Kaum Veränderung bei den US-Ölbeständen: Preisrallye geht die Luft aus

29. August 2018, Nicola Bergau

Heizölpreise stabil zur Wochenmitte 29.08.18

Es ist selten, dass das API im Wochenbericht zu den US-Ölbeständen Nullwerte für die Veränderungen verkündet. Allerdings ist auch diese ein Signal für den Markt. Der hatte mit erneuten Abbauten gerechnet – und reagierte mit leichten Preisnachlässen. Heizöl ist heute günstiger.

Ölpreisentwicklung – Wichtiges auf einen Blick

  • API: Keine nennenswerten Veränderungen bei den US-Ölbeständen
  • Venezuela verkündet erneut Ausbau der Ölproduktion
  • OPEC: Weitere Förderkapazitäten vorhanden
  • Brent bei 75,88 US-Dollar / ICE-Gasoil bei 680,00 US-Dollar
  • Euro stabil bei 1,1670 US-Dollar
  • Heizölpreis fällt auf 73,85 Euro / 100L
     

 Wesentliche Einflussfaktoren auf die aktuelle Ölpreisentwicklung

▲ Iranische Ölexporte rückläufig
▲ EIA-Prognose: Unterversorgung der Märkte bis Ende des Jahres
▲ IEA-Prognose: Nachfrage dürfte weiter steigen
▲ Inkrafttreten erster US-Sanktionen gegen Iran
▲ China investiert in Öl-Infrastruktur

▶ OPEC-Förderquoten übererfüllt
▶ USA geben strategische Ölreserven frei
▶ China gibt Käufe von US-Öl frei
▶ Mexico und Venezuela wollen intensiv in die Ölindustrie investieren

▼ Erneute Strafzölle zwischen China und USA
▼ Irak auf Exporthoch
▼ Libyens Ölproduktion steigt wieder
▼ OPEC verkündet Reserven bei Förderkapazitäten

 

 

In der letzten Woche lagen 46% (436 Stimmen) unserer abstimmenden Leser richtig, als sie auf einen steigenden Heizölpreis setzten.
 

Aktuelle Ölpreise an der Londoner Warenterminbörse ICE:

Der Kurs der europäischen Referenzölsorte Brent notierte am Morgen bei 75,88 US-Dollar. Der Vergleichswert von Dienstag betrug noch 76,19 US-Dollar, der Schlusspreis für Dienstag wurde bei 75,95 US-Dollar festgesetzt.

ICE Gasoil, der maßgebliche Indikator für den inländischen Heizölpreis, stand am Morgen bei 680,00 US-Dollar. Der Vergleichswert am Dienstag lag bei 681,25 US-Dollar, der Schlusspreis lag bei 684,00 US-Dollar.

Heizölpreisentwicklung der letzten 30 Tage Stand: 29.08.2018 // Alle Angaben ohne Gewähr

Alle Angaben ohne Gewähr. Weitere aktuelle Notierungen finden Sie täglich neu auf unserer Heizölpreisseite.
 

Die Preisentwicklung im Überblick

Nachdem die beiden US-Bestandsberichte von DOE und API in der vergangenen Woche ein wichtiger Grund für die (unerwartete) Preisrallye waren, war es nur folgerichtig, dass sich der Markt gestern für die API-Zahlen dieser Woche wappnete und weitere Bestandsabbauten erwartete.

Diese blieben allerdings aus. Im Gegenteil verkündete die Wochenstatistik teilweise ungewöhnliche Nullwerte – also keine nennenswerten Veränderungen. Damit ging der Preissteigerungserwartung naturgemäß die Luft aus.

Allerdings bleibt das Klima an den Märkten eher teurer, was die geringen Veränderungen der beiden für uns wichtigen Notierungen erklärt. In fast schon typischer PR-Manier meldete die OPEC gestern, dass es in den Mitgliedsstaaten noch genug Förderreserven gäbe, um die unerwartet schnell sinkenden Exporte Irans aufzufangen. Doch bisher verpuffte diese Meldung eher ungehört.
 

Entwicklung Eurokurs

Der Euro kostete zum Tagesstart 1,1670 US-Dollar, und damit fast genauso viel wie gestern um die Zeit mit 1,1671 US-Dollar. Der Referenzpreis der EZB für Dienstag stand allerdings noch bei 1,1710 US-Dollar.

Auch heute dürften die Impulse aus den wichtigsten Märkten eher schwach ausfallen, lediglich aus Deutschland gibt es einige Meldungen zur Verbraucherstimmung, in den USA geht es um Wachstumsdaten, die allerdings nur Schätzungen sind.

Diese ruhigen Fahrwasser könnten dem Euro in der aktuellen Situation durchaus noch ein paar Punkte mehr Auftrieb geben, was für inländische Heizölkäufer hervorragend ist. Schließlich wird Öl stets in Dollar gehandelt und damit günstiger, wenn der Euro steigt.

 

Im Detail: Einflussfaktoren am Markt und in der Politik

  • API: Keine Veränderungen bei den US-Ölbeständen
  • Venezuela verabschiedet Investitionspaket in Ölindustrie
  • OPEC mit Förderreserven
     

Überraschende Nullwerte im API-Bericht

Wer heute einen Blick auf den wöchentlichen Bestandsbericht des American Petroleum Institute (API) wirft, wird wohl zunächst einmal schauen, ob die Grafik oder Tabelle kaputt ist. Denn Nullwerte bei den Bestandsveränderungen von Rohöl und Benzin kommen höchst selten vor. Doch auch dieser Stillstand wird vom Markt interpretiert.

Die API-Daten im Überblick

 

API-Bericht-US-Ölmarkt-Kalenderwoche-25-290818 // Alle Angaben ohne Gewähr

 

Nullwerte bei Rohöl heißen, dass sich die Bestände in kaum messbarer Form verändert haben. Sie sind aber nicht, wie vom Markt erwartet, erneut gefallen. Damit hätte dieser Fakt eigentlich einen preismindernden Einfluss. Andersherum hätte der Nullwert für Benzin einen preissteigernden Einfluss haben können, da hier Aufbauten erwartet wurden.

Denn so langsam verschiebt sich die Nachfrage vom Sommer-Verkaufshit Benzin zum Winter-Verkaufshit Destillate (also auch Heizöl). Es kann also durchaus davon ausgegangen werden, dass wir uns in dieser Woche genau an der Grenze zwischen den beiden Markttendenzen befinden und die Raffinerien dementsprechend noch nicht umgestellt haben – bzw. sich nach dem Sommerhoch langsam in den Wartungsmodus verabschieden.

Unter diesen Vorzeichen ist der heute Nachmittag folgende Bericht des Department of Energy (DOE) besonders interessant, werden doch hier genaue Zahlen zu eben jenen Spekulationen bei der Nachfrage, der Raffinerieauslastung und dem Markt allgemein veröffentlicht.

Sollte der DOE-Bericht dem API-Zahlenwerk in der Tendenz nicht folgen, könnten wir es wiederum mit deutlichen Bewegungen am Markt zu tun bekommen, wie sie in der letzten Woche zu sehen waren. Geht man von der grundsätzlichen Stimmung aus, sind Preissteigerungen dabei wahrscheinlicher als Nachlässe.
 

Venezuela lässt auf Worte Taten folgen – halbwegs

Schon vor einigen Monaten hatte Venezuela verkündet, mit einem beispiellosen Investitionspaket die marode Ölwirtschaft des Landes auf Vordermann bringen zu wollen. Angesichts der desolaten wirtschaftlichen Zustände glaubte aber niemand an die teilweise fabulativen Zahlen, die Präsident Maduro zu Protokoll gab.

Nun hieß es aus Regierungskreisen, man wolle mit einem jüngst unterzeichneten Investitionspaket von 430 Mio. Dollar auf diese Worte Taten folgen lassen. Dieses Geld soll die staatliche Produktion um 640.000 B/T anheben.

Wer der Investor ist – und ob diese Mammutsteigerung von 50 Prozent der aktuellen Fördermenge tatsächlich umzusetzen ist – muss und sollte infrage gestellt werden. Angesicht der angespannten globalen Versorgungslage könnte ein exportfreudigeres Venezuela allerdings durchaus Einfluss auf die globale Preisentwicklung haben. Wenn den erneuten Ankündigungen tatsächlich Taten folgen.
 

OPEC will Sorge um Iran dämpfen

Schon länger hat die OPEC ihr typischstes Markt- und Preisinstrument nicht mehr verwendet: die zeitlich clever positionierte Absichtsbekundung. Nachdem die Preise seit vergangener Woche einen steilen Weg nach oben nahmen, war es an der Zeit für das Ölkartell, hier regulierend einzugreifen. Zwar sind hohe Ölpreise gerade für die OPEC vorteilhaft, allerdings wird es ab einem gewissen Barrelpreis schwieriger, freudige Abnehmer für die Exporte zu finden.

Deshalb beeilte man sich nun zu versichern, dass die OPEC-Staaten noch genug Förderkapazitäten in Reserve hätte, um die unerwartet schnell sinkenden Exporte aus Iran aufzufangen. Dieser Hinweis stammte vom Ölminister der Vereinigten Arabischen Emirate – also einer Stimme, die etwa im Vergleich zu Saudi-Arabien eher weniger Gewicht im Kartell hat.

Der Hinweis widerspricht zudem Berechnungen, die mit den jüngsten Produktionssteigerungen nach den Lockerungen der Förderquoten die Kapazitätsgrenzen in vielen Ländern bereits erreicht sehen. Unter diesen Voraussetzungen verpuffte der Hinweis auch eher ungehört, schließlich darf man nicht vergessen, dass solche OPEC-Äußerungen im Allgemeinen nur von wenig greifbaren Zahlen begleitet und seltener mit Taten untermauert werden.
 

Heizölpreisentwicklung

Eine 3.000 Liter Standard Lieferung kostet aktuell im bundesweiten Durchschnitt rund 73,85 Cent pro Liter Heizöl. Am Dienstag waren es 73,96 Cent.

Wenn Ihnen dieses Preisniveau für Heizöl zusagt, sollten Sie sofort zuschlagen. Denn der Markt sorgt mit seiner Unsicherheit für teilweise erhebliche Schwankungen, die den Preis innerhalb kurzer Zeit ungünstig verändern. Es ist daher die beste Entscheidung, sich möglichst schnell von allen Marktmechanismen und Kehrtwenden unabhängig zu machen. Denn schon Morgen könnte zum Beispiel der Eurokurs als ausgleichendes Element wieder eine andere Richtung nehmen. Oder das DOE liefert Bestandszahlen, die dem API sehr deutlich – auch in den Vorzeichen – widersprechen.

Wenn Sie monatliche Zahlungsarten wie den Heizöl-Ratenkauf oder das heiz&SPAR Wärmekonto nutzen wollen, sollten Sie mehr Zeit bis zur Lieferung einplanen. Die Bearbeitungszeit kann durch den Postweg bis zu zwei Wochen in Anspruch nehmen. Ein fixer Liefertermin kann erst nach Freigabe der Finanzierung durch die Bank bzw. Eingang des unterschriebenen Vertrages abgestimmt werden.

Grundsätzlich empfehlen wir Ihnen unseren Service für eine regelmäßige Preisbenachrichtigung zu nutzen oder einen Heizöl-Wunschpreis anzulegen. So können Sie von Preisrückgängen profitieren und günstiger Heizöl bestellen.

     Nicola Bergau - Leiter Onlinehandel
            

      Der Ölmarkt und der Euro-Dollar-Kurs bestimmen Ihren Heizölpreis.
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