Ölpreise leicht erhöht – API-Daten stabilisieren Kursbewegungen

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Obwohl die aktuellen Werte heute in etwa auf dem Niveau von gestern Morgen liegen, stehen dahinter deutliche Tagesbewegungen. Die US-Bestandsdaten des American Petroleum Institutes (API) hielten Abwärtstrends auf, die Preise pendeln leicht über dem gestrigen Tagesstart.

Ölpreisentwicklung

Auch gestern zeigte sich der Markt zunächst sehr beweglich und im Umfeld fehlender News mit sich selbst beschäftigt. Nach Abwärtsbewegungen ging es in neue Tageshochs, die sich nicht lange halten konnten, weil Händler wiederum auf Gewinnmitnahmen setzten.

Die Daten des American Petroleum Institutes (API) zu US-Ölbeständen der vergangenen Woche stabilisierte die Kurse, sodass sich heute Morgen im Endeffekt die Preise kaum verändert zeigen, wenn auch auf leicht höherem Niveau.

Auch die Karibikstürme Maria und Jose haben indirekt Auswirkungen, da sie den Schiffsverkehr – und damit den Im- und Export von US-Öl behindern. Zusätzlich sollte man die Entwicklung der Nachfrage und Produktion im September im Auge behalten und dem Eurokurs im Hinblick auf die heutige Zinssatzentscheidung der US-Notenbank Fed besondere Aufmerksamkeit schenken.

Aktuelle Ölpreise an der Londoner Warenterminbörse ICE:

Der europäische Ölpreis Brent notierte am Morgen bei 55,40 US-Dollar. Das liegt leicht über dem Startwert von gestern bei 55,36 US-Dollar. Der Schlusspreis von Dienstag lag bei 55,14 US-Dollar.

ICE Gasoil, der maßgebliche Indikator für den inländischen Heizölpreis, notierte am Morgen bei 529,25 US-Dollar, knapp einen Dollar über dem gestrigen Morgenwert. Der Schlusspreis für Dienstag lag bei 528,50 US-Dollar.

Alle Angaben ohne Gewähr. Weitere aktuelle Notierungen finden Sie täglich auf unserer Heizölpreisseite.

API-Daten von den Hurrikanen gezeichnet – Dennoch stabilisierende Wirkung

Auch wenn der wöchentliche Bericht des American Petroleum Institutes (API) sichtbare Spuren der Auswirkungen von „Harvey“ und „Irma“ trägt, so reichten die Werte gestern doch aus, um die starken Bewegungen am Markt zu stabilisieren und die Preise aus ihren Zwischentiefs wieder nach oben zu schicken.

Laut API gab es einen Bestandsaufbau bei Rohöl, der aber hinter den Erwartungen zurückblieb. Nach den Hurricanes hatte der Markt also mit viel mehr Rohöl in den Lagern gerechnet, da die Raffinerien noch nicht wieder unter Volllast fahren konnten. Dass die Bestandsaufbauten nur 1,4 Mio. Barrel statt 2,6 Mio. Barrel betragen haben, stützte die Preise demnach.

Zweiter (und in diesem Fall wichtigerer) Punkt sind die deutlichen Bestandsabbauten bei den Destillaten und bei Benzin, welche die Erwartungen des Marktes erheblich übertrafen. Auch hier war klar, dass weniger Raffinerien auch weniger Öl zu Produkten verarbeiten.

Allerdings kann der API-Bericht keine Aussagen zur Raffinerieauslastung treffen, auch wenn der Markt folgerichtig davon ausgehen kann, dass diese nach den Stürmen erheblich zunehmen sollte, da die Unternehmen die verlorene Zeit wieder aufholen wollen. Im Spiegel dieser Tatsache ist es umso verwunderlicher, dass Benzin und Produkte in den Vorratslagern offensichtlich erheblich weniger geworden sind.

Aufschluss über diese Entwicklung könnte – wie immer – der heute folgende Bericht des Department of Energy (DOE) liefern, der sehr genaue Aussagen zur Raffinerieauslastung und gleichzeitig zu Im- und Export treffen kann. Außerdem stehen die Daten zu den Beständen auf einer wesentlich breiteren statistischen Basis.

Wie wird der September im Endeffekt aussehen?

Der September ist traditionell ein sehr spannender Monat für Analysten, da die Sommernachfrage, die aufgrund von Reisen und Hitze (Stichwort Klimaanlagen) sehr hoch rangiert, nun vorbei ist.

Zwar steigt nun die Nachfrage nach Heizöl in den kälteren Regionen, aber diese ist global gesehen meist nicht so hoch wie im Sommer. Erste Analysen gehen davon aus, dass im September mehr Öl auf den Markt geworfen wird, weil gerade die OPEC-Länder weniger Eigenbedarf zum Betrieb von Klimaanlagen haben und auch die US-Ölindustrie immer mehr Öl fördert.

Monatsberichte zum September dürften dieses Mal also besonders genau gelesen werden, da sie ein Bild davon zeichnen können, ob sich der globale Ölmarkt, wie zuletzt vorsichtig optimistisch angenommen, nun endlich etwas bereinigt.

Freitag steht ein OPEC-Treffen an

 Obwohl das für Freitag anberaumte Treffen von OPEC- und Nicht-OPEC-Ländern eher Kontroll- als Beschlusscharakter hat, dürfte es für den Markt spannend werden. Zum einen erhoffen sich Analysten Aussagen dazu, wie es 2018 mit dem Kürzungsdeal weitergehen wird.

Außerdem werden Vertreter aus Nigeria und Libyen mit dabei sein. Beide Länder waren bisher nicht Teil des Kürzungsdeals, obwohl sie OPEC-Mitglieder sind. Grund für die Ausnahme waren wirtschaftliche Schwierigkeiten, die die Nationen mit einer höheren Ölförderung klären können sollten.

Diese Ausnahme könnte nun vorbei sein, da gerade diese Länder in den vergangenen Monaten immer wieder die Bemühung der OPEC um ein geringeres Ölangebot zunichtegemacht hatten.

Entwicklung Eurokurs

Der Euro hat gestern stetig zugelegt und notiert aktuell bei 1,1999 US-Dollar. Die 1,2-Dollarmarke wurde am Morgen sichtbar geknackt, auch wenn der Kurs momentan stark in Bewegung ist. Die EZB legte den Referenzpreis für Dienstag bei 1,1972 US-Dollar fest.

Die Bewegungen der Gemeinschaftswährung haben eher einen indirekten Grund: Heute Abend steht die Zinssatzentscheidung der US-Notenbank Fed an und die Anleger warten sehr gespannt darauf. Im Vorfeld halten sie sich also, gerade was den Dollar betrifft, zurück, was wiederum dem Euro Auftrieb verleiht. Sobald die Entscheidung der Fed verkündet wird, dürfte es deutliche Impulse in die eine oder andere Richtung geben.

Heizölpreisentwicklung

Heute Morgen ist es etwas schwierig, eine rechnerische Aussage zu den Heizölpreisen zu treffen. Denn die Ölpreise sind zwar stabil, aber eben auf einem leicht höheren Niveau. Und der gestiegene Euro ist eben in so starker Bewegung, dass auch hier kaum eindeutige Tendenzen auszumachen sind. Dennoch ergibt sich momentan folgendes gefälliges Bild: Eine 3.000 Liter Standard Lieferung kostet aktuell im bundesweiten Durchschnitt rund 57,43 Cent pro Liter Heizöl. Am Dienstag waren es noch 57,52 Cent.

Zwei akute Faktoren mit langfristiger Wirkung sollten Sie dazu anregen, sich möglichst bald für den Heizölkauf zu entscheiden: Der Dollarkurs könnte heute Abend sichtbar zulegen, was Heizöl für inländische Verkäufer unabhängig vom Ölmarkt verteuern würde. Zweitens könnte der Bericht des DOE die schon begonnene Tendenz des API-Berichts fortsetzen und für Preissteigerungen sorgen.

Natürlich ist es schwer zu sagen, wie lange solche Effekte anhalten, doch die vergangenen Wochen zeigen deutlich, dass die Kurve der Heizölpreise insgesamt immer weiter nach oben zeigt. Wenn Sie sich jetzt zum Heizölkauf entscheiden, sind Sie bestens auf den kommenden Winter vorbereitet und machen sich unabhängig von allen weiteren Entwicklungen, Prognosen und Marktspekulationen.

Wenn Sie monatliche Zahlungsarten wie den Heizöl-Ratenkauf oder das heiz&SPAR Wärmekonto nutzen wollen, sollten Sie mehr Zeit bis zur Lieferung einplanen. Die Bearbeitungszeit kann durch den Postweg bis zu zwei Wochen in Anspruch nehmen. Ein fixer Liefertermin kann erst nach Freigabe der Finanzierung durch die Bank bzw. Eingang des unterschriebenen Vertrages abgestimmt werden.

Grundsätzlich empfehlen wir Ihnen unseren Service für eine regelmäßige Preisbenachrichtigung zu nutzen oder einen Heizöl-Wunschpreis anzulegen. So können Sie von Preisrückgängen profitieren und günstiger Heizöl bestellen.

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