Ölpreise steigen, US Bestände sorgen für Verwirrung

Heizoelpreis steigt 22.09.16

Bei den US-Ölbestandsdaten wurde gegen alle Erwartungen erneut ein starker Bestandsrückgang festgestellt. Die Ölpreise stiegen, wobei ein Nachfragerückgang an Rohöl eine stärkere Aufwärtsbewegung verhinderte. Da auch der Eurokurs gestiegen ist, werden die Heizölpreise nur mit geringen Aufschlägen starten.

Ölpreisentwicklung

Am gestrigen Vormittag bewegten sich die Ölpreise durch eine neutrale Markteinschätzung nur leicht nach oben. Unterstützt wurde diese Bewegung durch einen Streik in der norwegischen Ölindustrie. Da dieser sich allerdings noch nicht auf die Produktion auswirkte, verzeichnete man auch keinen starken Preisanstieg. 

Dann überraschten jedoch die Daten des Department of Energy (DOE) mit einem deutlichen Bestandsrückgang beim Rohöl in den USA. Die Preise stiegen im Anschluss nur leicht an, da die bullishe (preisstützende) Auswirkung bereits am Vortag durch die Vorabschätzung des Bestandes eintrat. 

Außerdem gab es auch belastende Aspekte, die einen weiteren Auftrieb verhinderten. Zum einen wurde ein Nachfragerückgang in der Gesamtnachfrage festgestellt und zum anderen stiegen die Vorräte bei den Destillaten (Heizöl und Diesel).

Aktuelle Ölpreise an der Londoner Warenterminbörse ICE:

Aktuell wird das europäische Nordseeöl Brent bei 47,29 US-Dollar je Barrel gehandelt. ICE Gasoil, der maßgebliche Indikator für den inländischen Heizölpreis, wird aktuell bei 422,5 US-Dollar je Tonne notiert. Beide Kurse erreichen somit den Höchststand der Woche.

Obwohl der Ausfall einer Produktpipiline in den USA nun behoben wurde und somit eine preisstützende Ursache wegfällt, steigen die Preise aufgrund der Rohöl Bestandsrückgänge weiterhin an. Die Produktpipeline erreicht in den nächsten Tagen wieder die volle Kapazität und wird dann eventuell noch einmal preisdrückende Impulse liefern, da die amerikanische Ostküste dann wieder voll versorgt sein wird.

Nach dem starken Rückgang der amerikanischen Rohölbestände vor zwei Wochen, rechnete man am Markt eigentlich mit steigenden Beständen. Den Rückgang von 14,5 Millionen Barrel hatte man auf durch einen Tropensturm verursachte Importausfälle zurückgeführt und daher als temporär angesehen.

Da die erwarteten Bestandsaufbauten allerdings in dieser Woche noch immer nicht erreicht wurden, wird der Ölpreis auch hierdurch sehr stark gestützt. Insgesamt sorgen die Bestandrückgänge der letzten drei Wochen in einer Größenordnung von über 20 Millionen Barrel für Verwirrung am Ölmarkt.

In den USA verarbeiten die Raffinerien weniger Rohöl da die Wartungssaison beginnt. Gleichzeit steigen die Importe und die Rohölförderung nimmt zu. Dennoch werden Bestandsabbauten registriert. Aktuell kann sich niemand erklären, wie es dazu kommt. 
Das spricht auch in naher Zukunft für schwankende Ölpreise. Man rechnet immer noch mit steigenden Beständen, da das Rohöl ja nicht verschwunden sein kann. Solange keine Klarheit herrscht, werden die preisstützenden Effekte aber weiterhin bestehen bleiben.

Unsicherheit besteht außerdem durch das nächste Woche anvisierte OPEC Meeting im Rahmen des International Energy Forums. Auch die Einigung auf eine Produktionsbegrenzung könnte die Ölpreise kurzfristig steigen lassen kann. Bei dem Meeting erwartet man zwar noch keine finalen Ergebnisse, es könnte jedoch ein außerordentliches OPEC Treffen beschlossen werden, bei dem dann ein Abkommen umgesetzt wird.

Entwicklung Eurokurs

Aktuell ist ein Euro rund 1,1235 US-Dollar wert und damit fast ein Cent mehr als am Vortag. Der Abwärtstrend des Eurokurses wurde somit unterbrochen. Grund dafür ist die Zinsentscheidung der US-Notenbank Fed. Diese hatte den Leitzins zum sechsten Mal in Folge nicht angetastet. Unter anderem wurden die zuletzt schwächeren Konjunkturdaten, sowie die bevorstehende Präsidentschaftswahl in den USA als Gründe dafür genannt.

Analysten gehen aber davon aus, dass es Ende dieses Jahres zu einer Erhöhung kommen wird. Andererseits habe die Fed auch vorsichtigere Signale gesendet, indem sie die längerfristigen Leitzinsprognosen gesenkt habe. Außerdem könne bis Dezember noch einiges dazwischen kommen, sofern die Konjunkturdaten bis dahin schlecht ausfallen sollten.

Ein höherer Leitzins macht eine Währung für Anleger attraktiver und stützt damit deren Wechselkurs. Da Öl grundsätzlich in US-Dollar gehandelt wird, bedeutet ein steigender Dollarkurs, dass die Importe für den Euroraum teurer werden. Die Gewinne des Euro verhindern heute allerdings stärker steigende Heizölpreise.

Heizölpreisentwicklung

Der durchschnittliche Preis für eine 3.000 Liter Standard Lieferung stieg gestern wieder über 50 Cent pro Liter Heizöl. Heute ist auch mit einer leichten Erhöhung zu rechnen, die sich je nach Region unterscheiden kann.

Bis zum Wochenende könnte der Heizölpreis weiterhin leicht steigen, insbesondere da sich die Bestandsrückgänge in den USA bestätigt haben. Heizöl sollte auf mittelfristige Sicht jedoch weiterhin vergleichsweise günstig bleiben, da noch immer eine Überversorgung von Rohöl am Markt besteht. Sobald die wenigen aktuell noch preisstützenden Faktoren zurückgehen, sollte der Preis tendenziell sinken.

Insbesondere wenn sich der Tankinhalt dem Ende nähert, raten wir auf Nummer sicher zu gehen und jetzt bereits Heizöl zu kaufen. Momentan sind kurzfristige Lieferzeiten fast überall machbar, aber zum Herbstbeginn zieht die Heizöl-Nachfrage erfahrungsgemäß deutlich an.

Wenn Sie monatliche Zahlungsarten wie den Heizöl-Ratenkauf oder ein heiz&SPAR Wärmekonto nutzen wollen, sollten Sie ohnehin mehr Zeit bis zur Lieferung einplanen. Die Bearbeitungszeit inkl. Postweg kann bis zu zwei Wochen in Anspruch nehmen. Ein Liefertermin kann erst nach Freigabe der Finanzierung durch die Bank bzw. Eingang des unterschriebenen Vertrages abgestimmt werden.

Grundsätzlich empfehlen wir Ihnen unseren Service für eine regelmäßige Preisbenachrichtigung zu nutzen oder einen Heizöl-Wunschpreis anzulegen. So können Sie von Preisrückgängen profitieren und günstiger Heizöl bestellen.

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