Ölpreise stagnierend – US-Rohölbestände steigen unerwartet, Saudi Arabien setzt neues Preisniveau

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DOE-Bericht über US-Ölbestände sorgt für Turbulenzen im Handel. Saudi Arabien eröffnet Preiskampf und setzt auf billiges Öl für Europa und Asien. Erwarteter Trendwechsel bleibt vorerst aus.
Aussagen zu OPEC-Kürzungen weiterhin im Fokus.

Ölpreisentwicklung

Der Handelstag am Mittwoch stand ganz im Zeichen der Erwartung niedriger Rohölbestände auf dem US-Markt. Als Folge zogen die Preise zum Beginn des Handels verhältnismäßig stark an. Entgegen der Erwartungen eines leichten Bestandrückgangs, wurde im DOE-Bericht eine Zunahme von 1,6 Millionen Barrel Rohöl verkündet. Der spekulationsbedingte Preisanstieg schlug nach der Veröffentlichung der DOE-Daten sofort in einen Abwärtskurs um und die Preise vielen wieder auf das Ausgangsniveau zurück.

Auch bei Raffinerie-Produkten wie Benzin und Diesel wurde im Vorfeld des DOE-Berichts ein starker Bestandrückgang erwartet. Als Indikator galt die Annahme, dass der frühjahrsbedingte wirtschaftlich Anstieg der US-Konjunktur für eine erhöhte Nachfrage an diesen Produkten sorgt. Als Folge hätte sich daraus eine Produktionssteigerung der US-Raffinerien ergeben, was wiederum auf die Bestände an Rohöl gedrückt hätte.

Für Donnerstag wird ein ruhiger Handelstag erwartet. Das Zusammentreffen des US-Präsidenten Donald Trump mit Chinas Präsidenten Xi Jinping und eventuelle neue geldpolitische Maßnahmen der EZB, könnten für heute den größten Einfluss auf die Preisentwicklung haben.  

Aktuelle Ölpreise an der Londoner Warenterminbörse ICE:

Die europäische Rohölsorte Brent notiert am Donnerstagmorgen bei 54,12 US-Dollar. Der Schlusspreis von Mittwoch lag bei 54,36 US-Dollar und war gegenüber dem Startpreis am Mittwoch (54,26 US-Dollar) trotz der Turbulenzen am Markt leicht gestiegen. ICE Gasoil, der maßgebliche Indikator für den inländischen Heizölpreis, notiert aktuell bei 480,25 US-Dollar für die Lieferung im April und liegt damit leicht unter dem Schlusspreis von Mittwoch (481,00 US-Dollar).

US-Markt weiterhin im Fokus

Mit Blick auf die USA bleibt die Entwicklung weiterhin spannend. Die Raffinerie-Auslastung sollte erfahrungsgemäß in den nächsten Wochen weiter zunehmen und somit auf die Bestände an Rohöl positive Auswirkungen haben. Die erwartete Bestandverknappung könnte für einen Preisanstieg sorgen. Undurchsichtig bleibt jedoch die Förderleistung auf dem US-Markt. Es kann davon ausgegangen werden, dass bei einem Bestandsrückgang und einem entsprechenden Preisanstieg, die Förderleistung sprunghaft zunimmt und alle für den Öl-Preis positiven Effekte neutralisiert.

Saudi Arabien senkt Preise für Europa und Asien

Am Mittwoch hat das saudi-arabische staatliche Öl-Unternehmen Saudi Aramco die Preise für die Lieferung von Rohöl-Sorten im Monat Mai bekanntgegeben. Im Vergleich zur Lieferung im April, können sich Abnehmer in Europa auf erhebliche Preisabschläge einstellen. Auch einige asiatische Länder können für einige Rohölsorten von niedrigeren Preisen profitieren. Einzig für die Lieferung in die USA wurden im Vergleich zum April höhere Preise abgerufen. Mit Blick auf die Bestandspolitik in den USA sollte dieses Verhalten Saudi Arabiens auch nicht verwunderlich sein. Die Bestandsauslastung ist schließlich so hoch, dass Exporte Saudi Arabiens in den US-Amerikanischen Markt nicht zu erwarten sind.

Fraglich bleibt, welche Ziele Saudi Arabien mit seiner Niedrigpreis-Politik für Europa und Asien verfolgt. Auch auf diesen beiden Kontinenten ist zu erwarten, dass die Nachfrage frühjahrsbedingt steigt. Normalerweise führt dies an den Märkten zu höheren Preisen, die Lieferstaaten eigentlich ausnutzen müssten. Das Verhalten der VAE lässt vermuten, dass die Sicherung von Marktanteilen das Ziel ist. Darüber hinaus könnte das neue Preisgebaren auch als deutliche Ansage an andere Förderstaaten gelten, welche sich nicht an die von der OPEC ausgegebenen Förderquoten für die erste Jahreshälfte 2017 halten. Im Vergleich zu anderen Staaten des OPEC-Kartells, hatte sich Saudi Arabien in der Vergangenheit stets an die eigens auferlegte Förderbeschränkung gehalten. Andere Staaten im Prinzip zwar auch, doch ziehen sie des Öfteren den Durchschnitt ihrer Gesamtförderung und nicht ihrer Tagesförderung heran und haben somit in den letzten Monaten zeitweise auch über den vereinbarten Förderquoten für  gelegen.

Saudi Arabien kann in den Folgemonaten auf Basis dieser Rechnung mehr Öl an die Märkte bringen. Andere OPEC-Staaten müssten in den Folgemonaten ihre Mengen hingegen verknappen, wenn sie die Vereinbarungen vom Ende des vergangenen Jahres einhalten wollen. Saudi Arabien hätte sich unabhängig der OPEC-Konferenz Ende Mai, bei der es um die Verlängerung der Förderverknappungen innerhalb der OPEC-Staaten geht, mit seiner neuen Preispolitik Marktanteile bereits geischert

Entwicklung Eurokurs

Am Donnerstagmorgen startete der Eurokurs mit 1,0669 US-Dollar in den Handelstag. Am Vortag schloss er auf nahezu gleichem Niveau bei 1,0668 US-Dollar. Die Europäische Zentralbank legte am Mittwoch den Referenzpreis bei 1,0678 US-Dollar, leicht über dem Referenzpreis von Dienstag (1,0651 US-Dollar) fest.

Wie die gesamte Handelswoche hindurch, setzt sich auch am Donnerstag der stabile Trend des Euro fort und es konnten keine impulsgebenden Meldungen verzeichnet werden. Für den heutigen Handelstag werden keine besonderen Ereignisse erwartet.

Heizölpreisentwicklung

Die Turbulenzen des gestrigen Handelstags haben für heute keinen Einfluss auf den Heizölpreis. Auch der stabile Kurs des Euro sorgt für ein stabiles Preisniveau. Eine 3.000 Liter Standard Lieferung kostet aktuell im bundesweiten Durchschnitt rund 58,90 Cent pro Liter Heizöl. Am Mittwoch waren es nahezu auf gleichem Niveau noch 58,95 Cent.

Auch wenn vollkommen unklar ist, wie sich die Preise 2017 letztendlich entwickeln, raten wir unseren Kunden dazu, jetzt zu reagieren und sich für die Heizöllieferung zu entscheiden – insbesondere, wenn sich der Tank leert.

Mit dem baldigen Heizölkauf können sich unsere Kunden zurücklehnen und den kurz- und mittelfristigen Preisveränderungen gelassen entgegensehen – ganz gleich, wie diese aussehen.

Auch wenn die Witterung mild ist, so ist es doch wirtschaftlich sinnvoll, den Heizölvorrat jetzt aufzufüllen, bevor die Nachfrage wieder steigt und damit auch die Preise nach oben schnellen können. Auch sollten der Eurokurs sowie die Zahlen des Ölproduzenten USA nicht vergessen werden.

Wenn Sie monatliche Zahlungsarten wie den Heizöl-Ratenkauf oder das heiz&SPAR Wärmekonto nutzen wollen, sollten Sie mehr Zeit bis zur Lieferung einplanen. Die Bearbeitungszeit kann durch den Postweg bis zu zwei Wochen in Anspruch nehmen. Ein fixer Liefertermin kann erst nach Freigabe der Finanzierung durch die Bank bzw. Eingang des unterschriebenen Vertrages abgestimmt werden.

Grundsätzlich empfehlen wir Ihnen unseren Service für eine regelmäßige Preisbenachrichtigung zu nutzen oder einen Heizöl-Wunschpreis anzulegen. So können Sie von Preisrückgängen profitieren und günstiger Heizöl bestellen.

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