Ölpreise steigen – Euro stärker

12. Juli 2017

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API-Bericht: US-Bestände weiter rückläufig. Saudi Arabien irritiert mit Ungereimtheiten bei der Bekanntgabe seiner Produktionsmengen. Blick in die Zukunft: Öl in wenigen Jahren ein knappes Gut? Euro: Kräftiger Kursanstieg am Dienstag.

Ölpreisentwicklung

Wie auch schon am Montag war der Handel im Verlauf des Vormittags und frühen Nachmittags von einer pessimistischen Stimmung an den Märkten geprägt. Mit dem Eintreffen einer Meldung, wonach das Bankhaus Goldman Sachs den Ölpreis mittelfristig bei unter 40 US-Dollar / Barrel sieht, sowie die von der Nachrichtenagentur Bloomberg vermeldete Produktionssteigerung Saudi Arabiens für den Monat Juni, drehten die Preise weiter ins Minus. Die Tiefstände von Dienstag konnten allerdings nicht erreicht werden.

Mit der Veröffentlichung des Bestandsberichts des American Petroleum Institute (API), zogen die Notierungen schlagartig an. Ausgehend von  den Erwartungen des Handels an die Bestandsabbauten ist diese Reaktion nicht verwunderlich, konnte Rohöl im US-Markt im Verlgleich zur Vorwoche immerhin um 8,1 Millionen Barrel in seinem Bestand abgebaut werden. Das übertrifft die Erwartungen um mehr als das Doppelte. Einziger, aber scheinbar verkraftbarer Wehmutstropfen ist die leichte Bestandszunahme bei Destillatprodukten wie Diesel und Heizöl.

Mit der Veröffentlichung des in seinen Daten tiefergehenden Berichts des Department of Energy (DoE) am heutigen Nachmittag, wird sich zeigen ob API bestätigt werden kann. Gegebenenfalls könnte das zu weiteren Preissteigerungen, wenigstens zu einer kurzfristigen Preisstabilisierung führen.

Aktuelle Ölpreise an der Londoner Warenterminbörse ICE:

Die Stabilisierung der Ölpreise zum gestrigen Handelsschluss spiegelt sich auch bei den Notierungen des heutigen Morgens wieder. Der europäische Ölpreis Brent notiert aktuell um als einen Dollar stärker als noch am Vortag zur gleichen Zeit bei 48,26US-Dollar. Der Schlusspreis von Dienstag lag noch bei 47,52 US-Dollar.  

Der maßgebliche Indikator für den inländischen Heizölpreis, ICE Gasoil,  steht am Mittwochmorgen bei 441,25 US-Dollar, der Schlusspreis von Dienstag lag bei 433,30 US-Dollar.

Ungereimtheiten bei den Fördermengen Saudi Arabiens

Saudi Arabien gilt als einer der mächtigsten Player innerhalb der OPEC. So waren es doch vor allem Vertreter Saudi Arabiens, welche die anderen Mitglieder des Kartells im Vorfeld der Verlängerung des aktuell laufenden Produktionsabkommens auf Linie brachten um eine reibungslose Verlängerung des Förderbeschränkungsabkommens zu garantieren. Das Land ging sogar soweit, eigene Produktionsmengen um mehr als die eigene Verpflichtung zu kürzen, um damit Übermengen anderer am Abkommen beteiligter Staaten auszugleichen.

Der Sinn der Selbstbeschränkung der Fördermengen liegt auf der Hand: Das Kartell und ihre Partner möchten die Mengen an Rohöl auf den Weltmärkten beschränken und auf das sogenannte 5-Jahres-Durchschnittsniveau drücken. Damit verbunden ist vor allem nur ein Ziel: Weniger Menge an Rohöl am Markt sorgt für steigende Ölpreise. Das im Mai verlängerte Abkommen über die Beschränkungen läuft noch bis Ende März 2018.

Mit der Meldung der Nachrichtenagentur Bloomberg, dass sich Saudi Arabien im Monat Juni nicht an die eigenen Förderquoten gehalten hat, kehrt Verunsicherung an den Handelsplätzen ein. Letztlich stellt die erhöhte Förderung des Königreichs zu diesem Zeitpunkt eigentlich kein Problem dar, da der Verbrauch im eigenen Land in den heißen Sommermonaten besonders stark ansteigt. Die Ursache liegt dabei in der erhöhten Nutzung von Klimaanlagen und der damit verbundenen erhöhten Stromproduktion, welche im Land zu einem erheblichen Anteil über Öl abgedeckt wird.

Die Irritation speist sich indes aus der Tatsache, dass Saudi Arabien die eigene Überschreitung der Förderquoten nicht selbst veröffentlicht hat und noch schwerwiegender, dass es nun selbst das mächtigste Mitglied der OPEC ist, welches die Ziele des Förderabkommens gefährdet. Darüber hinaus ist auch die sich nun ergebene Signalwirkung an andere Staaten ein Problem, denn welchen Grund sollten sie nun noch haben, sich minutiös an die auferlegten Quoten zu halten, wenn es selbst Saudi Arabien nicht tut.

Die Entwicklung des Förderabkommens bleibt also weiter spannend und die nächsten Tage werden zeigen, welche Auswirkungen die Verfehlungen Saudi Arabiens für die kurzfristige Preisentwicklung haben.

IEA-Szenario: Öl in wenigen Jahren wieder knapp?

Mit Blick auf die Zukunft des Ölmarktes gibt es aufgrund der nahezu unendlich möglichen Einflussfaktoren eine Vielzahl von Szenarien, wie sich die verfügbaren Mengen und damit die Preise in den nächsten entwickeln könnten. Der Chef der Internationalen Energieagentur (IEA) zeichnet nun ein besonders interessantes, und vor allem für die Verbraucher nachteiliges, Szenario.

Nach Fatith Birol ist ab dem Jahr 2020 mit Versorgungsengpässen zu rechnen. Bei der aktuell vorherrschenden Überversorgung, scheint dieser Gedanke auf dem ersten Blick abwegig. Doch der IEA-Chef legt nicht nur die am Weltmarkt verfügbaren Ölmengen bei seinen Betrachtungen zu Grunde. Vielmehr verweist er auf die Gefahr von ausbleibenden Investitionen in die traditionelle Ölförderung. Nach seinen Ausführungen liegt diese Gefahr vor allem in der boomenden US-Schieferölindustrie.

Schieferöl ist in Gesteinsschichten eingelagertes Öl, welches unter der Zunahme eines Chemikaliencocktails aus diesem Gestein herausgebrochen wird. Diese bis vor einigen Jahren noch neue und innovative Fördermethode, trug in den Jahren 2013 / 2014 nicht unwesentlich zu einer Überschwemmung mit Öl an den Märkten bei. In der Folge stürzten die Preis um bis zu 80% ein. Doch wie soll nun ausgerechnet diese Öl-Fördermethode für einen langfristigen Preisanstieg sorgen?

Der IEA-Chef stellt dabei folgende Rechnung auf: Für die Schieferölindustrie wird in diesem Jahr eine Investitionszunahme um bis zu 53% erwartet. Das damit verbundene Produktionswachstum könnte für ein mittelfristig betrachtet niedriges Preisniveau sorgen. Als Folge wird erwartet, dass weniger Investitionen in die konventionelle Rohölförderung stattfinden. Im Nahen Osten und im Russland liegt der Investitionszuwachs aktuell im mittleren einstelligen Bereich. In Mittelamerika und Afrika gehen die Investitionen sogar zurück.

Sollte die Schieferölproduktion in den nächsten Jahren abebben, könnte es plötzlich einen Investitionsstau geben, welcher zu einer plötzlichen Unterversorgung der Märkte und damit zu einem erheblichen Preisanstieg führen könnte. Im Vergleich zu Förderanlagen in der Schieferölindustrie, ist die Errichtung und Wiederinbetriebnahme von konventionellen Förderanlagen nicht kurzfristig möglich.

Der Blick in die Zukunft bleibt also spannend – sollte die Warnung des IEA-Chefs Realität werden, können Preisanstiege für Benzin, Diesel und Heizöl nicht ausgeschlossen werden.

Entwicklung Eurokurs

Der Euro hat am Dienstag wieder deutlich zugelegt und befindet sich auf einen 14-Monatshoch. Zum Mittwochmorgen notiert er bei 14,66 US-Dollar. Der Schlusspreis für Dienstag lag auf gleichem Niveau bei 1,1465 US-Dollar.

Als Grund für den Auftrieb werden vor allem zurückhaltende Äußerungen aus Kreisen der US-Amerikanischen Notenbank FED zum Thema Zinspolitik ausgemacht. Danach soll die Phase der Niedrigzinsen noch beibehalten werden, um den aktuellen Wirtschaftsaufschwung im Land nicht zu gefährden. Der US-Dollar gab darauf deutlich nach.

Heizölpreisentwicklung

Auch wenn die Ölpreise gestiegen sind, profitieren Verbraucher auch am Mittwoch noch weiter von der aktuellen Marktlage, welche sich aus einer Mischung von preissteigernden und preisfallenden Meldungen speist.

Heute Morgen kostet eine 3.000 Liter Standard Lieferung aktuell im bundesweiten Durchschnitt rund 53,16 Cent pro Liter Heizöl. Am Dienstag waren es noch 52,51 Cent.

Diese Gelegenheit sollten unsere Kunden nutzen und sich jetzt für den Heizölkauf zu besonders attraktiven Konditionen entscheiden. Das sorgt dafür, dass Sie für den Herbst und Winter bereits bestens vorbereitet sind und alle weiteren Entwicklungen im Öljahr 2017 gelassen von den Zuschauerrängen verfolgen können.

Wenn Sie monatliche Zahlungsarten wie den Heizöl-Finanzierung oder das heiz&SPAR Wärmekonto nutzen wollen, sollten Sie mehr Zeit bis zur Lieferung einplanen. Die Bearbeitungszeit kann durch den Postweg bis zu zwei Wochen in Anspruch nehmen. Ein fixer Liefertermin kann erst nach Freigabe der Finanzierung durch die Bank bzw. Eingang des unterschriebenen Vertrages abgestimmt werden.

Grundsätzlich empfehlen wir Ihnen unseren Service für eine regelmäßige Preisbenachrichtigung zu nutzen oder einen Heizöl-Wunschpreis anzulegen. So können Sie von Preisrückgängen profitieren und günstiger Heizöl bestellen.

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