Ölpreise stabilisieren sich im nachrichtenarmen Umfeld

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Der nachrichtenarme Donnerstag war ein Beispiel für die Selbstregulation eines Marktes: Die Ölpreise ließen zunächst nach, bis sie ein Niveau für technische Käufe erreicht hatten. Dadurch drehten die Kurse ins Plus und leicht über Vortagesniveau. Zwei kleine Meldungen aus den USA stützen zusätzlich.

Ölpreisentwicklung

Abgesehen von zwei Feuern in Raffinerien in den USA und China, von denen nur das amerikanische vom Markt aufmerksam beobachtet wurde, gab es gestern zunächst praktisch kaum etwas zu vermelden. Das zeigte sich auch an den Kursen, die einem typischen Verlauf für Börsentage folgten, an denen technische Käufe und Verkäufe überwiegen, weil es sonst keine Impulse gibt.

Gegen Abend kam noch die Meldung rein, dass die Vorräte in Cushing, Oklahoma, dem größten Umschlags- und Lagerplatz für Öl in den USA, entgegen anderer Daten gesunken seien. Und zwar so signifikant, dass der Markt auch darauf reagierte.

Aktuelle Ölpreise an der Londoner Warenterminbörse ICE:

Der europäischen Ölpreis Brent notiert momentan bei 50, 98 US-Dollar. Dieses Niveau überholt den Tagesstart von gestern, bleibt aber ganz leicht hinter dem Schlusspreis von Donnerstag mit 51,03 US-Dollar zurück.

ICE Gasoil, der maßgebliche Indikator für den inländischen Heizölpreis, hat sich hingegen im Endeffekt nur mäßig bewegt. Dieser liegt zurzeit über dem Vortagesniveau bei 468,75 US-Dollar. Der Schlusspreis für Donnerstag lag bei 464,75 US-Dollar.

Beide Kurserholungen können aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass die Preise spätestens zum Mittwoch ins 3-Wochen-Minus gerutscht waren.

Eine Übersicht über die Kursentwicklung der ausschlaggebenden Notierungen für den Heizölpreis finden Sie täglich aktuell auf unserer Heizölpreisseite

Feuer in US-Raffinerie

Gestern meldeten die Nachrichtenagenturen Feuer in zwei Raffinerien – einmal in den USA, einmal in China. In China scheint allerdings alles sehr glimpflich ausgegangen zu sein, nicht einmal die Produktion wird signifikant heruntergefahren. In der Deer Park Raffinerie, Texas, sieht die Sache ein wenig anders aus, diese soll wohl eine Woche lang in Teilen stillstehen.

Während eine einzelne Raffinerie sicher nicht den globalen Markt beeinflussen kann, ist der Umstand in diesem Fall doch sehr interessant. Denn der Ausfall ausgerechnet einer amerikanischen Raffiniere stützte gestern die Preise leicht.

Denn gerade in den Sommermonaten ist die Nachfrage nach Benzin in den USA hoch. Fällt eine Raffinerie aus (die in diesem Fall eine Kapazität von 275.000 B/T hat) gelangt weniger Benzin auf den Markt, die Preise steigen und das treibt im Tandem auch die Rohölpreise leicht nach oben.

Wäre die Raffinerie jedoch in einem Übergangsmonat oder noch vor wenigen Wochen, als die Nachfrage hinter den Erwartungen zurückblieb, ausgefallen, so hätte für den Markt eher eine Rolle gespielt, dass sie selbst nun weniger Rohöl nachfragt – und das wiederum wäre ein Signal für Preisnachlässe gewesen.

Und letztendlich: Wäre die Raffinerie zu einem nachrichtenintensiveren Zeitpunkt ausgefallen, hätte das wohl kaum einen Einfluss auf den Markt gehabt. So zeigt sich jedoch ein interessanter Effekt, wie ein Einzelereignis die Preise durchaus verändern kann.

Weniger Öl in Cushing

Zusätzlich meldete der Datendienst Genscape, dass die Vorräte an US-Rohöl in Cushing, Oklahoma gesunken sind. Sowohl die aktuellen und wöchentlich veröffentlichten Bestandsberichte des American Petroleum Institute (API) und des Department of Energy (DOE), hatten in ihren Wochenberichten das Gegenteil vermeldet. Genscape ist ein Datendienst, der sich ausschließlich mit dem Energiemarkt beschäftigt. Die Daten gelten als sehr zuverlässig, weshalb der Markt auch diese Meldung umsetzte, was wiederum die Kurse stabilisierte.

Denn wenn die USA trotz hoher Eigenproduktion auf ihre „Öl-Vorratskammer“ zurückgreifen müssen, ist das durchaus ein Zeichen dafür, dass die OPEC-Bemühungen um ein geringeres Ölangebot Effekte zeigen. Laut Genscape sollen die physischen Vorräte seit den Höchstwerten im März um rund 13 Prozent gefallen sein – eine recht große Zahl, die aufhorchen lässt.

Dennoch täuscht dies nicht darüber hinweg, dass es momentan nur Indikatoren „um die Ecke“ gibt, die als Erfolgsmeldung für das OPEC-Lager interpretiert werden könnten. Und da der OPEC-Deal das alles bestimmende Thema des Jahres 2017 ist, überwiegt immer noch die Ernüchterung seitens des Marktes.

Entwicklung Eurokurs

Der Euro zeigt sich momentan relativ unbewegt, auch wenn er eine leichte Tendenz nach oben hat. Die Gemeinschaftswährung notiert momentan bei 1,1749 US-Dollar, der Referenzpreis der EZB lag gestern allerdings noch bei 1,1697 US-Dollar.

Der Terroranschlag in Barcelona soll laut Experten keinen Einfluss auf die Märkte gehabt haben. Auch sonst gibt es hier ebenfalls wenig News, die für Bewegung sorgen könnten. Die Herstellerpreise aus Deutschland waren aus Anlegersicht zwar etwas enttäuschend, doch sollte man diesen Impuls heute Morgen nicht überbewerten.

Gestern Nachmittag noch hatte die EZB selbst für eine Delle im Eurokurs gesorgt, als sie sich besorgt darüber äußerte, dass die Gemeinschaftswährung momentan zu schnell an Wert gewinne. Denn ein zu schnell zu starker Euro sorgt für Exportschwierigkeiten, was den Euro im Gegenzug wieder belasten könnte.

Heizölpreisentwicklung

Eher stabile Ölpreise und ein ebenso stabiler Eurokurs entscheiden heute weniger über die inländischen Heizölpreise. Vielmehr geht es um Faktoren wie Nachfrage und Angebot auf dem europäischen Markt. Und daraus ergibt sich folgendes leicht gestiegenes Preisniveau: Eine 3.000 Liter Standard Lieferung kostet aktuell im bundesweiten Durchschnitt rund 53,11 Cent pro Liter Heizöl. Am Donnerstag waren es noch 52,80 Cent.

Clevere Heizölkäufer setzen jetzt dennoch auf den Heizölkauf, da der Markt sich weiter stabilisieren könnte. Wie schon gestern vorhergesagt, gibt es dafür durchaus Anzeichen. Da auch die Eurobewegung ein Zünglein an der Waage bleibt, ist es sinnvoll, den Entwicklungen vorzugreifen. Wer sich jetzt zum Heizölkauf entscheidet, kommt der steigenden Nachfrage vor dem Herbst zuvor und sichert sich ein gutes Preisniveau.

Wenn Sie monatliche Zahlungsarten wie den Heizöl-Ratenkauf oder das heiz&SPAR Wärmekonto nutzen wollen, sollten Sie mehr Zeit bis zur Lieferung einplanen. Die Bearbeitungszeit kann durch den Postweg bis zu zwei Wochen in Anspruch nehmen. Ein fixer Liefertermin kann erst nach Freigabe der Finanzierung durch die Bank bzw. Eingang des unterschriebenen Vertrages abgestimmt werden.

Grundsätzlich empfehlen wir Ihnen unseren Service für eine regelmäßige Preisbenachrichtigung zu nutzen oder einen Heizöl-Wunschpreis anzulegen. So können Sie von Preisrückgängen profitieren und günstiger Heizöl bestellen.

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