Ölpreise richtungslos, Heizölpreis steigt

13. September 2016

Heizoelpreis steigt 130916

Momentan bewegen sich die Ölpreise noch ohne eine klare Richtung. Auf die jüngste Abwärtsbewegung folgte gestern wieder ein Anstieg, ohne dass sich die Rahmenbedingungen am Ölmarkt großartig geändert hätten. Die Heizölpreise steigen heute Morgen wieder leicht an.

Ölpreisentwicklung

Nach den historisch hohen Bestandsrückgängen in den USA fehlt den Ölpreisen eine klare Richtung. Der Tropensturm Hermine war vergangene Woche dafür verantwortlich, dass die Öl-Lagerbestände so stark zurückgegangen sind, wie seit 30 Jahren nicht mehr. Durch den Sturm konnten Tankschiffe nicht entladen werden, was zu einem Einbruch der US-Ölimporte führte.

Das ändert aber auch nichts daran, dass die Lager für diese Jahreszeit immer noch so voll sind wie nie. Der Ölmarkt ist überversorgt und wird es aller Voraussicht nach auch noch länger bleiben als bisher gedacht. Dafür sprechen unter anderem die aktuellen Monatsberichte von der OPEC und der EIA (Energy Information Administration, Amt für Energiestatistik innerhalb des US Energieministeriums).

Dennoch muss man sich momentan auf eine volatile Ölpreisentwicklung einstellen, zumindest bis am Mittwochnachmittag die offiziellen Ölbestandsdaten der laufenden Woche veröffentlicht werden. Dann wird sich zeigen, ob der massive Rückgang wirklich nur ein temporärer Effekt war und die Lagerbestände nun angesichts der nachgeholten Importe wieder steigen.

Aktuelle Ölpreise an der Londoner Warenterminbörse ICE:

Der europäische Ölpreis-Index Brent kletterte gestern im späten Handel wieder über 48 US-Dollar je Barrel, ist im heutigen frühen Handel aber bereits wieder deutlich unter diese Marke gesunken.

ICE Gasoil, der maßgebliche Indikator für den inländischen Heizölpreis, wird aktuell bei 417 US-Dollar je Tonne notiert und liegt damit bereits acht US-Dollar unter dem gestrigen Tageshoch. Das zeigt bereits, dass sich das Auf- und Ab der Ölpreise auch heute fortsetzen wird.

Die Monatsberichte der OPEC und EIA enthalten überwiegend belastende Faktoren für die Ölpreise, die aber angesichts der Thematik über die US Ölbestände momentan wenig Gewicht finden.

Nachdem die EIA bereits in der letzten Woche die erwartete Überversorgung nach oben korrigierte, wurde dieser Punkt gestern auch im OPEC Bericht im Grunde bestätigt. Insbesondere die Entwicklung der amerikanischen Ölförderung hat das Kartell bisher offenbar unterschätzt.

Die Produktionserwartung wurde im aktuellen Bericht erheblich nach oben korrigiert. Der Rückgang der US-Ölförderung wird als einer der entscheidenden Punkte gesehen, die Angebot und Nachfrage am Ölmarkt wieder ins Gleichgewicht bringen sollen. Insofern ein entscheidender Punkt des Berichtes.

Insgesamt wird nun für 2017 ein Anstieg der Förderung außerhalb der OPEC erwartet. Bisher ging man noch von einem Rückgang aus. Gleichzeitig soll der Bedarf an OPEC-Öl abnehmen.

Das ist vor allem vor dem Hintergrund der aktuellen Gespräche über eine Begrenzung der Fördermengen interessant. Das bisher diskutierte Niveau auf dem diese begrenzt werden soll, liegt über der erwarteten Nachfrage, was im Endeffekt bedeutet, dass sich die Überversorgung damit auch im kommenden Jahr fortsetzen würde.

In den nächsten beiden Tagen wird mit dem Monatsreport der IEA (Internationale Energieagentur) und den US-Ölbestandsdaten vermutlich die weitere Richtung der Ölpreisentwicklung klarer sein.

Grundsätzlich kann man davon ausgehen, dass derzeit weder ein Anstieg über die 50 Dollar-Marke noch eine klare Abwärtsbewegung unter 40 US-Dollar wahrscheinlich sind.

Entwicklung Eurokurs

Der Wechselkurs des Euro liegt weitgehend unverändert bei 1,123 US-Dollar. Nachdem Analysten zuletzt noch eine gestiegene Wahrscheinlichkeit gesehen haben, dass die amerikanische Notenbank noch in diesem Jahre den Leitzins weiter anhebt, erhielt diese Erwartung gestern einen Dämpfer.

Eine einflussreiche US-Notenbankerin mahnte zur "Vorsicht" bei der Fortsetzung der im letzten Jahr eingeleiteten Zinswende. Kommende Woche entscheidet die US-Notenbank Fed über ihren weiteren geldpolitischen Kurs.

Ein höherer Leitzins macht eine Währung für Anleger attraktiver und stützt damit deren Wechselkurs. Da Öl grundsätzlich in US-Dollar gehandelt wird, bedeutet ein steigender Dollarkurs, dass die Importe für den Euroraum teurer werden.

Heizölpreisentwicklung

Für eine 3.000 Liter Standard Lieferung liegt der durchschnittliche Heizöl Tagespreis aktuell bei 50,61 Euro pro 100 Liter, etwa 50 Cent mehr als am Vortag. Wir rechnen damit, dass sich die Heizölpreise vorerst in der Nähe von 50 Cent pro Liter halten werden.

Im weiteren Wochenverlauf halten wir es aber für gut möglich, dass der Heizölpreis wieder unter diese Marke rutscht. Auf der anderen Seite bestehen aber auch Risiken, die schnell zu einem erneuten Preisanstieg führen können.

Insbesondere wenn sich der Tankinhalt dem Ende nähert, raten wir auf Nummer sicher zu gehen und jetzt bereits Heizöl zu kaufen. Momentan sind kurzfristige Lieferzeiten fast überall machbar, aber zum Herbstbeginn zieht die Heizöl-Nachfrage erfahrungsgemäß deutlich an.

Grundsätzlich empfehlen wir Ihnen unseren Service für eine regelmäßige Preisbenachrichtigung zu nutzen oder einen Heizöl-Wunschpreis anzulegen. So können Sie von Preisrückgängen profitieren und günstiger Heizöl bestellen.