Ölpreise machen nach Raketentest einen Sprung – Euro legt zu

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Nordkorea hat erneut einen Raketentest durchgeführt. In den frühen Morgenstunden provozierte Pjöngjang mit der Aussage, die Rakete könne einen atomaren Sprengkopf tragen. Das ließ die Ölpreise kurz nach Handelsstart sprunghaft ansteigen. Der stabile Eurokurs bremst Anstiege bei Heizöl allerdings aus

Ölpreisentwicklung

Der Start in die Handelswoche war eigentlich relativ stabil ausgefallen. Gegen fünf Uhr heute Morgen machten die Preise allerdings einen Sprung, nachdem Nordkorea mit dem Test einer atomwaffenfähigen Rakete geprahlt hatte. Der stabile Eurokurs sorgt jedoch dafür, dass inländische Verbraucher diesen Anstieg bei den Heizölpreisen nur leicht spüren.

Aktuelle Ölpreise an der Londoner Warenterminbörse ICE:

An beiden für uns wichtigen Ölpreisen lässt sich die Entwicklung an diesem Montag sehr gut ablesen. Nach dem Handelsstart gegen zwei Uhr heute Morgen lagen die Werte für den europäischen Ölpreis Brent bei 50,86 US-Dollar. Als die Meldung aus Nordkorea öffentlich wurde, machte der Preis einen Sprung auf zurzeit 51,82 US-Dollar. Der Schlusspreis am Freitag betrug 50,84 US-Dollar. Auf unserer Überblickseite zur Heizölpreisentwicklung finden Sie die Kursentwicklungen der vergangenen Tage, Wochen und Monate.

Ähnlich sieht es bei ICE Gasoil, dem maßgeblichen Indikator für den inländischen Heizölpreis, aus. Der Preis nach dem Handelsstart betrug 449,50 US-Dollar, gegen fünf Uhr erfolgte der Sprung auf aktuell rund 457,75 US-Dollar. Der Schlusspreis für Freitag lag bei 448,75 US-Dollar, genau 15 Dollar über dem Vorwochenwert.

Es ist schon der zweite provokative Raketentest Nordkoreas innerhalb weniger Wochen. Besonders problematisch ist, dass die Rakete zu bis zu 4.500 km Reichweite fähig sei und laut Meldungen aus Pjöngjang einen atomaren Sprengkopf tragen können soll.

Für Dienstag hat der UN Sicherheitsrat eine Dringlichkeitssitzung einberufen, da dieser Test ohne Zweifel gegen geltende Sanktionen verstößt. Die daraus entstehenden Spannungen auf der politischen Ebene wirken sich auch auf die Märkte – von Devisen bis Rohstoff – aus:

Die Risikoprämie stieg besonders an den Ölmärkten und trieb die Ölpreise sprunghaft nach oben. Die Risikoprämie ist einfach gesagt ein Anreiz für Anleger, sehr risikobehaftete Investitionen zu tätigen, statt auf fest verzinsliche und relativ risikoarme Wertpapiere o.ä. zu setzen. Die Folgen der nordkoreanischen Provokation sind nicht abzusehen, zumal der Dominoeffekt für alle Märkte hier unbedingt mit betrachtet werden muss.

Dabei sind verschiedene Szenarien möglich, in denen eine Eskalation des Konflikts für ein Sinken der Nachfrage und/oder des Angebots sorgen könnte. Beide Risikovarianten könnten zum aktuellen Zeitpunkt zumindest theoretisch gleichermaßen eintreten, daher auch die höhere Risikoprämie.

Baker Hughes Report vermeldet Zuwachs bei den US-Ölplattformen

In dieser angespannten Situation sind die wöchentlichen Zahlen aus der US-Plattformzählung des Baker Hughes-Reports bisher weder besonders kursverändernd – noch stellen sie irgendeine Art von Überraschung dar.

Erneut ist die Anzahl aktiver US-Ölbohranlagen gestiegen, in der vergangenen Woche kamen neun hinzu. Damit beträgt die Gesamtzahl 712 Anlagen, der höchste Wert seit zwei Jahren.

Russland und Saudi-Arabien angeblich einig über Dealverlängerung bis 2018

Auch die andere wichtige Meldung, dass sich die beiden größten Ölproduzenten der Welt angeblich zur OPEC-Dealverlängerung über 9 Monate geeinigt haben, geht in diesem Nachrichtenklima fast etwas unter.

Russland und Saudi-Arabien sind laut Meldungen dazu bereit, ihre Kürzungen bei unveränderter Höhe bis zum Ende des ersten Quartals 2018 fortzusetzen. Diese Absichtsbekundungen sind zwar kein definitiver Plan, aber wenn die beiden wichtigsten Beteiligten am OPEC-Deal eine solche Einigung öffentlich werden lassen, hat das großes Gewicht. Definitives wird es aber erst am 25. Mai geben, wenn die OPEC in Wien über das weitere Vorgehen entscheidet.

Außerdem könnten weitere Länder Teil der Kürzungsvereinbarungen werden und auch die Kürzungsmenge steht auf dem Prüfstand. Alles in allem stützen diese Aussagen den Ölpreis leicht, auch wenn die Nordkorea-Meldung momentan der bestimmende Faktor ist.

Die Handelswoche im Überblick

Für die Euro- oder Ölpreisentwicklung möglicherweise einflussreiche Wirtschaftsdaten der Woche im Überblick*:

Dienstag, 16.05.2017

  • Handelsbilanz & Bruttoinlandsprodukt, Eurozone
  • Wöchentlicher Rohöllagerbestand American Petroleum Institute (API), USA

Mittwoch, 17.05.2017

  • Wöchentlicher Report EIA Rohöl Lagerbestand, USA
  • Verbraucherpreisindex, Eurozone

Freitag, 19.05.2017

  • Baker Hughes Wochenreport (Anzahl aktive US-Bohranlagen)

*Termine ohne Gewähr

Entwicklung Eurokurs

Schon am Freitagnachmittag legte der Euro nach enttäuschenden US-Kojunkturdaten sichtbar zu und diese Entwicklung setzt sich aktuell fort. Momentan notiert die Gemeinschaftswährung bei 1,0941 US-Dollar. Die Europäische Zentralbank legte den Referenzpreis am Freitag noch auf 1,0876 US-Dollar fest.

Heizölpreisentwicklung

Bei den Heizölpreisen sind die Voraussetzungen der beiden wichtigen Faktoren Eurokurs und Ölpreis heute Morgen gegenläufig: Ein gestiegener Ölpreis zieht eigentlich steigende Heizölpreise nach sich, diese Richtung wird aber vom stärkeren Euro ausgebremst. Im Endeffekt ergeben sich daraus ganz leicht gestiegene Heizölpreise. Eine 3.000 Liter Standard Lieferung kostet aktuell im bundesweiten Durchschnitt rund 56,12 Cent pro Liter Heizöl. Am Freitag waren es noch 55,97 Cent.

Wenn Sie bisher noch gezögert haben, so ist jetzt der richtige Zeitpunkt für den Heizölkauf, da die aktuelle Nachrichtenlage für einen Preisanstieg spricht. Auch wenn sich diese Tendenzen selbst im Tagesverlauf ändern können, so sichern Sie sich mit dem baldigen Heizölkauf ein gutes Preisniveau und machen sich unabhängig vom Auf und Ab an den Börsen.

Wenn Sie monatliche Zahlungsarten wie den Heizöl-Ratenkauf oder das heiz&SPAR Wärmekonto nutzen wollen, sollten Sie mehr Zeit bis zur Lieferung einplanen. Die Bearbeitungszeit kann durch den Postweg bis zu zwei Wochen in Anspruch nehmen. Ein fixer Liefertermin kann erst nach Freigabe der Finanzierung durch die Bank bzw. Eingang des unterschriebenen Vertrages abgestimmt werden.

Grundsätzlich empfehlen wir Ihnen unseren Service für eine regelmäßige Preisbenachrichtigung zu nutzen oder einen Heizöl-Wunschpreis anzulegen. So können Sie von Preisrückgängen profitieren und günstiger Heizöl bestellen.

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