Ölpreise mit Verlusten: Heizölpreis vorerst stabil

8. Februar 2019, Peter Dudda

Heizoelpreise zum Wochenende stabil 08.02.19

Die Meldung über mögliche libysche Produktionssteigerungen bei der Ölförderung ließen die Ölpreise gestern fallen. Zusätzlich belasten die ins Stocken geratenen Handelsgespräche zwischen China und den USA. Die Heizölpreise könnten profitieren und zum Wochenende fallen.

Ölpreisentwicklung – Wichtiges auf einen Blick

  • Libyen: Wichtiges Ölfeld noch nicht unter Kontrolle
  • USA / China: Handelsgespräche stocken
  • USA: Gesetz gegen Ölkartelle in Vorbereitung
  • Brent bei 61,25 US-Dollar / ICE-Gasoil bei 575,00 US-Dollar
  • Euro bei 1,1328 US-Dollar
  • Heizölpreis bei 68,53 Euro / 100L
     

 Wesentliche Einflussfaktoren auf die aktuelle Ölpreisentwicklung

▲ DOE: Gesunkene US-Bestände bei gestiegener Raffinerieauslastung
▲ Revolution in Venezuela und Sanktionen
▲ Saudi-Arabien will noch mehr kürzen als im Dezember beschlossen
▲ IEA sieht Möglichkeit für ausbalancierten Markt 2019
▲ Russland verspricht volle Umsetzung der OPEC+ Kürzungen bis April
▲ Kanadische Produktionskürzungen auch im Februar

 US-NOPEC-Gesetzgebung in Vorbereitung
Keine Fortschritte bei Handelsgesprächen zwischen USA und China
 China will heimische Ölwirtschaft ausbauen
 Russland und OPEC wollen ihre Allianz stärken

 Libyens Ölproduktion könnte bald wieder steigen
 OPEC+ Kürzungen bisher nicht vollständig umgesetzt
 Chinesische Wirtschaft verliert immer weiter an Kraft
 Möglicherweise doch Ausnahmen von US-Sanktionen gegen Iran
 OPEC-Prognose: Öl-Förderung von Nicht-OPEC-Förderern steigt
 USA fördern auf Rekordniveau und nähern sich Energieunabhängigkeit

 

 

 

Aktuelle Ölpreise an der Londoner Warenterminbörse ICE:

Der Kurs der europäischen Referenzölsorte Brent notierte am Morgen bei 61,25 US-Dollar. Am Donnerstagmorgen waren es noch 62,36 US-Dollar. Der Schlusspreis wurde gestern Abend bei 61,63 US-Dollar festgesetzt.

ICE Gasoil, der maßgebliche Indikator für den inländischen Heizölpreis, stand am Morgen des letzten Handelstags der Woche bei 575,00 US-Dollar. Am Donnerstagmorgen waren es noch 581,25 US-Dollar, wobei der Schlusspreis schon bei 574,25 US-Dollar festgesetzt wurde.  

Heizölpreisentwicklung der letzten 30 Tage Stand: 08.02.2019 // Alle Angaben ohne Gewähr

Alle Angaben ohne Gewähr. Weitere aktuelle Notierungen finden Sie täglich neu auf unserer Heizölpreisseite.
 

Die Preisentwicklung im Überblick

Eigentlich hatten die Ölpreise am Donnerstagmorgen einen klar preissteigernden Rückenwind – zumindest wenn man die Ölbestandsentwicklung in den USA heranzieht. So sind vor allem die zu dieser Jahreszeit wichtigen Bestände an Destillaten, also mehrheitlich Diesel und Heizöl gefallen, gleichzeitig ist die Gesamtnachfrage nach Ölprodukten im US-Markt gestiegen.

Mit der Meldung aus Libyen, dass ein über Monate hinweg besetztes Ölfeld nun wieder in der Hand von Regierungstruppen sein soll, setzte sich dann doch ein leichter Preisverfall durch. Schließlich könnte den Ölmärkten damit plötzlich wieder 0,4 Millionen Barrel mehr Öl pro Tag zur Verfügung stehen. Zwar ist das gemessen an der weltweiten täglichen Gesamtproduktion eine nur sehr geringe Menge, doch reagieren die Ölmärkte auf Meldungen zu Angebotssteigerungen stets etwas panischer.

Zeitgleich belasteten Aussagen aus US-Regierungskreisen die Kursentwicklung. Danach kann in dem seit geraumer Zeit schwelenden Handelskonflikt zwischen den USA und China, nicht allzu bald mit einer finalen Einigung gerechnet werden.

Eigentlich ein positives Umfeld wenn man auf einen sinkenden Heizölpreis setzen will – wenn da nicht der Euro wäre. Der Kurs der europäischen Gemeinschaftswährung gab gestern zu heute abermals nach. In der Folge wird der Einkauf von in US-Dollar gehandelten Waren, damit auch Öl, teurer. Heizölverbraucher, deren Tankfüllstand sich dem Ende zuneigt, können sich heute dennoch ein moderates Preisniveau zu Nutze machen.
 

Entwicklung Eurokurs

Zum Tagesstart kostete der Euro 1,1328 US-Dollar. Am Donnerstagmorgen waren es noch 1,1363 US-Dollar, zum Wochenanfang waren es noch 1,1444 US-Dollar. Die Europäische Zentralbank legte den Referenzpreis zuletzt am Donnerstagnachmittag bei 1,1345 US-Dollar fest.

Es sind vor allem die Querelen rund um den Brexit, welche die europäische Gemeinschaftswährung leiden lassen. Für Beobachter und Anleger ist die weitere Entwicklung rund um die Austrittsmodalitäten nicht abzusehen. Die EU zeigt sich hart gegenüber den britischen Vorschlägen zu einer Nachverhandlung des bis dato im Raum stehenden Austrittsvertrags. Damit wird ein ungeregelter Austritt immer wahrscheinlicher. Sollte es tatsächlich dazu kommen, könnte das Analysten und Wirtschaftsexperten zufolge, zu erheblichen wirtschaftlichen Verwerfungen im europäischen Währungsraum führen.
 

Im Detail: Einflussfaktoren am Markt und in der Politik

  • USA bringen Anti-Ölkartellgesetz wieder auf den Weg
  • Libyen: Vortagsmeldung wohl zu voreilig
     

NOPEC: US-Gesetz gegen Ölkartelle wieder auf dem Weg

Die OPEC ist bekanntermaßen das dominierende Ölkartell weltweit. Das zeigte nicht zuletzt die erste Jahreshälfte 2018, als es dem Kartell und seinen Partnern gelang, mit strikten und koordinierten Beschränkungen der eigenen Förderleistung, die Ölpreise in die Höhe zu treiben. Die USA sehen das Gebaren der OPEC seit jeher als wettbewerbsrechtlich fragwürdig an, schließlich handelt es sich bei den OPEC-Maßnahmen um einen Eingriff in die freiheitlichen Marktdynamiken.

Bereits 2007 wurde in den USA ein Gesetzesentwurf mit der passenden Bezeichnung „NOPEC“ auf den Weg gebracht. Ausgeschrieben heißt das so viel wie „No Oil Producing and Exporting Cartels Act“.  Ratifiziert wurde der mittlerweile mehrfach überarbeite Gesetzesentwurf bisher allerdings nicht. Das könnte sich nach dem Willen der Trump-Administration nun ändern. Der juristische Ausschuss des US-Repräsentantenhauses hat dem Gesetzentwurf bereits zugestimmt, damit ist der Weg zur Abstimmung vor dem gesamten US-Repräsentantenhaus frei. Sollte das Gesetz tatsächlich kommen, könnte die US-Justiz fortan Mitglieder der OPEC wegen der im Gesetz geregelten Wettbewerbsverstöße verklagen.

Der Zeitpunkt den NOPEC-Act voranzutreiben scheint passend gewählt. So heißt es nach aktuellen Meldungen, dass Russland und die OPEC ihre bisherige eher lockere Zusammenarbeit formalisieren möchten, wobei von einem nachhaltigen Abkommen, gar einer organisationalen Zusammenarbeit noch nicht die Rede sein soll. Die Verhandlungen über die Ausgestaltung laufen noch, offizielle Verlautbarungen stehen noch aus. Das weitere Zusammenrücken der neben den USA größten Ölproduzenten, Russland und Saudi Arabien, ist der US-Administration natürlich ein Dorn im Auge, was auch die aktuelle Intervention in Sachen NOPEC-Act begründen könnte.
 

Libyen: Wichtiges Ölfeld noch nicht vollständig unter Kontrolle

Die Meldung von Mittwoch, wonach die Libysche National Armee (LNA) das seit Wochen von bewaffneten Mitgliedern heimischer Volksstämme besetzte Ölfeld Sharara wieder unter Kontrolle hat, war nach jüngsten Meldungen wohl etwas voreilig. Angeblich sind nach wie vor große Teile des Ölfelds und der sich darauf befindlichen Produktionsanlagen unter Kontrolle der Aufständischen. Aktuell sollen wohl Verhandlungen zu einer friedlichen Übergabe zwischen Mitgliedern der LNA und Vertretern der Rebellen laufen.

Sollte das größte libysche Ölfeld in den nächsten Tagen wieder ans Netz gehen, könnte die Ölförderung von zahlreichen Konflikten gebeutelten nordafrikanischen Landes wieder um 400.000 Barrel pro Tag steigen. An den Ölmärkten reagierte man allein auf Basis dieser Eventualität mit fallenden Ölpreisen.

 

Heizölpreisentwicklung

Eine 3.000 Liter Standard Lieferung kostet aktuell im bundesweiten Durchschnitt rund 68,53 Cent pro Liter Heizöl. Damit ist der Preis bisher stabil und hat unter anderem aufgrund des schwachen Euros noch nicht auf die fallenden Ölpreise reagiert. Gestern lag der Preis noch bei 68,44 Cent pro Liter Heizöl.

Wenn Sie monatliche Zahlungsarten wie den Heizöl-Ratenkauf oder das heiz&SPAR Wärmekonto nutzen wollen, sollten Sie mehr Zeit bis zur Lieferung einplanen. Die Bearbeitungszeit kann durch den Postweg bis zu zwei Wochen in Anspruch nehmen. Ein fixer Liefertermin kann erst nach Freigabe der Finanzierung durch die Bank bzw. Eingang des unterschriebenen Vertrages abgestimmt werden.

Grundsätzlich empfehlen wir Ihnen unseren Service für eine regelmäßige Preisbenachrichtigung zu nutzen oder einen Heizöl-Wunschpreis anzulegen. So können Sie von Preisrückgängen profitieren und günstiger Heizöl bestellen.

 

     Peter Dudda - Autor
            

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