Ölpreise stabilisieren sich – Euro bleibt stark

23. Mai 2017

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OPEC-Gipfel am Donnerstag: Schnelle Einigung doch nicht sicher? Iran: Produktionssteigerung auf 3 Mio. Barrel / Tag möglich. Euro weiter auf hohem Niveau.

Ölpreisentwicklung

Gerade weil die Erwartung an eine Einigung der OPEC-Staaten und ihrer Partner am Donnerstag als sicher erachtet wird, hat jede gegensätzliche Verlautbarung und Mutmaßung direkten Einfluss auf die Ölpreisentwicklung. So sorgte am Montag eine Meldung aus irakischen Regierungskreisen für Verunsicherung. Danach spricht sich der Irak lediglich für eine Deal-Verlängerung von sechs, anstatt der von Saudi Arabien und Russland forcierten neun Monate aus.

Der gestrige Handelstag stand bis zum Eintreffen dieser Meldung ganz im Zeichen eines leichten Aufwärtstrends bei allen relevanten Produkten. Experten erwarten aufgrund der hohen Wahrscheinlichkeit einer Einigung zu den neuen Förderbeschränkungen, die ganze Handelswoche ein Anziehen der Preise. Trotz der Dämpfung zum Handelsschluss, gingen alle Notierungen mit einem leichten Plus aus dem Handel.

Der Euro setzt den Erfolgskurs der vergangenen Woche fort und erreichte den höchsten Stand seit November des letzten Jahres.

Aktuelle Ölpreise an der Londoner Warenterminbörse ICE:

Ein Barrel der europäischen Ölsorte Brent kostet am Dienstagmorgen 53,95 US-Dollar. Der Schlusspreis am Montag lag noch bei 53,74 US-Dollar. Der maßgebliche Indikator für den inländischen Heizölpreis ICE Gasoil, notiert heute Morgen bei 479,00 US-Dollar für die Lieferung im Juni und damit auf ähnlichem Niveau des Schlusspreises vom Montag (477,75 US-Dollar).

Gefährdet der Irak OPEC-Einigung?

Wie schon vor der Einigung Ende November des letzten Jahres, bleibt der Irak scheinbar der bestimmende Faktor für eine Fortsetzung des OPEC-Deals. Die OPEC verfolgt mit dem Deal eine nachhaltige Senkung der Fördermengen auf das 5-Jahres-Durchschnittsniveau. Das Ziel ist klar: Die künstliche Verknappung der Fördermenge soll die Preise stabilisieren und auf einem möglichst hohen Niveau halten. Das im November des vergangenen Jahres beschlossene Abkommen läuft Ende Juni aus.

Am kommenden Donnerstag finden in Wien die Verhandlungen über eine Verlängerung des Abkommens um bis zu weitere neun Monate statt. Saudi Arabien, das wohl mächtigste Mitglied innerhalb des Kartells, ist schon vor Wochen mit allen OPEC-Mitgliedern und weiteren Partnerstaaten in Vorverhandlungen getreten. Bereits letzte Woche konnte eine Einigung verkündet werden. Auf dem Gipfeltreffen am Donnerstag sollten neben der offiziellen und öffentlichen Abstimmung zur Deal-Verlängerung lediglich noch die letzten Details geklärt werden.

Der zweitgrößte Ölproduzent innerhalb der OPEC sorgt nun für Verunsicherung. Laut Meldungen spricht sich der Irak für eine Produktionskürzung von maximal sechs Monaten aus. Da eine Einigung nur einstimmig durch alle Beteiligten erreicht werden kann, wird das Gebaren des Irak sehr ernst genommen.

Bereits in den vergangenen fünf Monaten war es um die Förder-Disziplin des Irak verhältnismäßig schlecht bestellt. Die Quotentreue lag im ersten Quartal gerade einmal bei 62%. Nur Aufgrund von unausweichlichen Wartungsarbeiten an den großen Förderanlagen, konnte die Quotentreue noch auf 90% ausgeweitet werden. Mit Abschluss dieser Arbeiten in den vergangenen Wochen, steigt die Produktion täglich wieder an. Das diese zusätzlichen Mengen nicht ins Gewicht fallen liegt einzig an Saudi Arabien, welches seine eigenen Kürzungen über die eigene Quote hinaus erfüllt.

Das sich der Irak so verhält liegt vor allem an der angespannten wirtschaftlichen und politischen Lage im Land. Nach dem Sturz des Regimes unter Sadam Hussein beherrschen den Irak bis heute kriegerische Auseinandersetzungen. Die Einnahmen aus der Öl-Produktion sind für das Land die wichtigste Säule der Einnahmen des Staates. Daher kann davon ausgegangen werden, dass der Irak auf harte Verhandlungen zu seinem Gunsten setzen wird.

Es bleibt abzuwarten, welchen Einfluss der Irak tatsächlich auf die anstehende Entscheidung haben wird. Mit dieser Ausgangslage, scheinen einfache Verhandlungen nahezu ausgeschlossen.  

Iran könnte Produktion verdoppeln

Am Montag konnten Meldungen aus dem Iran vernommen werden, wonach die Produktion um drei Millionen Barrel / Tag ausgebaut werden könnte. Nach der Beilegung der Sanktionen gegen das Land im vergangenen Jahr, werden erhebliche Investitionen ausländischer Öl-Unternehmen erwartet. Nachdem der Iran über Jahre vom technologischen Fortschritt nahezu ausgeschlossen war, könnte nun die Effizient der bestehenden Bohranlagen erheblich gesteigert werden. Eine Produktionserhöhung um weiter drei Millionen Barrel pro Tag auf dann insgesamt 6,8 Millionen Barrel / Tag wird als realistisch bewertet.

Ein Zeitraum für den Ausbau der Produktion wurde laut den Meldungen noch nicht genannt. Die Märkte reagierten entsprechend gelassen. Bisher war der Iran als OPEC-Mitglied von den im November 2016 selbstauferlegten Förderkürzungen ausgenommen. Sollte es nun zu einer Verlängerung des Abkommens kommen, ist der Iran wohl bereit seine Fördermenge beim aktuellen Niveau zu deckeln.

Entwicklung Eurokurs

Der Euro ist weiterhin stark und ist im Vergleich zur Vorwoche noch etwas teurer geworden. Am Dienstagmorgen liegt der Kurs bei 1,1239 US-Dollar und damit unwesentlich unter dem Schlusspreis vom Montag mit 1,1241 US-Dollar. Der EZB-Referenzpreis vom Montag liegt bei 1,1243 US-Dollar.

Beflügelt wurde die Kursentwicklung unter anderem durch Aussagen von Bundeskanzlerin Angela Merkel. Danach hält sie den Euro für zu schwach und kritisiert damit direkt die Zinspolitik der EZB. Im gleichen Kontext sieht sie darin auch eine Erklärung für den deutschen Handelsüberschuss, welcher nur durch einen schwachen Euro möglich sei, da er dafür sorgt, dass deutsche Produkte außerhalb der Eurozone zu günstig seien.

Heizölpreisentwicklung

Stabile Rohölpreise und ein starker Eurokurs sorgen für günstigeres Heizöl. Eine 3.000 Liter Standard Lieferung kostet aktuell im bundesweiten Durchschnitt rund 56,72 Cent pro Liter Heizöl. Am Mittwoch waren es noch 56,88 Cent.

Heute ist der richtige Zeitpunkt für den Heizölkauf, denn die Preissteigerung könnte sich in den nächsten Tagen mit Blick auf die OPEC-Verhandlungen weiter fortsetzen.

Mit einem baldigen Heizölkauf machen Sie sich komplett unabhängig von den Entwicklungen in den nächsten Tagen und Wochen und können die weitere Entwicklung an den Ölmärkten entspannt aus Beobachtersicht an sich vorbeiziehen lassen.

Wenn Sie monatliche Zahlungsarten wie heizöl auf raten kaufen oder das heiz&SPAR Wärmekonto nutzen wollen, sollten Sie mehr Zeit bis zur Lieferung einplanen. Die Bearbeitungszeit kann durch den Postweg bis zu zwei Wochen in Anspruch nehmen. Ein fixer Liefertermin kann erst nach Freigabe der Finanzierung durch die Bank bzw. Eingang des unterschriebenen Vertrages abgestimmt werden.

Grundsätzlich empfehlen wir Ihnen unseren Service für eine regelmäßige Preisbenachrichtigung zu nutzen oder einen Heizöl-Wunschpreis anzulegen. So können Sie von Preisrückgängen profitieren und günstiger Heizöl bestellen.

 

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