Ölpreise zum Wochenbeginn mit Abwärtstendenz

11. Juni 2018, Peter Dudda

Heizölpreise zum Wochenstart stabil 11.06.18

Wie am Wochenende bekannt wurde, hat Saudi Arabien seine Ölproduktion zuletzt deutlich angehoben. Ein weiteres Signal für das Ende des OPEC-Förderkürzungsdeals? Alles was heute sonst noch wichtig für die aktuelle Heizölpreisentwicklung ist, erfahren Sie bei uns.

Ölpreisentwicklung – Wichtiges auf einen Blick
 

  • Saudi Arabien steigert Ölproduktion um tägliche 100.000 Barrel
  • Anzahl US-Ölbohranlagen nimmt marginal zu
  • Brent bei 76,27 US-Dollar / ICE-Gasoil bei 668,25 US-Dollar
  • Euro bei 1,1773 US-Dollar
  • Heizölpreis stabil bei 69,42 Euro / 100L

 

Wesentliche Einflussfaktoren auf die aktuelle Ölpreisentwicklung
 

 Uneinigkeit innerhalb der OPEC zu Produktionssteigerungen
 Force Majeure auf Öllieferungen aus Venezuela
 Drohende US-Sanktionen gegen Venezuela
 USA kündigen harte Sanktionen gegen Iran an

 DOE-Bericht: US-Bestände zugenommen, Nachfrage gesunken
 Saudi Arabien steigert Ölproduktion
 US-Strafzölle auf europäische Stahl und Aluminium 
 OPEC-Produktion könnte schon im Juni steigen
 IEA: Ölnachfrageprognose für 2018 etwas nach unten korrigiert

 

Aktuelle Ölpreise an der Londoner Warenterminbörse ICE:
 

Heizölpreisentwicklung der letzten 30 Tage Stand: 11.06.2018 // Alle Angaben ohne Gewähr

Der Kurs der europäischen Referenzölsorte Brent notierte am Morgen des letzten Handelstags der Woche bei 76,27 US-Dollar. Der Vergleichswert von Freitag lag noch bei 77,05 US-Dollar, der Schlusspreis zum Wochenende wurde bei 76,46 US-Dollar festgesetzt.

ICE Gasoil, der maßgebliche Indikator für den inländischen Heizölpreis, stand am Montagmorgen bei 668,25 US-DollarDer Vergleichswert am Freigag lag bei 669,75 US-Dollar, während der Schlusspreis am Freitag bei 671,50 US-Dollar festgelegt wurde.

Alle Angaben ohne Gewähr. Weitere aktuelle Notierungen finden Sie täglich neu auf unserer Heizölpreisseite.
 

Die Preisentwicklung im Überblick

Vor allem hinsichtlich der für den Heizölpreis so relevanten Notierung ICE Gasoil, hat sich im Vergleich zum Freitag nahezu keine Bewegung eingestellt. Das Nachgeben der Referenz-Ölsorte Brent ist auf die Meldung der Produktionszunahme durch Saudi Arabien zurückzuführen. Je mehr Öl auf den Markt geschoben wird, desto eher können die Ölpreise sinken. Ein deutlicher Preisabschlag scheint – zumindest kurzfristig – unwahrscheinlich. Dafür bleibt die aktuelle Marktlage hinsichtlich eines Angebotsdefizits einfach zu angespannt.

Doch es gibt auch Hoffnung für Verbraucher: Am 22. Juni treffen sich Mitglieder der OPEC und weitere Partner in Wien zu einem planmäßigen Gipfel. Hauptthema wird die Aufweichung der Quoten im Rahmen des seit nunmehr anderthalb Jahren bestehenden Förderkürzungsabkommens sein. Da Saudi Arabien nun mit seiner Produktionsausweitung Fakten schafft, könnten auch weitere am Deal Beteiligter Staaten die Ölproduktion ihrerseits ausweiten. Das Angebotsdefizit könnte damit also relativ schnell ad acta gelegt werden, wobei allerdings nicht zu vergessen ist, dass in den Sommermonaten üblicherweise auch die Nachfrage zunimmt.
 

Entwicklung Eurokurs

Die Gemeinschaftswährung hat im Vergleich zur letzten Woche wieder etwas nachgegeben. Am Freitag stand der Kurs zum Tagesstart noch bei 1,1798 US-Dollar, am Montagmorgen waren es 1,1773 US-Dollar. Der Referenzpreis der Europäischen Zentralbank wurde zuletzt am Freitag bei 1,1754 US-Dollar festgesetzt, einen Tag vorher waren es noch 1,1836 US-Dollar.


Der Euro wurde zum Ende der vergangenen Woche vor allem durch schlechte Zahlen der deutschen Wirtschaft belastet. Nachdem am Donnerstag schon negative Zahlen zu den Auftragseingängen im Industriesektor für Aufsehen sorgten, sorgte am Freitag die Meldung über einen Produktionsrückgang in Deutschland für weiteren Druck auf den Euro. Zum Wochenstart könnte nun wieder die Politik im Fokus stehen. Vor allem die Auswirkungen des G7-Gipfels sind noch unklar. Weiterhin werden in dieser Woche Entscheidungen zur Zinspolitik der Zentralbanken im Euroraum, aber auch in den USA erwartet.
 

Im Detail: Einflussfaktoren am Markt und in der Politik
 

  • Saudi Arabien weitet Ölproduktion aus
  • US-Ölbohranlagen steigt um eine Anlage

 

Mit dem Sprech von Saudi Arabien dienen die Produktionssteigerungen einzig dazu, den Märkten die Angst vor einer Unterversorgung zu nehmen. Die Interessen Saudi Arabiens dürften allerdings auch andere Hintergründe haben. Insbesondere an den wichtigsten OPEC-Partner Russlands sendet Saudi Arabien mit der Anhebung der Produktion ein deutliches Signal: Man ist bereit die Ölförderung geordnet auszuweiten und damit ein Gleichgewicht am Markt mit zu unterstützen.

Wie seit langen offen bekundet, ist es vor allem Russland, was auf einer geordneten Abwicklung des Förderabkommens drängt. Russland sieht bei dem aktuellen Preisniveau die Gefahr, Marktanteile an Marktteilnehmer außerhalb des Deals abgeben zu müssen. Insbesondere die US-Ölproduzenten profitieren von den hohen Ölpreisen, schließlich ist die Förderung von Öl mit der sogenannten „Fracking-Methode“ nicht gerade günstig. Umso höher der Ölpreis, umso eher ist die USA in der Lage ihre Ölproduktion auszuweiten. Russland peilt daher einen Preis von 60 US-Dollar pro Barrel an, Saudi Arabien und andere im Nahen Osten gelegenen Ölförderer würden die Ölpreise lieber in der Spanne von 80 bis 100 US-Dollar pro Barrel sehen.

Saudi Arabien möchte die Zusammenarbeit mit Russland allerdings fortführen und macht dafür eben auch Zugeständnisse an den (noch) größten Ölproduzenten der Welt. Nachdem nun die Produktionssteigerung von 100.000 Barrel im Monat Mai bekannt wurde, legt das Königreich auch direkt nach und kündigt auch für den aktuellen Monat eine Produktionsausweitung, dem Vernehmen nach auf dem gleichen Niveau, an. Geht es nach Saudi Arabien, soll die OPEC-Gesamtproduktion allerdings nicht um mehr als 300.000 bis 400.000  Barrel pro Tag gesteigert werden. Russland legt bei diesen Werten noch einmal nach und bringt 800.000 Barrel ins Spiel. Gleichzeitig hat es seine eigene Produktion wohl auch schon angehoben.

Zum Ende der letzten Woche wurde bekannt, dass die USA Saudi Arabien um eine Produktionsausweitung um gar eine Million Barrel gebeten hätten. Die Mehrmenge soll als Ausgleich für iranisches Öl dienen, welches mit dem Einsetzen der Anfang Mai verkündeten US-Sanktionen von den Märkten fern bleiben könnte. Es klingt auf den ersten Blick paradox, doch auch den USA kann an übermäßig hohen Ölpreisen nicht gelegen sein. Denn zu hohe Preise dämpfen die Nachfrage und könnten negative Auswirkungen auf die globale Wirtschaft mit sich bringen.

Eins scheint jedenfalls klar: Die Produktion der OPEC wird in den nächsten Monaten wieder ansteigen. Aus heutiger Sicht ist allerdings mit einer eher vorsichtigen Anhebung zu rechnen, da alles andere die Preise zu schnell auf eine Talfahrt schicken könnte – und genau das werden die Produzenten um jeden Preis verhindern zu versuchen.

Mit einem Bestand von 862 aktiven Ölbohranlagen ist die US-Ölförderung gemessen an der Bohrtätigkeit indes so hoch wie zuletzt Anfang 2015. In der letzten Berichtswoche ist die Anzahl zwar nur um eine Anlage gestiegen, dafür ist es auch der zehnte Anstieg in Folge. Die Nachricht sollte für die Märkte allerdings kaum eine Rolle spielen, da die zunehmende Ölproduktion der USA ohnehin eingepreist ist. Zudem ist sie seit Monaten der Garant, dass die Preisanstiegen bei gewissen Niveaus, zuletzt bei 80 US-Dollar, nachhaltig gebremst werden.

 

Heizölpreisentwicklung

Die leicht gesunkenen Ölpreise in Kombination mit einem etwas schwächeren Euro sorgen heute für stabile Heizölpreise: Eine 3.000 Liter Standard Lieferung kostet aktuell im bundesweiten Durchschnitt rund 69,42 Cent pro Liter Heizöl. Am Donnerstag waren es noch 69,48 Cent.

Eine bindende Empfehlung abzugeben ist natürlich nicht möglich: Mit Blick auf das OPEC-Meeting in knapp zwei Wochen könnte es zu mittelfristig niedrigeren Ölpreisen kommen. Doch wie stark die Absenkung ausfällt ist genauso unklar wie die Stabilität des Euro, welcher zuletzt ja noch deutlich nachgab. Es kann heute also eine gute Entscheidung sein, sich von den Entwicklungen an den Märkten unabhängig zu machen und den Heizölkauf heute auszulösen – das gilt insbesondere dann, wenn sich die Tankfüllstandsanzeige dem roten Bereich nährt.

Wenn Sie monatliche Zahlungsarten wie den Heizöl-Ratenkauf oder das heiz&SPAR Wärmekonto nutzen wollen, sollten Sie mehr Zeit bis zur Lieferung einplanen. Die Bearbeitungszeit kann durch den Postweg bis zu zwei Wochen in Anspruch nehmen. Ein fixer Liefertermin kann erst nach Freigabe der Finanzierung durch die Bank bzw. Eingang des unterschriebenen Vertrages abgestimmt werden.

Grundsätzlich empfehlen wir Ihnen unseren Service für eine regelmäßige Preisbenachrichtigung zu nutzen oder einen Heizöl-Wunschpreis anzulegen. So können Sie von Preisrückgängen profitieren und günstiger Heizöl bestellen.

Heizölnews Autor

Peter Dudda - Autor

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