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Heizölpreise: Ölpreise konsolidieren auf hohem Niveau

7. März 2019, Peter Dudda

Heizölpreis steigt am Donnerstag 07.03.19

Starke Anstiege bei den US-Rohölbeständen lassen die Ölpreise weiter auf einem stabilen Niveau verharren. Denn die globale Versorgungssituation wird angesichts der steigenden Nachfrage zum Frühjahr weiter als angespannt interpretiert. Das leichte Plus bei den Ölpreisen sorgt für höhere Heizölpreise.

Ölpreisentwicklung – Wichtiges auf einen Blick

  • DOE folgt API und meldet deutliche Bestandsaufbauten bei US-Rohö
  • Globale Versorgungslage insgesamt angespannt
  • Devisenmarkt: Dollarstärke setzt Eurokurs weiter zu
  • Brent bei 66,12 US-Dollar / ICE-Gasoil bei 622,25 US-Dollar
  • Euro bei 1,1307 US-Dollar
  • Heizölpreis bei 71,07 Euro / 100L
     

 Wesentliche Einflussfaktoren auf die aktuelle Ölpreisentwicklung

 Revolution in Venezuela und Sanktionen
 Saudi-Arabien will noch mehr kürzen als im Dezember beschlossen
 IEA sieht Möglichkeit für ausbalancierten Markt in 2019
 Russland verspricht volle Umsetzung der OPEC+ Kürzungen bis April
 China plant erneut Investitionen in die heimische Wirtschaft
 Kanadische Produktionskürzungen auch im Februar

 DOE-Daten mit wenig Einfluss trotz deutlicher Bestandsaufbauten bei Rohöl
Keine Fortschritte bei Handelsgesprächen zwischen USA und China
 China will heimische Ölwirtschaft ausbauen

 OPEC+Kürzungen bisher nicht vollständig umgesetzt
 EIA: US-Ölproduktion nach oben korrigiert
 Chinesische Wirtschaft verliert immer weiter an Kraft
 Möglicherweise doch Ausnahmen von US-Sanktionen gegen Iran
 OPEC-Prognose: Öl-Förderung von Nicht-OPEC-Förderern steigt
 USA fördern auf Rekordniveau und nähern sich Energieunabhängigkeit

 

Aktuelle Ölpreise an der Londoner Warenterminbörse ICE:

Der Kurs der europäischen Referenzölsorte Brent notierte am Morgen mit 66,12 US-Dollar wieder etwas stärker als noch am Vortag (65,53 US-Dollar). Der Schlusspreis wurde am Mittwochabend bei 65,99 US-Dollar festgesetzt.

ICE Gasoil, der maßgebliche Indikator für den inländischen Heizölpreis, stand am Morgen bei 622,25 US-Dollar. Am Mittwochmorgen waren es noch 618,00 US-DollarDer Schlusspreis wurde gestern Abend bei 620,00 US-Dollar festgesetzt.

Heizölpreisentwicklung der letzten 30 Tage Stand: 07.03.2019 // Alle Angaben ohne Gewähr

Alle Angaben ohne Gewähr. Weitere aktuelle Notierungen finden Sie täglich neu auf unserer Heizölpreisseite.
 

Die Preisentwicklung im Überblick

Die aktuelle Ölpreisentwicklung macht deutlich in welchen Spannungsfeld sich die Märkte derzeit befinden. Trotz starker Aufbauten bei den US-Rohölbeständen, haben die Kurse tendenziell eher zugelegt. Normalerweise deuten vollere Tanks im US-Markt auf eine entspanntere Angebotssituation hin. Doch der Schein trügt: Zwar haben die US-Rohölbestände trotz einer gestiegenen Raffinierauslastung und starken Abbauten bei den Produkten (Benzin, Diesel und Heizöl) zugelegt, die Aufbauten sind aber vollumfänglich auf gestiegene Importe in den US-Markt zurückzuführen. Je nach Lösch- bzw. Entladezeitpunkt der großen Supertanker, kann es also zu starken Schwankungen bei den US-Bestandsberichten kommen.   

Geht der Blick auf den globalen Ölmarkt, dominieren hingegen tatsächlich eher Faktoren die auf ein sinkendes Ölangebot hindeuten. Für das stabile, tendenziell steigende Preisniveau sind vor allem Dauerfaktoren wie die US-Sanktionen gegen der Iran und Venezuela, aber auch die OPEC-Förderkürzungen verantwortlich. Kommt nun noch eine sich derzeit abzeichnende Einigung im Handelsstreit zwischen den USA und China hinzu, würde das die zum Frühjahr ohnehin anziehende Nachfrage nach Öl deutlich stützen.

Demgegenüber stehen derzeit aber auch einige – teils unklare – Faktoren, die für ein steigendes Angebot sorgen könnten. Allen voran ist hier Libyen zu nennen. Nach monatelangen kriegerischen Auseinandersetzungen auf dem wichtigsten Ölfeld des Landes, wurde die Förderung nach jüngsten Angaben wieder aufgenommen. Mangels größerer Lagerkapazitäten, sollte das Öl schnell den Märkten zur Verfügung gestellt werden.

Unklar hingegen ist das agieren Saudi Arabiens. Der OPEC-Wortführer liegt mit seiner Ölförderung im März nach eigenen Angaben bei ca. 9,8 Millionen Barrel Rohöl pro Tag. Das sind eine halbe Million Barrel weniger als im aktuellen OPEC-Förderkürzungsabkommen vereinbart wurden. Die zum Wochenanfang bekanntgegebene Senkung der Lieferpreise nach Europa und in den Mittelmeerraum für den Monat April deutet allerdings auf eine Anhebung der saudischen Öl-Produktion hin. Schließlich würde es keinen Sinn machen die Nachfrage im wirtschaftsstarken Europa mit sinkenden Kosten zu erhöhen, um dann allerdings nicht liefern zu können. Die These von einer saudischen Produktionsausweitung wird auch durch die Möglichkeit der Wiederinbetriebnahme des größten Hochsee-Ölfeldes gestützt. Dieses musste Mitte Februar für Wartungs- und Reparaturarbeiten abgeschaltet werden.

Natürlich darf auch das Einflusspotenzial des US-Präsidenten nicht vernachlässigt werden. Donald Trump kritisierte in den letzten Monaten mehrfach die aus seiner Sicht zu hohen Ölpreise. Vor allem die OPEC rief er dabei immer wieder zur Ordnung. Bisher blieb es bei Worthülsen, doch der Einfluss der US-Administration auf die OPEC könnte tatsächlich wachsen. So befindet sich der sogenannte NOPEC-Gesetzentwurf derzeit in der Abstimmung. Sollte er von den zuständigen US-Regierungs- und Volksvertreterorganen bewilligt werden, könnte die USA künftig die OPEC-Mitglieder aufgrund kartellrechtlicher Verstöße verklagen und in der Folge sanktionieren.

Heizölverbraucher leiden derzeit eigentlich doppelt: Neben dem hohen Ölpreisniveau macht ihnen auch der schwache Euro zu schaffen. Sollte sich der Tank der leeren, empfehlen wir dennoch den baldigen Heizölkauf. In der nächsten Woche stehen die aktuellen Monatsberichte der OPEC, der EIA und der IEA ins Haus. Die Markteinschätzungen der drei großen Institutionen haben seit jeher großes Preiseinflusspotenzial. Derzeit lässt sich nicht sagen, in welche Kerbe die Organisationen mit ihren Prognosen schlagen werden – im schlechtesten Fall könnte es mit den Ölpreisen weiter aufwärts gehen.
 

Entwicklung Eurokurs

Zum Tagesstart kostete der Euro 1,1307 US-Dollar, am Mittwoch waren es auf ähnlichen Niveau noch 1,1303 US-Dollar. Der Referenzpreis der EZB für Mittwoch  wurde bei 1,1305 US-Dollar festgesetzt.

Der Euro konnte gestern etwas von enttäuschenden US-Arbeitsmarktdaten profitieren. Im Tagesvergleich ist dieser Effekt jedoch nicht ersichtlich, da Meldungen über eine angebliche Absenkung der Wachstumsprognose der Europäischen Zentralbank (EZB) die Gemeinschaftswährung wieder unter Druck setzten. An den Märkten werden die Ergebnisse der heutigen EZB-Zinssitzung entsprechend mit Spannung erwartet.
 

Im Detail: Einflussfaktoren am Markt und in der Politik

  • DOE bestätigt stark gestiegene Rohölbestände im US-Markt

 

DOE folgt API – aber nicht überall

Wie eingangs der heutigen Heizölnews bereits berichtet, dominieren im aktuellen DOE-Bericht vor allem die deutlichen Aufbauten bei den US-Rohölbeständen. Bei den Produktbeständen herrscht ein komplett gegensätzliches Bild. Sogar noch stärker als am Vortag vom American Petroleum Institute (API) gemeldet, gibt es bei den Lagerbeständen von Benzin, Diesel und Heizöl erhebliche Abbauten. Doch der erfahrene Blick sieht hinter dieser Entwicklung nichts ungewöhnliches. Die Abbauten läuten lediglich das Ende der niedrigeren Winternachfrage ein. Darauf deutet auch die Zunahme der Raffinerieauslastung hin, welche aufgrund der saisonalen Wartungsarbeiten in den letzten beiden Monaten stetig abnahm.

 

Die DOE-Daten im Überblick
 

DOE-Bericht-US-Ölmarkt-Kalenderwoche-10-070319 // Alle Angaben ohne Gewähr

Trotz der teils extremen Ausschläge bei den US-Beständen, wird der DOE-Bericht hinsichtlich des Preiseinflusses bisher eher zurückhaltend versehen. Die Entwicklung der Rohölbestände sind wie bereits erläutert im aktuellen Marktumfeld kaum bewertbar. Jegliche preissenkende Wirkung würde ohnehin durch das starke Minus bei den Produkten aufgehoben werden.

 

Heizölpreisentwicklung

Eine 3.000 Liter Standard Lieferung kostet aktuell im bundesweiten Durchschnitt rund 71,07 Cent pro Liter Heizöl. Am Mittwoch waren es 70,26 Cent.

Wenn Sie monatliche Zahlungsarten wie den Heizöl-Ratenkauf oder das heiz&SPAR Wärmekonto nutzen wollen, sollten Sie mehr Zeit bis zur Lieferung einplanen. Die Bearbeitungszeit kann durch den Postweg bis zu zwei Wochen in Anspruch nehmen. Ein fixer Liefertermin kann erst nach Freigabe der Finanzierung durch die Bank bzw. Eingang des unterschriebenen Vertrages abgestimmt werden.

Grundsätzlich empfehlen wir Ihnen unseren Service für eine regelmäßige Preisbenachrichtigung zu nutzen oder einen Heizöl-Wunschpreis anzulegen. So können Sie von Preisrückgängen profitieren und günstiger Heizöl bestellen.

 

     Peter Dudda - Autor
            

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