Ölpreise im Fall – US-Förderung steigt weiter

20. April 2017

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Neue Bestandsdaten aus dem US-Markt sorgen für Abwärtsspirale der Ölpreise am Mittwochabend. Saudi Arabiens rhetorischer Rückzug zur Verlängerung des OPEC-Abkommens wirkt weiter nach.

Ölpreisentwicklung


Am Mittwoch sorgten neue US-Bestandsdaten aus dem aktuellen DOE-Bericht für erhebliche Kurseinbrüche. Begünstigt wurde diese Situation durch die Entwicklungen am Vortag. Zum einem hatten bereits schon die US-Bestandsdaten aus dem wöchentlichen API-Bericht die Erwartungen nicht erfüllt, zum Anderen sorgten Äußerungen des saudischen Ölministers für Verunsicherung an den Märkten. Nach wochenlangen positiven Bekundungen über die Fortführung der OPEC-Förderquoten über die erste Jahreshälfte 2017 hinaus, konnten erstmals Äußerungen vernommen werden, dass ein neues Abkommen aus Sicht Saudi Arabiens alles andere als sicher ist. 

Aktuelle Ölpreise an der Londoner Warenterminbörse ICE:


Die Preiseinbrüche spiegeln sich natürlich auch in der heutigen Kursentwicklung: 
Ein Barrel für die europäische Ölsorte Brent notiert heute Morgen bei 53,12 US-Dollar. Das liegt leicht über dem sehr schwachen Schlusspreis vom Mittwoch (52,93 US-Dollar). Zum Start des Handels am Mittwoch lag der Kurs noch bei 54,81 US-Dollar. 

Der maßgebliche Indikator für den inländischen Heizölpreis, ICE Gasoil, notiert mit aktuell 478,50 für die Lieferung im Mai ebenfalls erheblich unter dem Schlusspreis vom Mittwoch (487,75 US-Dollar).
 
DOE Bericht vermeldet Plus bei Benzinvorräten 

Der gestrige Bericht des US-Amerikanischen Department of Energy (DoE) zu den US-Bestandsdaten an Rohöl und Ölprodukten, konnte die Erwartungen der Händler nicht erfüllen. Die Rohöl- und Destillatbestände wie Heizöl und Diesel nahmen zwar ab, gleichzeitig stiegen jedoch die Vorräte an Benzinprodukten. Dies liegt vor allem an der saisonbedingten Zunahme der Raffinerieauslastung. Gleichzeitig erreicht die Nachfrage an Benzin im US-Markt nicht die Erwartungen der Produzenten. Entsprechend füllen sich die Läger. 

Erwartetes Wachstum bei der US-Ölförderung

Wie in der vergangenen Woche berichtet, stiegen die Förderanlagen in den USA bereits das 13. Mal in Folge. Kommt die Öl-Förderung der neuen Anlagen in Fahrt, ist in den nächsten Wochen mit einer weiteren Zunahme der US-Fördermengen zu rechnen. Bereits jetzt haben die US-Produzenten mit ihrem Förderverhalten die selbstauferlegte Förderbeschränkungen der OPEC um ein Drittel ausgeglichen. In Zahlen bedeutet das eine Zunahme der US-Förderung von 460.000 Barrel / Tag seit Oktober des letzten Jahres. 

Der daraus resultierende Druck auf die Ölpreise ist natürlich erheblich. Insbesondere wenn man bedenkt, dass sonst oft schon kleine Produktionsausfälle für starke Schwankungen im Markt sorgen können. Letztlich bleibt es fraglich, wie weit die USA ihre Produktion noch erhöhen können. Immerhin bedeutet bei der sensiblen Preislage jede Produktionserhöhung eine Absenkung der Ölpreise.  

Entwicklung Eurokurs


Der Eurokurs notiert aktuell bei 1,0711 US-Dollar und geht damit gestärkt in den Handelstag. Der Schlusspreis am Mittwoch lag bereits ebenfalls auf diesem Niveau (1,0712 US-Dollar). Die EZB setzte den Referenzkurs am Dienstag auf 1,0725 US-Dollar fest. 

Der Handel verlief am Mittwoch weitestgehend impulslos. Dennoch konnte die europäische Gemeinschaftswährung über die Hürde von 1,07 US-Dollar springen. Der Grund ist vor allem ein geschwächter Dollar, welcher durch Aussagen des US-Amerikanischen Finanzministers zur im Sommer geplanten Steuerreform unter Druck geraten ist. 

Heizölpreisentwicklung

Das Nachgeben der Ölpreise und ein stärkerer Euro sorgen für weiter sinkende Heizölpreise am Donnerstag. Eine 3.000 Liter Standard Lieferung kostet momentan im bundesweiten Durchschnitt rund 58,44 Cent pro Liter Heizöl. Am Mittwoch waren es noch 59,47 Cent.

Heute wäre also der ideale Zeitpunkt zu reagieren und sich für die Heizöllieferung zu entscheiden – insbesondere, wenn sich der Tank leert. Es bleibt aufgrund der zurzeit undurchsichtigen Marktlage fraglich, ob es in den nächsten Tage weitere Impulse für eine weitere Preisabsenkung gibt oder ob die Preise eventuell sogar anziehen.

Mit dem baldigen Heizölkauf können unsere Kunden den weiteren kurz- und mittelfristigen Preisveränderungen gelassen entgegensehen – ganz gleich, wie diese aussehen.

Wenn Sie monatliche Zahlungsarten wie  Heizöl auf Raten oder das heiz&SPAR Wärmekonto nutzen wollen, sollten Sie mehr Zeit bis zur Lieferung einplanen. Die Bearbeitungszeit kann durch den Postweg bis zu zwei Wochen in Anspruch nehmen. Ein fixer Liefertermin kann erst nach Freigabe der Finanzierung durch die Bank bzw. Eingang des unterschriebenen Vertrages abgestimmt werden.

Grundsätzlich empfehlen wir Ihnen unseren Service für eine regelmäßige Preisbenachrichtigung zu nutzen oder einen Heizöl-Wunschpreis anzulegen. So können Sie von Preisrückgängen profitieren und günstiger Heizöl bestellen.

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