Raffinerieausfall in den USA – Ölpreise kräftig gestiegen

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Eine Havarie in der zweitgrößten Raffinerie der USA führt am Freitag zu stark anziehenden Ölpreisen. Die Anzahl der US-Förderplattformen ist rückläufig und stützte diese Entwicklung. Der Euro startet stabil in die neue Handelswoche. Heizöl heute etwas teurer.

Ölpreisentwicklung

Es ist paradox: Am Freitag sorgte der Ausfall der zweitgrößten Raffinerie der USA für deutlich anziehende Ölpreise. Doch obwohl dieser Ausfall zu einem (vermutlich) wenigstens kurzfristigen und wahrscheinlich kleinen Produktionsrückgang führt, stiegen die Ölpreise deutlich an. Folgt man der Logik, dass eine ausgefallene Raffinerie in letzter Konsequenz zu einer Erhöhung der Lagerbestände an Rohöl führt, müssten die Preise eigentlich fallen – schließlich steigen die verfügbaren Mengen an Rohöl am Markt an. In der Realität ist die Entwicklung gegensätzlich und die Kurse nutzen die eh schon am Freitag positive Tendenz und ziehen stattdessen deutlich an

An diesem Marktverhalten zeigt sich deutlich, wie sehr die Märkte nach preisbeeinflussenden Meldungen gieren. Letztlich ist es den Beteiligten auch nicht zu verübeln, da sich im aktuellen Marktumfeld ansonsten wenig bewegt. Für heute ist eine Kurskorrektur in der Ölpreisentwicklung mit Tendenz nach unten nicht auszuschließen, da die Nachricht über den Raffinerieausfall vielleicht doch etwas übertrieben in höhere Preise umgesetzt wurde.

Aktuelle Ölpreise an der Londoner Warenterminbörse ICE:

Der europäischen Ölpreis Brent startet gestärkt in die neue Handelswoche. Zum Montagmorgen liegt der Kurs bei 52,68 US-Dollar. Das sind 1,70 US-Dollar mehr als noch am Freitagmorgen (50, 98 US-Dollar). Der Schlusspreis am Freitag lag noch bei 52.72 US-Dollar.

Der maßgebliche Indikator für den inländischen Heizölpreis, ICE Gasoil, schließt sich dieser Entwicklung an und hat sich vom 3-Wochentief des vergangenen Mittwochs deutlich erholt. Lag das Kursniveau am Freitagmorgen noch bei 468,75 US-Dollar, startet die Notierung heute Morgen mit 480,75 US-Dollar in die Woche. Der Schlusspreis für Freitag lag bei 472,25 US-Dollar.

Eine Übersicht über die Kursentwicklung der ausschlaggebenden Notierungen für den Heizölpreis finden Sie täglich aktuell auf unserer Heizölpreisseite

US-Förderplattformen rückläufig

In den vergangenen Wochen wurde es ruhig um die wöchentlich von der Ölanlagen-Servicegesellschaft Baker Hughes vermeldeten Zahlen zu den aktiven Förderanlagen im US-Markt. Von Januar bis Anfang Juni nahm die Anzahl von Förderanlagen 22 Wochen, nahezu ohne Unterbrechung, zu. Die vergangenen Wochen waren von einem auf und ab geprägt, wobei es sich meist nur um die Ab- oder Zunahme von 1-2 Anlagen handelte.

Der aktuelle Baker Hughes Report vermeldet für die vergangene Woche die Schließung von immerhin nun schon 5 Anlagen. Die Gesamtzahl der Anlagen sinkt damit auf 763 Förderstätten. Weniger Förderanlagen bedeutet für die Märkte weniger kurzfristig verfügbares Rohöl. Entsprechend hat diese Nachricht neben der Meldung zum US-Raffinerieausfall, ebenfalls eine preissteigernde Wirkung auf die Ölpreise am vergangenen Freitag gehabt. 

Der Grund für den Rückgang ist denkbar einfach und lässt sich an der Kursentwicklung der US-Amerikanischen Referenzsorte WTI ablesen, welche sich seit Wochen nahezu immer deutlich unter dem Niveau von 50 US-Dollar bewegt. Für einige US-Förderer ist es beim aktuellen Preisniveau scheinbar schwer, kostendeckend zu produzieren.

In der Vergangenheit hat sich aufgrund von Optimierungen und auch durch den technischen Fortschritt schon einiges getan, doch nicht alle Förderer können die noch Mitte des Jahres herausgegebene Grenze von 40 US-Dollar als Break-Even-Point nutzen. Dieser Punkt beschreibt die Grenze zwischen Gewinn und Verlust und wird von vielen Händlern an den Märkten aufmerksam beobachtet, denn gibt er doch Auskunft über die Widerstandsfähigkeit der US-Ölindustrie.

Das die Öl-Produktion in den USA überhaupt mit solch hohen Kosten verbunden ist, liegt vor allem an der sogenannten Schieferölförderung. Diese Methode ist im Vergleich zur konventionellen Ölförderung deutlich aufwendiger, da in tiefen Gesteinsschichten eingelagertes Öl unter dem Einsatz verschiedenster chemischer Substanzen und in Verbindung mit hohen Drücken, herausgepresst werden muss.

Entwicklung Eurokurs

Der Euro ist auch zum Wochenstart stabil und startet auf dem Tagesniveau vom Freitag in die Woche. Die Gemeinschaftswährung notiert heute Morgen bei 1,1759 US-Dollar. Der Schlusspreis lag am Freitag auf gleichem Niveau bei 1,1760 US-Dollar.

Für heute werden keine konjunkturellen Meldungen von offizieller Seite erwartet. Der Fokus der Marktteilnehmer wird diese Woche vor allem auf dem Zusammentreffen der Führung der US-Notenbank FED und der Europäischen Zentralbank EZB liegen.

Heizölpreisentwicklung

Deutlich gestiegene Ölpreise und ein stabiler, aber insgesamt etwas schwächerer Eurokurs sorgen heute für höhere Heizölpreise im Inland. Eine 3.000 Liter Standard Lieferung kostet aktuell im bundesweiten Durchschnitt rund 54,06 Cent pro Liter Heizöl. Am Freitag waren es noch 53,11 Cent.

Dennoch sollten Sie jetzt auf den Heizölkauf setzen, da bei der aktuellen Marktlage keine Vorhersagen möglich sind. Der Freitag hat deutlich gezeigt, dass bereits kleinste Meldungen für turbulente Preisanstiege sorgen können. Insbesondere wenn sich ihr Tank leert empfehlen wir Ihnen den jetzigen Heizölkauf.  

Wenn Sie monatliche Zahlungsarten wie den Heizöl-Ratenkauf oder das heiz&SPAR Wärmekonto nutzen wollen, sollten Sie mehr Zeit bis zur Lieferung einplanen. Die Bearbeitungszeit kann durch den Postweg bis zu zwei Wochen in Anspruch nehmen. Ein fixer Liefertermin kann erst nach Freigabe der Finanzierung durch die Bank bzw. Eingang des unterschriebenen Vertrages abgestimmt werden.

Grundsätzlich empfehlen wir Ihnen unseren Service für eine regelmäßige Preisbenachrichtigung zu nutzen oder einen Heizöl-Wunschpreis anzulegen. So können Sie von Preisrückgängen profitieren und günstiger Heizöl bestellen.

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