Ölpreise erreichen Monatstief - Heizölpreise sinken deutlich

Heizölpreis sinkt 261016

Erstmals seit zwei Wochen verzeichnen die Heizölpreise einen deutlichen Rückgang. Die Ölpreise sind durch die Erwartung starker Bestandsaufbauten in den USA und zunehmenden Zweifeln am OPEC Abkommen auf den tiefsten Stand im Oktober gefallen.

Ölpreisentwicklung

Die Ölpreise stiegen gestern in der ersten Tageshälfte leicht an, sanken dann aber bis in die heutigen Morgenstunden.

Aktuelle Ölpreise an der Londoner Warenterminbörse ICE:

Das europäische Nordseeöl Brent wird heute Morgen für 50,35 US-Dollar je Barrel gehandelt. Das ist der tiefste Stand seit Ende September und ein Rückgang von fünf Prozent gegenüber der Vorwoche. Auch die Notierung von ICE Gasoil, dem maßgeblichen Indikator für den inländischen Heizölpreis, erreichte heute mit 457 US-Dollar je Tonne den tiefsten Stand im Oktober.

Entgegen dem bisherigen Trend im Oktober sind die Ölpreise damit vergleichsweise deutlich gesunken. Ende September waren die Ölpreise in Folge der OPEC Ankündigung einer Fördermengen-Begrenzung um 15 Prozent gestiegen. Danach schwankten die Ölpreise für die wichtigen Referenzsorten WTI und Brent in einer engen Handelspanne im Bereich von zwei US-Dollar. 

Für ein Absinken unter die 50 US-Dollar Marke fanden sich nicht genug risikofreudige Verkäufer. Da viele Händler daran glauben, dass sich die Ölpreise perspektivisch eher nach oben orientieren, wurden Preisrückgänge meist für neue Käufe genutzt.

Durch den vom API (American Petroleum Institute) gemeldeten Anstieg der US-Rohölbestände und der Weigerung des Iraks sich an einer Produktionskürzung zu beteiligen, wurden die Ölpreise nachhaltig belastet.

Nach dem umfangreichen Rückgang der amerikanischen Ölbestände in den letzten Wochen, erzeugte der deutliche und über den Erwartungen liegende Anstieg in der abgelaufenen Berichtswoche frische Verkaufsimpulse. Heute Nachmittag werden die detailreicheren Daten des DOE (US Energieministerium) zeigen, ob sich der Anstieg bestätigt und wie er zu erklären ist.

Daneben hat der Irak mit seinen Aussagen die Zweifel an einem OPEC Deal wieder zunehmen lassen. Der Irak will bei einem Abkommen zur Reduzierung des Ölangebotes eine ähnliche Ausnahmeregelung wie Libyen, Nigeria und der Iran erhalten.

Bisher war der Irak immer von Quoten ausgenommen, um die Ölindustrie nach den Kriegen mit den USA wieder aufzubauen. Die irakische Regierung argumentiert, dass man ohne die Kriege fast doppelt so viel Öl fördern würde, wie bisher. Außerdem werden die Einnahmen der Ölexporte benötigt, um den sogenannten Islamischen Staat zu bekämpfen.

Wenn alle genannten Länder Sonderstellungen bekommen, würde sich etwa ein Drittel der gesamten Ölproduktion der OPEC nicht an einer Begrenzung der Fördermenge beteiligen. Die geplante Produktionskürzung müssten dann wohl vor allem Saudi-Arabien, Kuwait und die Vereinten Arabischen Emiraten tragen. Ein echtes Dilemma für diese Staaten, da sie zwangsweise Marktanteile verlieren.

Entwicklung Eurokurs

Der Eurokurs konnte sich gestern etwas festigen. Ein Euro ist aktuell wieder etwas mehr als 1,09 US-Dollar wert. 

Dass der Euro zuvor auf den tiefsten Stand seit März gefallen war, liegt an der Stärke des Dollars, der von steigenden Zinserwartungen an die amerikanische Notenbank profitiert.

Das in Verbindung mit der politischen Unsicherheit in Europa, könnte den US-Dollar in diesem Jahr noch bis auf 1,05 Euro treiben. Ein höherer Leitzins macht eine Währung für Anleger attraktiver und stützt damit deren Wechselkurs. 

Da Öl grundsätzlich in US-Dollar gehandelt wird, bedeutet ein steigender Dollarkurs, dass die Importe für den Euroraum teurer werden.

Heizölpreisentwicklung

Die Heizölpreise sinken heute spürbar. Der aktuelle Heizölpreis für eine 3.000 Liter Standard Lieferung liegt bei  knapp 56 Cent pro Liter Heizöl. Die regionalen Unterschiede bleiben immer noch vergleichsweise groß. Ganz im Süden Deutschlands kostet der Liter Heizöl etwa drei Cent mehr als im Norden.

Durch das Niedrigwasser des Rheins sind die Frachtkosten gestiegen und es kam zum Teil auch zu Engpässen bei der Warenverfügbarkeit.

Auch wenn Fachleute durch die letzten Regenfälle eine Entspannung der Situation erwarten, wird es einige Zeit dauern, bis die Lagerbestände wieder ein normales Niveau erreichen. Danach könnten die Heizölpreise in dieser Region weiter sinken.

Auf deutlich sinkende Heizölpreise zu spekulieren halten wir insgesamt für riskant. Insbesondere wenn sich der Tankinhalt dem Ende nähert, sollten Sie so schnell wie möglich Heizöl kaufen. Die immer noch recht hohe Heizöl-Nachfrage führt zu steigende Lieferzeiten. In vielen Regionen können sehr kurzfristige Lieferungen nur noch telefonisch abgestimmt werden.

Wenn Sie monatliche Zahlungsarten wie den Heizöl-Ratenkauf oder ein heiz&SPAR Wärmekonto nutzen wollen, sollten Sie ohnehin mehr Zeit bis zur Lieferung einplanen. Die Bearbeitungszeit inkl. Postweg kann bis zu zwei Wochen in Anspruch nehmen. Ein Liefertermin kann erst nach Freigabe der Finanzierung durch die Bank bzw. Eingang des unterschriebenen Vertrages abgestimmt werden.

Grundsätzlich empfehlen wir Ihnen unseren Service für eine regelmäßige Preisbenachrichtigung zu nutzen oder einen Heizöl-Wunschpreis anzulegen. So können Sie von Preisrückgängen profitieren und günstiger Heizöl bestellen.

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