisanstiege geben müssen.

Das war in dieser Woche jedoch nicht der Fall und Analysten fragen sich jetzt, warum es praktisch keine Reaktion auf die Zahlen von API gab.

Man kann hier nur spekulieren, doch sieht es eher so aus, als glaube der Markt momentan Prognosen, die von Barrelpreisen unter 50 Euro für WTI in 2017 ausgehen. Das entspricht in etwa einem Schwellenwert von 55 Dollar bei Brent. Weitaus bescheidenere Werte sind momentan viel wahrscheinlicher.

Und wo wenig Potential nach oben ist und die Vorzeichen eher ins Negative zu drehen drohen, wird der Markt sehr vorsichtig mit dem Platzieren von Käufen.

Entwicklung Eurokurs

Die europäische Gemeinschaftswährung notiert aktuell bei 1,1741 US-Dollar. Der Referenzpreis der EZB für Dienstag lag noch bei deutlich höheren 1,1814 US-Dollar.

Sehr gute US-Konjunkturdaten – gerade vom Arbeitsmarkt – hatten dem Dollar Aufschwung gegeben und diese Wirkung hält momentan an. Zwar erholt sich der Euro aktuell leicht, doch reicht dies nicht aus, um von einer wirklichen Kursrichtung zu sprechen.

Der schwelende Konflikt zwischen Nordkorea und den USA, der aktuell zu eskalieren droht, muss auch aus Devisenmarkt-Sicht weiter beobachtet werden. Sollte Nordkorea wirklich die zur USA gehörende Insel Guam angreifen, kann dies verheerende Effekte für alle Märkte haben – und natürlich auch für die globale politische Lage an sich.

Heizölpreisentwicklung

Sinkende Ölpreise und ein schwächerer Euro sorgen dafür, dass es bei den inländischen Heizölpreisen heute darauf ankommt, alle anderen Marktfaktoren mit einzubeziehen. Denn rein rechnerisch würden sich die beiden Hauptfaktoren ausgleichen. Dennoch haben Heizölkäufer heute Morgen eine günstige Konstellation erwischt: Eine 3.000 Liter Standard Lieferung kostet aktuell im bundesweiten Durchschnitt rund 54,31 Cent pro Liter Heizöl. Am Dienstag waren es noch 54,74 Cent.

Wenn sich Ihr Tank leert, ist momentan also die beste Gelegenheit für den Heizölkauf. Schließlich profitieren Sie von der allgemeinen Marktstimmung. Allerdings ist es noch viel zu früh, um ein abschließendes Urteil über das Öljahr 2017 zu fällen und auf weitere Preisnachlässe zu hoffen. Allein die vergangenen Wochen haben gezeigt, dass sich eine Stimmung kurzfristig deutlich ändern kann und starke Preisanstiege aufgrund unvorhergesehener Entwicklungen möglich sind.

Mit dem Heizölkauf machen Sie sich unabhängig von der aktuellen und mittelfristigen Marktsituation und füllen Ihren Tank bei einem sehr guten Preisniveau auf.

Wenn Sie monatliche Zahlungsarten wie den Heizöl-Ratenkauf oder das heiz&SPAR Wärmekonto nutzen wollen, sollten Sie mehr Zeit bis zur Lieferung einplanen. Die Bearbeitungszeit kann durch den Postweg bis zu zwei Wochen in Anspruch nehmen. Ein fixer Liefertermin kann erst nach Freigabe der Finanzierung durch die Bank bzw. Eingang des unterschriebenen Vertrages abgestimmt werden.

Grundsätzlich empfehlen wir Ihnen unseren Service für eine regelmäßige Preisbenachrichtigung zu nutzen oder einen Heizöl-Wunschpreis anzulegen. So können Sie von Preisrückgängen profitieren und günstiger Heizöl bestellen.

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