Ölpreise in Konsolidierung – Heizölpreise zum Wochenende stabil

17. August 2018, Peter Dudda

Heizölpreise zum Wochenende stabil 17.08.18

Nach dem Preissturz von Mittwoch zu Donnerstag halten die Ölpreise zum Wochenende ihr Niveau. An den Ölmärkten deutet vieles auf eine stabilere Versorgungslage. Warum ein stabiles Heizölpreisniveau für die nächsten Monate alles andere als sicher ist, erfahren Sie bei uns.

Ölpreisentwicklung – Wichtiges auf einen Blick

  • Nach Preisrutsch am Donnerstag: Ölpreise stagnieren
  • Handelskrieg China-USA: Aussicht auf Gespräche stützt Kurse
  • Brent bei 71,39 US-Dollar / ICE-Gasoil bei 643,00 US-Dollar
  • Euro stabiler bei 1,1376 US-Dollar
  • Heizölpreis fällt auf 70,37 Euro / 100L
     

Wesentliche Einflussfaktoren auf die aktuelle Ölpreisentwicklung

 EIA-Prognose: Unterversorgung der Märkte bis Ende des Jahres
 IEA-Prognose: Nachfrage dürfte weiter steigen
 Inkrafttreten erster US-Sanktionen gegen Iran
 China investiert in Öl-Infrastruktur
 Produktionsschwierigkeiten in Kanada bis September
 Steigende Ölproduktion in OPEC-Staaten begrenzt Reservekapazitäten

 Gesprächsbereitschaft im Handelskonflikt zwischen China und USA
China stellt Käufe von US-Öl ein
 Mexico will intensiv in die Ölindustrie investieren

 DOE-Bericht: Rohöl- und Destillatbestände steigen deutlich
 Libyens Ölproduktion steigt wieder
 OPEC korrigiert Nachfrageerwartungen nach unten
 US-Ölindustrie mit weiteren Anstiegen der Bohranlagen
 Spekulationen um neuerliche OPEC-Produktionsausweitung
 Saudi-Arabien senkt Preise für September-Lieferungen

 

 

 

Aktuelle Ölpreise an der Londoner Warenterminbörse ICE:
 

Zum Donnerstag hatte der Kurs der europäischen Referenzölsorte Brent deutlich nachgegeben und stand gestern Morgen bei 71,16 US-Dollar. Auch zum letzten Handelstag dieser Woche hält sich dieses günstige Niveau und das Fass kostet zum Freitagmorgen 71,39 US-Dollar. Der Schlusspreis für Donnerstag wurde bei 71,43 US-Dollar festgesetzt.

ICE Gasoil, der maßgebliche Indikator für den inländischen Heizölpreis, stand am Freitagmorgen bei 643,00 US-Dollar, nahezu exakt auf dem Wert vom Vortag (-0,75 US-Dollar). Der Schlusspreis wurde am Freitag bei 641,75 US-Dollar festgehalten.
 

Heizölpreisentwicklung der letzten 30 Tage Stand: 17.08.2018 // Alle Angaben ohne Gewähr

Alle Angaben ohne Gewähr. Weitere aktuelle Notierungen finden Sie täglich neu auf unserer Heizölpreisseite.
 

Die Preisentwicklung im Überblick

Am Mittwochnachmittag sorgten unerwartet stark gestiegene US-Bestände in Kombination mit der Nachricht, dass Libyen täglich fast wieder eine Million Barrel Öl fördert, für einen heftigen Preisrutsch an den Ölbörsen. Heizölverbraucher konnten etwas aufatmen, denn nach den durch den schwachen Euro bedingten Preissteigerungen der vergangenen Tage, wurde Heizöl zum Donnerstag im Bundesdurchschnitt um etwas mehr als einen Euro günstiger. Weitere Abwärtsbewegungen konnten sich nicht durchsetzen, so dass sich die Kurse nahezu durchgehend auf ihren Ausgangsniveaus vom Morgen bewegten. Unterstützung bekamen die Ölpreise im Prinzip nur durch die Nachricht, dass China und die USA sich Ende August zu Gesprächen treffen werden (Mehr dazu weiter unten im Artikel).

Doch es gilt weiter Vorsicht bei der Hoffnung auf günstigere Heizölpreise zur Heizsaison. Denn es gibt eine Vielzahl von Faktoren, mit klar preissteigernden Potenzial. Sollte die globale Nachfrage zum Herbst und Winter weiter stabil bleiben, gar zunehmen, könnte das die zur Zeit als stabil angenommene Versorgungslage wieder gefährden. Zusätzlich steht immer noch die zweite US-Sanktionswelle gegen den Iran im Raum. Wenn das Wort Donald Trumps noch Geltung hat, dürfte der Iran ab Spätherbst kein einzigen Tropfen Öl mehr exportieren. Experten schätzen, dass die iranischen Exporte so oder so wenigstens um eine Million Barrel abnehmen könnten. Auch die OPEC sollte bei dieser Betrachtung nicht vergessen werden. Sollten die Ölpreise fallen, wird das Kartell schnell wieder den Förderhahn etwas zudrehen um das Angebot zu begrenzen. Zuletzt stellte Saudi Arabien mit diesem Vorgehen der Welt unter Beweis, dass es allein mit seinem Fördergebaren den Einfluss hat, den Ölpreis zwischen der Marke von 70 und 80 US-Dollar pro Barrel zu halten.

Auch die Devisenmärkte haben Einfluss auf die Heizölpreisbildung. Sollte sich die Krise um die türkische Lira noch weiter zuspitzen, könnte auch der Euro weiter unter Druck geraten. Umso schwächer der Euro, umso teurer ist der Einkauf für Öl, was international in US-Dollar gehandelt wird. Im Umkehrschluss heißt das auch, dass Effekte durch stabile, gar fallende Ölpreise durch einen schwachen Euro wieder wettgemacht werden könnten. Wir empfehlen daher den Heizölkauf jetzt und damit noch vor dem Start der Heizsaison auszulösen. Bei der zurzeit schwächeren Auftragslage profitieren Sie zusätzlich von noch günstige Lieferkosten.

 

Entwicklung Eurokurs

Am Freitagmorgen kostete die Gemeinschaftswährung 1,1376 US-Dollar. Gestern Morgen waren es noch 1,1394 US-Dollar. Der Referenzpreis der EZB wurde zuletzt am Donnerstagnachmittag bei 1,1370 US-Dollar festgesetzt.

Zum Wochenende herrscht nach Analysteneinschätzung ein impulsarmer Handel. Außer den monatlichen Inflationszahlen aus dem Euroraum, gibt es heute wenige Daten die auf Interesse stoßen könnten. Die türkische Lira kann indes ihr zugegebenermaßen niedriges Niveau weiter halten – trotz neuer Drohungen aus den USA. Konkrete Maßnahmen der türkischen Regierung zur nachhaltigen Stabilisierung der eigenen Währung lassen indes auf sich warten. Das Thema wird die Finanzmärkte aller Voraussicht nach noch weiter beschäftigen. Heizölverbraucher sollten den Euro-Dollar-Kurs und die Entwicklung in der Türkei daher unbedingt im Auge behalten.
 

Im Detail: Einflussfaktoren am Markt und in der Politik

  • China und USA gesprächsbereit
     

Kommt es zur Einigung zwischen China und den USA?

Alles fing wenig überraschend an: Der aktuellen US-Administration sind bekanntlich alle Volkswirtschaften ein Dorn im Auge, die Güter günstiger produzieren als es der heimischen Wirtschaft möglich wäre. Der US-Präsident hat sich seit Anfang des Jahres dabei immer mehr auf China eingeschossen. Vor allem günstiger China-Stahl und günstiges Aluminium setzten die heimischen Märkte seiner Ansicht nach unter Druck. Im Frühjahr diesen Jahres setzte Trump mit der Verhängung von Strafzöllen auf diese Waren, die aktuell noch anhaltende Spirale von Strafzöllen in Gang.

Mittlerweile wurden etliche weitere Importgüter von beiden Seiten mit Strafzöllen belegt. China verhängte jüngst hohe Strafzölle auf die Einfuhr von Benzin und Diesel, zuvor waren vor allem landwirtschaftliche US-Produkte betroffen. Ganz offiziell spricht man zwar noch nicht von einem Handelskrieg, doch nichtsdestotrotz hat der Konflikt in der Realität bereits jetzt schon fatale Auswirkungen auf die beiden größten Volkswirtschaften der Welt. Gestern bekundeten Vertreter beider Staaten ihre Gesprächsbereitschaft - Ende August soll es bereits soweit sein. An den Ölmärkten reagiert man noch einigermaßen gelassen auf diese Meldung, einen direkten Einfluss auf die Ölpreise gab es bis dato noch nicht. Dennoch hatte die Meldung zumindest eine stützende Wirkung.

China importiert täglich etwa 300.000 Barrel US-Amerikanisches Öl. Strafzölle auf diese Einfuhren gibt es zwar noch nicht, doch in der nächsten Runde des Schlagabtauschs könnte es sich damit erledigt haben. Wie wir bereits gestern berichteten, kaufen chinesische Firmen schon jetzt kein US-Öl mehr ein, die Importe sind damit quasi auch ohne Strafzölle schon auf „Null“ gesetzt. Indirekt hat das auch die fallenden Preise von gestern Morgen mitzuverantworten. Da die USA schlicht auf ihrem Öl sitzen geblieben sind, sind die US-Bestände in dieser Woche unter anderem so in die Höhe geschnellt. Für Analysten bedeutet dieser Umstand allerdings auch eine stabile globale Versorgungslage. Denn wenn China sein Öl nicht in den USA kauft, scheint es eben von anderer Seite ein entsprechendes Angebot zu geben – und genau das spricht letztlich dafür, dass es mehr Öl am Markt als Abnehmerkapazitäten gibt.

Heizölverbraucher sollten die Entwicklung im Auge behalten. Kommt es zu einer Einigung, werden die Ölpreise mit hoher Sicherheit steigen. Kommt es hingegen zu einer weiteren Eskalation, würde das erheblichen Druck auf die Ölpreise bedeuten und Heizöl könnte Anfang September günstiger zu haben sein. Denn es gilt noch einen Aspekt zu beachten, der eher indirekter Natur ist: Der Konflikt zwischen den beiden Ländern gilt als Bremse des weltweiten Wirtschaftswachstums, was mittelfristig die Ölnachfrage gefährden könnte. Denn dort wo die Wirtschaft langsamer wächst, wird in der von Öl dominierten wirtschaftlichen Welt eben auch weniger Öl verbraucht.
 

Heizölpreisentwicklung

Eine 3.000 Liter Standard Lieferung kostet aktuell im bundesweiten Durchschnitt rund 70,37 Cent pro Liter Heizöl. Am Donnerstag waren es noch 70,26 Cent.

Trifft die aktuelle Stimmung auch für die nächste Woche zu oder nicht? Diese wichtige Frage müssen sich Heizölkäufer schon seit geraumer Zeit stellen. Und eine eindeutige Antwort gibt es einfach nicht. Wir empfehlen in dieser Situation: Machen Sie sich von den undurchsichtigen Entwicklungen unabhängig und lösen Sie den Heizölkauf zeitnah aus.

Unser Tipp: Bestellen Sie ihr Heizöl noch vor der nachfragestarken Zeit im Spätsommer und Herbst und profitieren Sie so von geringen Lieferkosten und einer schnelleren Lieferzeit.

Wenn Sie monatliche Zahlungsarten wie den Heizöl-Ratenkauf oder das heiz&SPAR Wärmekonto nutzen wollen, sollten Sie mehr Zeit bis zur Lieferung einplanen. Die Bearbeitungszeit kann durch den Postweg bis zu zwei Wochen in Anspruch nehmen. Ein fixer Liefertermin kann erst nach Freigabe der Finanzierung durch die Bank bzw. Eingang des unterschriebenen Vertrages abgestimmt werden.

Grundsätzlich empfehlen wir Ihnen unseren Service für eine regelmäßige Preisbenachrichtigung zu nutzen oder einen Heizöl-Wunschpreis anzulegen. So können Sie von Preisrückgängen profitieren und günstiger Heizöl bestellen.

     Peter Dudda - Autor
            

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