Ölpreise stabil – Heizöl etwas günstiger

22. November 2018, Peter Dudda

Heizölpreise sinken zum Donnerstag 22.11.18

Vor dem Thanksgiving-Wochenende in den USA wird für zum Wochenende ein ruhiger Handelstag erwartet. Zeit für eine Konsolidierung an den Ölmärkten? Wohl eher nicht. Die Ölpreise sind im Tagesvergleich nur leicht gefallen – Heizöl im Bundesdurchschnitt unter 80 Euro / 100L.

Ölpreisentwicklung – Wichtiges auf einen Blick

  • Trump lobt und appelliert zugleich an Saudi Arabien
  • DOE revidiert API bei US-Rohölbeständen
  • Indien auf Rekordniveau bei Rohölimporten
  • US-Bohranlagen leicht rückläufig
  • Heizölpreise: Normalisierung des Preisniveaus setzt sich sichtbar fort
  • Brent bei 63,19 US-Dollar / ICE-Gasoil bei 601,25 US-Dollar
  • Euro bei 1,1405 US-Dollar
  • Heizölpreis bei 81,04 Euro / 100L
     

Wesentliche Einflussfaktoren auf die aktuelle Ölpreisentwicklung

 OPEC kündigt Exportkürzungen an und bringt Förderkürzungen ins Spiel
 Venezuela fördert alarmierend weniger Öl

  IEA-Spitze warnt vor Produktionskürzungen
 USA baut weiteres Export-Terminal für Öl
 Russland weitet Förderreserven aus und hat kein Interesse an neuen Kürzungen
 Sanktionen gegen Iran

US-Rohölbestände laut DOE gestiegen
 OPEC, EIA & IEA erwarten sinkende Nachfrage- und zugleich steigende Produktionsentwicklung
 Sondergenehmigungen von USA für iranisches Öl
 USA fördern auf Rekordniveau und nähern sich Energieunabhängigkeit
 Libyen und Irak mit stark ausbaufähiger Ölförderung
 Irak will Ölexporte aus Kirkuk wieder aufnehmen

 

Aktuelle Ölpreise an der Londoner Warenterminbörse ICE:

Der Kurs der europäischen Referenzölsorte Brent notierte am Donnerstagmorgen im Vergleich zum Vortag stabil. Der Kurs lag zum Morgen bei 63,19 US-Dollar, gestern um die gleiche Zeit waren es noch 63,29 US-Dollar. Der Schlusspreis wurde am Mittwochabend bei 63,48 US-Dollar festgesetzt.

ICE Gasoil, der maßgebliche Indikator für den inländischen Heizölpreis hat im Vergleich zu Brent etwas deutlicher nachgegeben und stand am Morgen bei 601,25 US-Dollar. Zum Tagesstart am Mittwoch waren es noch 612,25 US-Dollar, der Schlusspreise wurde gestern bei 606,00 US-Dollar festgesetzt.

Heizölpreisentwicklung der letzten 30 Tage Stand: 22.11.2018 // Alle Angaben ohne Gewähr

Alle Angaben ohne Gewähr. Weitere aktuelle Notierungen finden Sie täglich neu auf unserer Heizölpreisseite.
 

Die Preisentwicklung im Überblick

Nachdem am Dienstag die Ölpreise einen deutlichen Verfall unterlegen waren, konsolidierte sich die Entwicklung am Mittwoch. Bis zur Veröffentlichung des US-Bestandsberichts durch das Department of Energy (DOE) blieb es weitestgehend ruhig auf den Parketts. Die Nachrichtenlage war dünn und die meisten Händler haben ihre Geschäfte bereits am turbulenten Dienstag abgewickelt, außerdem blieb es nachrichtenmäßig ruhig. Zusätzlich sank das Handelsvolumen mit Blick auf den heutigen US-Feiertag Thanksgiving wie üblich bereits schon am Vortag des wohl traditionell wichtigsten Feiertags der USA. Der Grund ist trivial: Viele US-Trader verabschiedeten sich schon am Mittwoch ins lange Wochenende.

Mit der Veröffentlichung der US-Bestandsdaten am späten Nachmittag bestand das Potenzial die Kurse noch einmal fallen zu lassen. Obwohl die US-Rohölbestände in der neunten Woche in Folge angestiegen sind, bleiben die Auswirkungen des DOE-Berichts in dieser Woche verhalten. Details dazu finden Sie weiter unten in der Analyse zum Bericht.

Da der Handel in den USA für heute ausgesetzt ist, wird ein ruhiger Handelstag erwartet. Ohne die US-Händler ist das Handelsvolumen schließlich wesentlich geringer ist. Es könnte aber auch zu dem Effekt kommen, dass bereits kleinere Preiseinflussfaktoren eine größere Auswirkung auf die Kursverläufe haben. Unter Umständen könnte es daher – je nach Nachrichtenlage – heute doch noch spannend werden.

Heizölverbraucher können indes Spannung abbauen: Nachdem die Heizölpreise vor einigen Wochen noch bei über 90 Euro standen, wurde gestern die Marke von 80 Euro unterschritten. Das sollte allerdings nicht darüber hinwegtäuschen, dass die Versorgungslage in einigen Regionen in Deutschland weiter angespannt bleibt und es daher zu längeren Lieferzeiten kommen kann.
 

Entwicklung Eurokurs

Zum Tagesstart kostete der Euro 1,1405 US-Dollar, gestern waren es noch 1,1379 US-Dollar. Der Referenzpreis der EZB wurde zuletzt am Mittwoch bei 1,1409 US-Dollar festgesetzt.

 

Im Detail: Einflussfaktoren am Markt und in der Politik

  • Trump: „Thank you to Saudi Arabia, but let’s go lower!”
  • DOE revidiert API
  • Indien auf Rekordniveau bei Ölimporten
     

Trump dankt Saudi Arabien

Die Ölpreise sind in den letzten Wochen wieder kräftig gefallen. US-Präsident Trump honoriert in diesem Zusammenhang Saudi Arabien – wie gewohnt mit einem Tweet. Er spricht von einem Effekt wie ein Steuersenkungsprogramm. Dabei bezieht er sich nicht nur auf die USA, sondern gleich auf die ganze Welt. Im selben Atemzug fordert Trump Saudi Arabien auf, die Preise noch weiter fallen zu lassen.

Trump könnte an dieser Stelle taktisch klug handeln: Saudi Arabien steht aufgrund der Ermordung des Journalisten Kashoggi international etwas isoliert dar und ist auf das Wohlwollen der USA angewiesen. Zuletzt angekündigte Produktionskürzungen im Rahmen eines neuen OPEC-Deals werden die Saudis so nur noch schwer durchsetzen können – es sein denn man möchte sich mit der USA anlegen.


DOE weißt abermals steigende US-Rohölbestände aus

Das American Petroleum Institute hatte zum Dienstagabend noch gesunkene US-Rohölbestände gemeldet – und das zur Überraschung vieler Marktteilnehmer. Das sich das API in seiner Prognose getäuscht hat bestätigte gestern Nachmittag das Department of Energy in seinem wöchentlichen Bericht zur Entwicklung an den US-Ölmärkten. Das sich beide Institutionen das ein oder andere mal wiedersprechen ist nicht ungewöhnlich. Das API greift für seine Analysen und Berichte auf eine kleinere Datenbasis zurück. So werden im Vergleich zum DOE-Bericht Produktions- und Im- und Exportdaten nicht berücksichtigt.

 

Die DOE-Daten im Überblick

DOE-Bericht-US-Ölmarkt-Kalenderwoche-47-221118 // Alle Angaben ohne Gewähr

In den letzten neun Wochen konnte das DOE gestiegene Rohölbestände vermelden. Dafür gibt es mehrere Gründe: So steigt die US-Rohölförderung kontinuierlich an, gleichzeitig sorgen fehlende Logistikkapazitäten für Probleme beim Export von überschüssigem Öl. Zudem ist der Herbst traditionell die Zeit für Wartungs- und Revisionsarbeiten der Raffinerien, die sinkenden Raffineriekapazitäten führen dann eben zu einer eingeschränkten Verarbeitung von Rohöl. Das die Rohölbestände nun trotz einer deutlichen Zunahme der Raffineriekapazitäten ansteigen, ist ein klar preistreibendes Signal für die Ölbörsen.

Die Kombination von rückläufiger Nachfrage im Wochenvergleich und die zwar stabile, aber dennoch enorm hohe Förderleistung der USA sind ebenfalls als klar preistreibende Faktoren anzusehen. Dennoch gab es bis heute Morgen kaum Bewegung aufgrund der DOE-Zahlen. Zu einem gewissen Teil könnte das am US-Feiertag liegen, andererseits entsprechen die DOE-Zahlen in dieser Woche weitestgehend den Erwartungen, in der Folge könnte die Einpreisung des „US-Überangebots“ bereits bei den Kursrutschen am Dienstag stattgefunden haben.
 

Indisches Importvolumen so hoch wie noch nie

Indien gilt als zweitgrößter Importeur iranischen Rohöls. Mit den US-Sanktionen gegen den Iran musst das Land seine iranischen Rohölimporte zuletzt zurückfahren, profitiert jedoch von einer Ausnahmeregelung und kann danach wohl wieder iranisches Öl in begrenzten Maßen importieren. Die Sorge nicht mehr genug Öl am Weltmarkt zu bekommen, hat Indien im Oktober die höchsten Importwerte in der Geschichte des Landes beschert. Scheinbar haben sich die inländischen Raffineriebetreiber für November und Dezember bereits abgesichert für den Fall, dass die damals noch als knapp eingeschätzte Versorgungslage weiter zunimmt. Anders lässt sich die Zunahme der Importe im Jahresvergleich um ganze 10 Prozent kaum erklären.     
 

Heizölpreisentwicklung

Eine 3.000 Liter Standard Lieferung kostet aktuell im bundesweiten Durchschnitt rund 81,04 Cent pro Liter Heizöl. Am Dienstag waren es 82,48 Cent.

Wenn Sie monatliche Zahlungsarten wie den Heizöl-Ratenkauf oder das heiz&SPAR Wärmekonto nutzen wollen, sollten Sie mehr Zeit bis zur Lieferung einplanen. Die Bearbeitungszeit kann durch den Postweg bis zu zwei Wochen in Anspruch nehmen. Ein fixer Liefertermin kann erst nach Freigabe der Finanzierung durch die Bank bzw. Eingang des unterschriebenen Vertrages abgestimmt werden.

Grundsätzlich empfehlen wir Ihnen unseren Service für eine regelmäßige Preisbenachrichtigung zu nutzen oder einen Heizöl-Wunschpreis anzulegen. So können Sie von Preisrückgängen profitieren und günstiger Heizöl bestellen.

     Peter Dudda - Autor
            

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